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Wie eine Landschaft

Ein Gespräch mit SANAA

Als offene Architekturlandschaft konzipierten SANAA das Rolex Learning Center in Lausanne: Die geschwungene, teils auf dem Erdreich ruhende, teils vom Boden abgehobene Gebäudeform sowie unterschiedlich große Lichthöfe heben die Grenzen zwischen Bauwerk und Landschaft, Himmel und Erde auf.

DETAIL: Ihr Gebäude ist sehr ungewöhnlich, üblicherweise haben Universitätsgebäude ebene Decken und Böden, Flure und Türen.

Ryue Nishizawa: Die Idee mit den gewellten Ebenen hat sich aus der Aufgabe entwickelt. Das Grundstück hat zwei grundsätzlich unterschiedliche Seiten: im Norden liegen die Universitätsgebäude, im Süden der Genfer See mit den Alpen im Hintergrund. Die Verbindung der Hochschule zum Ufer sollte auf keinen Fall abgeschnitten werden. (...) Eine Anforderung war, dass man sowohl von der Bibliothek als auch vom Restaurant von erhöhtem Standpunkt über den See blickt. Übereinander gestapelte Geschosse mit Treppen lehnten wir aber ab, deshalb verbanden wir "Erdgeschoss" und "Obergeschoss" über kontinuierlich geneigte Böden und Decken. So ist die gewellte Form entstanden. (...)

DETAIL: Besonders reizvoll sind die runden Höfe, sie erschweren jedoch die Orientierung, da die vier Hauptrichtungen aufgelöst werden.

Kazuyo Sejima: Die Höfe schaffen auch in der Mitte des Gebäudes Kontakt zur Außenwelt und sorgen für Durchlässigkeit der Freibereiche unter der Betonschale. Natürlich kann man das Gebäude nicht in seiner gesamten Länge überblicken. Durch die Krümmungen in Boden und Decke sieht man nur bis zum nächsten Hügel. Erst wenn man das Gebäude durchwandert, erschließt sich die Organisation. Man beginnt, sich wie in einer Landschaft zu orientieren.

DETAIL: Was möchten Sie mit Ihrem architektonischen Konzept erreichen?

Ryue Nishizawa: Wir sind selbst gespannt, wie sich die Nutzer die unkonventionellen Räume auf unterschiedlichste Weise aneignen werden. Wir wünschen uns, dass die Offenheit zu Kontakt und Austausch anregt und neue Aktivitäten stimuliert.

Das Gespräch mit den Architekten führte Frank Kaltenbach.

Das ausführliche Interview können Sie nachlesen in: DETAIL 05-2010, S. 742f.

Fotos: EPFL/Alain Herzog

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