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Wettbewerb zum Humboldt Forum kurz vor Abschluss

Fast zeitgleich zum Verschwinden des Palasts der Republik vom Berliner Schlossplatz wird jetzt über dessen Zukunft entschieden. Am 28. November 2008 wird klar, welches Architekturbüro das Berliner Stadtschloss wieder aufbauen darf. Der Spielraum der teilnehmenden Architekten war durch mehrere Vorgaben eingeschränkt.

Vor dem Wettbewerb wurden unter anderem die städtebauliche Figur, die historisierende Fassadengestalt in einem der beiden Innenhöfe, dem Schlüterhof, und an der Nord-, Süd- und Westfassade sowie die Errichtung einer Kuppel im Bereich des ehemaligen Hauptportals festgelegt. Diese Vorgaben resultierten auch aus dem Bundestagsbeschluss zum Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses von 2002.

Das Vertrauen des Bundesministers Wolfgang Tiefensees gilt den teilnehmenden Architekten. In einem FAZ-Interview bezeichnete Tiefensee die Aufgabe als sehr komplex und schwierig. Er war sich aber sicher, dass die Architekten diese zu meistern wissen werden. Widersprüchlich bleibt das zukünftige Gebäude aber in jedem Fall: außen preußische Barockfassade und innen weltoffenes Forum der Weltkulturen. Das es daneben nur ein Neubau mit aufgeklebter, nachgemachter Fassade sein wird, steht ja schon fest. Interessant zu sehen wird sein, wie die teilnehmende Architektenschaft die Hülle in den Entwurf integrieren wird und welche Reaktionen daraus resultieren.

Als Bauträger für das Humboldt Forum soll eine Stiftung auftreten, der auch der private Förderverein um Wilhelm von Boddien zuarbeiten will. Die Schloss-Anhänger haben die Pläne für die „falschen Fassaden“ erstellt und wollen die Steinmetzarbeiten mitfinanzieren. Allerdings darf man auch daran Zweifel hegen, da der Verein bisher nur 19 der veranschlagten 80 Millionen Euro gesammelt hat. Wenn der Bau gestartet ist, hofft von Boddien nach dem Vorbild der Dresdner Frauenkirche auf sprudelnde Spenden. Doch auch hier ist die Situation in Berlin eine völlig andere als in Dresden. Denn Dresden hatte noch eine Ruine, die wieder aufgebaut werden konnte. Das Stadtschloss war bis auf wenige Fundamentreste komplett verschwunden. Ob man hier eine Begeisterung der Bürger und potenziellen Spender erreicht? Wird sich in der Spendenfaulheit der Bürger für die Fassade vielleicht auch eine ablehnende Haltung ausdrücken? Man kann nur hoffen, dass es Berlin nicht in 20 Jahren wehtut, sich von Geschichte in Form des Palasts der Republik für einen auf preußisch getrimmten Neubau entledigt zu haben.

In der Jury dabei sind als Fachpreisrichter David Chipperfield (London/Berlin), Prof. Giorgio Grassi (Mailand), Prof. Petra Kahlfeldt (Berlin), Prof. Peter Kulka (Köln/Dresden), Prof. Dr. Vittorio Magnano Lampugnani (Zürich /Mailand), Prof. HG Merz (Stuttgart/Berlin) sowie Prof: Gesine Weinmiller (Berlin) und Prof. Peter Zlonicky (München). Benannt als Sachpreisrichter sind Dirk Fischer und Dr. Wolfgang Thierse für den Deutschen Bundestag, Bundesminister Wolfgang Tiefensee und Staatsminister Bernd Neumann für die Bundesregierung, Staatssekretär André Schmitz und Senatsbaudirektorin Regula Lüscher für das Land Berlin und der designierte Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz Prof. Dr. Hermann Parzinger.

BDA fordert ergebnisoffenen Wettbewerb für Berliner Schlossplatz

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