You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Weltgrößtes Solarkraftwerk offiziell eingeweiht

Viel ist derzeit in den Medien von solaren Großkraftwerken zu hören, die dereinst preisgünstigen Strom aus der Sahara nach Mitteleuropa liefern sollen. Die Technik, auf der sie basieren, ist längst einsatzbereit: Anfang Juli wurde in Spanien „Andasol 1“, das weltgrößte Solarkraftwerk mit Parabolrinnen-Kollektoren, eingeweiht.

solaren Großkraftwerke, Spanien, Solar Millennium, Parabolrinnen, Andasol 1, Granada
Abbildung: Solar Millennium AG

Am 1. Juli 2009 wurde das solarthermische Kraftwerk Andasol 1 in der spanischen Provinz Granada in Andalusien offiziell eingeweiht. Andasol 1 ist derzeit das größte Solarkraftwerk der Welt und wird künftig klimafreundlichen Strom für 200.000 Menschen liefern. Dadurch kann jährlich der Ausstoß von 150.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Auf einer Gesamtfläche von fast zwei Quadratkilometern stehen über 600 Parabolrinnen-Kollektoren, von denen jeder einzelne 150 Meter lang und 5,7 Meter breit ist. Insgesamt haben die Spiegel eine Fläche von über 500.000 Quadratmetern.

Abbildung: Solar Millennium AG

In der Mitte dieses riesigen Solarfeldes befindet sich außerdem ein Wärmespeicher. Hier wird in zwei gewaltigen Tanks von 14 Metern Höhe und 36 Metern Durchmesser die überschüssige Energie während der Mittagsstunden in flüssigem Salz gespeichert. Das Salz wird durch Sonnenenergie auf bis zu 390 Grad Celsius aufgeheizt. Mit der gespeicherten Wärme kann das Kraftwerk dann bis zu 7,5 Stunden nach Sonnenuntergang noch Strom mit voller Leistung (50 Megawatt) liefern - diese Möglichkeit zur planbaren Stromproduktion ist ein wichtiger Vorteil solarthermischer Kraftwerke gegenüber beispielsweise Wind- oder Photovoltaikanlagen. Neben diesem ersten kommerziell betriebenen Kraftwerk Andasol 1 sind bereits zwei weitere Solarkraftwerke am selben Ort im Bau: Andasol 2 soll noch in diesem Jahr ebenfalls 50 Megawatt liefern, Andsol 3 mit weiteren 50 Megawatt wird voraussichtlich Anfang 2011 folgen.

Im Auftrag des Projektentwicklers Solar Millennium AG übernahmen Mitarbeiter des Deutschen Zentrums von Luft- und Raumfahrt (DLR) von der zirka 50 Kilometer entfernten Forschungsstation 'Plataforma Solar de Almería' die Suche nach einem geeigneten Standort für das Kraftwerk. Eine Entscheidungsgrundlage bildeten dabei langjährige statistische Mittelwerte der solaren Einstrahlung, die das DLR aus meteorologischen Messungen von Bodenstationen sowie aus Zeitreihen von Satellitendaten ermittelte.

Die Gesamtkosten des Kraftwerks liegen bei zirka 300 Millionen Euro. Eine wichtige Initialhilfe für das Andasol 1-Kraftwerk kam auch durch die Europäische Union, die über das Projekt Andasol fünf Millionen Euro Fördermittel für die Vorbereitung und wissenschaftliche Begleitforschung beisteuerte.

Strom aus gebündelter Sonnenenergie

Abbildung: Solar Millennium AG

Andasol 1 ist ein solarthermisches Kraftwerk und ein so genanntes Parabolrinnen-Kraftwerk. Die konzentrierenden Spiegel haben in diesem Fall die Form einer sehr langen Rinne mit parabolischem Querschnitt. Die einzelnen Elemente dieser Rinne, die Kollektoren, werden mittels Drehung um die Längsachse der Sonne nachgeführt. Dabei wird die senkrecht auf die Öffnung fallende direkte Sonnenstrahlung in einen Brennpunkt beziehungsweise einer Brennlinie etwa um den Faktor 80 konzentriert. In dieser Brennlinie verlaufen die Absorberrohre. Diese, von einem isolierenden evakuierten Glasrohr umgebenen Rohre aus Stahl nehmen mit einer Spezialbeschichtung auf der Oberfläche die Solarstrahlung besonders gut auf und wandeln sie in Wärme um. Dabei entstehen an ihrer Oberfläche Temperaturen von deutlich über 400 Grad Celsius. Durch das Innere des absorbierenden Stahlrohres fließt so genanntes Thermo-Öl, das dabei auf knapp 400 Grad erhitzt wird und die gesammelte Wärme in einen Wärmeübertrager leitet, in dem Dampf mit hoher Temperatur und Druck erzeugt wird. Wie in konventionellen Kraftwerken wird dieser Dampf einer Turbine zugeführt, die - gekoppelt an einen Generator - Strom erzeugt.

Quelle: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt

Stichworte:
Aktuelles Heft
DETAIL 9/2018
DETAIL 9/2018, Schulen

Konzept: Schulen

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.