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Wetterfester Baustahl für das Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer

IFBS, Metallleichtbauelemente, Besucherzentrum, Berliner Mauer, Mola Winkelmüller, Dieringer
Foto: Karl Dieringer, Berlin

Die Gedenkstätte der Berliner Mauer wurde nun um ein Besucherzentrum erweitert. Es befindet sich innerhalb des Gedenkstättenareals an der Bernauer Straße, zwischen den Berliner Stadtbezirken Wedding und Mitte. Entlang des ehemaligen Grenzstreifens Bernauer Straße erstreckt sich das gesamte Gedenkstättenareal. Es soll nach dem Entwurf der Berliner Planungsbüros sinai (Landschaftsarchitektur), ON architektur (Ausstellungsgestaltung) und Mola Winkelmüller Architekten BDA bis zum Jahre 2012 in mehreren Bauabschnitten umgestaltet werden. Die bestehenden Reste und Spuren der Berliner Mauer werden erhalten. Auf der Südseite der Bernauer Straße entsteht damit eine neuartige Erinnerungslandschaft, die die dramatische Ereignisgeschichte der Opfer von Mauer und Teilung dauerhaft demonstriert.

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Foto: Karl Dieringer, Berlin

Der Pavillon-Entwurf stammt von Mola Winkelmüller Architekten BDA, Berlin. In dem Besucherzentrum werden Grundinformationen darüber abgegeben, was den Besucher auf dem Gelände mit der künftigen Außenausstellung erwartet. Das Obergeschoss liegt im Grundriss verdreht auf dem Erdgeschoss auf. Daraus ergibt sich der überdachte Eingangsbereich des Erdgeschosses. Das Tragwerk besteht aus einer Mischkonstruktion aus Stahlbeton und Stahl. Alle tragenden Außenwände im Erdgeschoss sowie die Bereiche rund um den Treppenkern im Obergeschoss sind aus Stahlbeton als Massivbau ausgeführt. Der größte Teil der Dachkonstruktion des Obergeschosses wurde aus statischen Gründen als Stahlbau ausgeführt. Die für das Gebäude wichtige fünfte Fassade in den Bereichen der durch die Verdrehung der Volumen entstehenden Dachflächen über dem Erdgeschoss wurden mit pulverbeschichteten Gitterrosten verlegt. Diese fügen die Fassadeteile über die Vertikale hinaus in die Horizontale optisch zusammen, ohne jedoch die Entwässerung und Wartung zu beeinflussen. Die Außenhaut des Gebäudes bildet eine hinterlüftete Kassetten-Konstruktion aus wetterfestem Baustahl. Die Wahl dieses Fassadenmaterials macht die Zuordnung zur Mauergedenkstätte für den Besucher auf den ersten Blick deutlich, da auch die Ausstellungskomponenten im Außenraum und Nachzeichnungen der historischen Spuren aus diesem Material gefertigt wurden. Deshalb kamen auch im Innenraum robuste Sichtbetonoberflächen zum Einsatz.

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Foto: Karl Dieringer, Berlin

Der Neubau des Besucherzentrums entspricht den Anforderungen an die geltende EnEV, die zur Zeit der Erstellung der Gebäudehülle sogar noch um ca. 30% unterschritten wurden. Für die Bauabwicklung wurde das Berliner Metallbau- und Blechbearbeitungsunternehmen Karl Dieringer beauftragt. Das Unternehmen ist als Mitglied des Industrieverbands für Bausysteme im Metallleichtbau e.V. Träger des Qualitätszeichens des IFBS. Es zeichnet den Verarbeiter nachweislich als Spezialisten für nachhaltiges Bauen mit vorkonfektionierten Metallleichtbauelementen aus. Das Leistungsverzeichnis des Metallbearbeitungs-betriebes umfasste die Herstellung der kompletten Fassaden einschließlich der Stahlkassetten-Unterkonstruktionen, mit umlaufenden Attikaabdeckungen, Gitterrostflächen auf den Terrassen, der speziellen Auskragung für die Decke im Obergeschoss, die Herstellung der Unterdecke aus Aluminiumprofilen sowie die Herstellung des innenliegenden Entwässerungssystems, der Stützenbekleidungen und die aufwendige Montage aller Fertigungselemente.In seinem Berliner Betrieb kantete der Verarbeiter die 3 mm starken Stahlteile zu Einzelelementen. Hinzu kam die Umsetzung einer alternativen verdeckten, nicht sichtbaren Aufhängekonstruktion. Diese Eigenkonstruktion ermöglichte die Elementherstellung zusammen mit der Aufhängung in einem Stück. Gleichzeitig wurde eine Längenausdehnung der Fassadenelemente aufgrund von Temperaturschwankungen ermöglicht. Zur Montage brachten die Monteure zunächst eine 160 mm starke Mineralwoll-Dämmung auf die massiven Außenwände auf, in die die gekanteten Stahlelemente, ähnlich wie in einem Regalsystem mit dem Mobilkran, an der Unterkonstruktion in vertikaler oder horizontaler Verlegung dauerhaft sicher und passgenau eingehängt werden konnten und dadurch plane Oberflächen geschaffen wurden.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 12/2010

Architektur und Recycling

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