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Foto: Onnis Luque

Vorsätzliche Verwirrung: Das Archipiélago in Mexico City

Über manches lässt sich nur schwerlich etwas erzählen, wenn es sich bemüht von sich selber abzulenken. So auch im Falle des Archipiélago Co-working Space von Lorenzo Álvarez Arquitectos über den Dächern von Mexico City. Das Co-working Büro im 28. und 29. Stock eines Bürohochhauses aus den 1950er Jahren schlägt sein Kapital aus einem spektakulären 360 Grad-Ausblick über Mexikos Hauptstadt und so versuchen die Architekten die Raumstrukturen möglichst verschwinden zu lassen. Das Team von Lorenzo Álvarez befreit hierzu die beiden Geschosse von allen unnötigen Verkleidungen und legt die Grundkonstruktion der quadratischen Grundrisse frei. Die in einem 4 x 4 Raster angelegten Stützen werden im Folgenden entweder in den Versorgungskern eingebunden oder schlicht verspiegelt. Diese Tarnung der strukturellen Grundbedingungen durch entweder Spiegel oder spiegelndes Glas zieht sich wie ein Verwirrspiel durch die gesamten Räumlichkeiten des Archipiélago und konzentriert den Fokus entweder auf die Arbeitsplätze oder den Ausblick. Unterstützend zu diesem räumlichen Effekt, färben die Architekten die Deckenkonstruktion in ein mattes Schwarz und lenken die Aufmerksamkeit noch stärker auf die hellen Separees, Einbauten und Möbel des Büros. Eben auf all das, was für die Arbeit in einem Co-working Space vonnöten ist. Um die Beziehung der jeweiligen Bestandteile des Büros allerdings nicht vollends zu vertuschen, zieht sich ein heller Boden durch alle Arbeitsbereiche und verbindet die einzelnen Funktionen untereinander. Die hellen Elemente der Arbeitsbereiche fangen so den Fokus der Nutzer ein, derweilen der Raum selber in den Hintergrund zu treten scheint. Durch dieses anhaltende Kontrastieren und Verschleiern schafft es das Büro von Lorenzo Álvarez die simple Grundrisskonfiguration weiträumig zu gestalten und den eindrücklichen Ausblick über die Millionenmetropole Mexico City für den Raum wirksam zu machen. Der auf beiden Geschossen mittig in den Grundriss eingeschobene Riegel mit Räumen für Gruppen, kleine Konferenzen oder zurückgezogenes Arbeiten gliedert den Grundriss in drei Schichten. Auf der einen Seite dieses Riegels befindet sich der Co-working Space, während von der anderen Seite aus erschlossen wird. Diese simple Aufteilung der Funktionen bewahrt die Orientierung, während die fortwährende Spiegelung und Multiplikation der Elemente eine Vielschichtigkeit suggeriert. Lorenzo Álvarez Arquitectos schaffen es so die nötige flexible Funktionalität des Co-Working Space zu erzeugen und bieten den Nutzer vielfältige Blickbezüge an, sowohl nach außen über Mexikos Hauptstadt, als auch durch das Innere des Archipiélago.

Kurze Werbepause

Einen Bericht zum Projekt »Archipiélago« sowie weitere Co-working Spaces finden Sie in unserer aktuellen Ausgabe DETAIL inside 2015/2.


weitere Informationen:

Mitarbeiter: Lorenzo Álvarez, Amira Fernandez, Karmina Miranda
Bauunternehmer:
Gestalten Woodwork

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
INSIDE I2/2015
Inside 2/2015

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