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Wasserstoff, Wind, Biogas - alles in einem Kraftwerk

hybridkraftwerk
Grafik: ENERTRAG

In Prenzlau wurde der Grundstein für das weltweit erste Hybridkraftwerk gelegt, das die Energiegewinnung aus Wind und Biogas mit dem Energieträger Wasserstoff verbindet. Die Betreiber wollen mit ihrem Projekt belegen, dass sich Energie aus erneuerbaren Quellen großtechnisch speichern lässt und „Erneuerbare“ damit auch zur Deckung der Grundlast auf dem Energiemarkt beitragen können.

Bislang führten Skeptiker gegen erneuerbare Energien oft das Argument ins Feld: „Die Sonne scheint nicht immer, und auch der Wind hat manchmal Flaute.“ Die Erneuerbaren, so ihre Schlussfolgerung, würden erst dann einen nennenswerten Beitrag zur Stromversorgung in Europa leisten können, wenn es gelänge, die aus ihnen gewonnene Energie großtechnisch zu speichern.
Dass eben dies möglich ist, möchte der Kraftwerksbetreiber ENERTRAG mit seinem 21-Millionen-Projekt in Prenzlau nördlich von Berlin beweisen. Dort wird derzeit das weltweit erste Hybridkraftwerk errichtet, das die Energieerzuegung verschieender Erneuerbarer Energiequellen an den schwankenden Abnahmebedarf von Verbrauchern anpasst. Schlüssel zu diesem Ziel ist die Speicherung der aus Wind gewonnenen Energie in Form von CO2-frei hergestelltem Wasserstoff. Die Stromerzeugung im Kraftwerk übernehmen drei Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 6000 kW. Produzieren sie mehr Strom als aktuell nachgefragt wird, wird dieser in einem 500-kW-Elektrolyseur zur Herstellung von Wasserstoff genutzt. Dieser wird anschließend gespeichert und kann in windschwachen Zeiten oder bei hohem Bedarf seinerseits als Energielieferant herangezogen werden. Hierzu wird er mit dem vor Ort produzierten Biogas gemischt und in zwei Blockheizkraftwerken wieder in Strom und Wärme umgewandelt. Bis zu 70% des in den Blockheizkraftwerken benötigten Biogases können durch Wasserstoff ersetzt werden. Auf diese Weise kann die Anlage flexibel auf die schwankende Angebotssituation beim Biogas reagieren.
Jörg Müller, Vorstandsvorsitzender des Betreibers, betont: „Mit unserem Hybridkraftwerk schließen wir auch die Lücke zwischen Erneuerbaren Energien und energieeffizienter Mobilität: Nur regenerativ erzeugter Wasserstoff ermöglicht nachhaltig eine wirtschaftliche CO2-neutrale Mobilität.“ Wird Wasserstoff hingegen mittels konventionell erzeugtem Strom oder aus fossilen Ressourcen hergestellt, entsteht bei seiner Herstellung CO2 in großem Umfang. Die CO2-Bilanz kann in diesem Fall sogar ungünstiger ausfallen, als bei Nutzung der fossilen Energieträger direkt in den jeweiligen Motoren.

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