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Monterrey, Wohnhaus, Arquidromo

Weiß verputzte Wolkenformation: Wohnhaus in Monterrey

Das gutbürgerliche Wohnviertel Pedregal de la Silla liegt zu Füßen des Cerro de la Silla am südlichen Stadtrand von Monterrey in Mexiko. Topografie und Straßenverlauf haben hier eine eigentümliche Gebäudetypologie entstehen lassen: Aufgrund der geringen Tiefe der Baublocks sind die Häuser nicht einfach orthogonal zu den Erschließungsstraßen ausgerichtet, sondern um 45 Grad verdreht. Nur ihre Eingangsfronten folgen der Straßenflucht.

Die Architekten Beto Frías, Andrés Campuzano und Danilo Medina vom Büro Arquidromo nutzten diese Konstellation, um einen skulpturalen Solitär mit Wiedererkennungswert zu schaffen. Anders die Nachbarn besitzt ihr Neubau keine Eingangsfassade, sondern steht frei im rückwärtigen Teil des Grundstücks. Zur Straße öffnet er sich lediglich mit einer grob geschalten Garagenfront aus Sichtbeton. Ein markanter Materialwechsel von Beton auf weißen Glattputz akzentuiert den 45-Grad-Schwenk zwischen dem Eingangsbauwerk und dem Hauptgebäude. Der eigentliche Eingang ins Haus liegt in der Fuge zwischen den beiden Baukörpern. Zusätzlich führt ein schmaler Weg längs am Haus entlang über eine Treppe zu einer höher gelegenen Terrasse auf der Gebäuderückseite.

Trotz der sichtlichen Schwere und der kantigen Form vergleichen die Architekten ihr Wohnhaus mit einer Wolkenformation. Die kubischen Module, aus denen sie besteht, korrespondieren mit den Räumen im Gebäudeinneren. Angesichts der geschlossenen Gebäudeform erstaunt die Lichtfülle der Innenräume. Das gilt vor allem für den zweigeschossigen Wohnraum auf der Eingangsebene. Eine Sichtbetontreppe führt von hier auf eine offene Empore im ersten Obergeschoss und weiter hinauf in die zweite Etage. Dort sind in einer sehr viel kleinteiligeren Raumstruktur drei knapp bemessene Schlafzimmer mit separaten Bädern untergebracht.

Geschickt haben die Architekten die raumhohen Verglasungen in den Gebäuderücksprüngen angeordnet, sodass sie – und damit das Geschehen im Haus – von der Straße aus den Blicken entzogen sind. Umgekehrt fällt auch der Blick aus dem Gebäudeinneren fast nirgends auf die Nachbarhäuser, sondern vorwiegend auf den Himmel und die Bergketten ringsum.

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Weitere Informationen:

Mitarbeiter:
Beto Frías, Andrés M. Campuzano, Danilo Medina
Bruttogrundfläche: 240 m2
Grundstücksfläche: 137 m2

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