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Foto: Ossip van Duivenbode

Wie gedruckt: Canal House in Amsterdam

DUS architects interessieren sich bereits lange für digitale Fabrikationsmöglichkeiten und deren Vorteil für die Architektur. Die Zeiten, in denen nur Blätter und Pläne bedruckt wurden, sind vorbei. Mit dem Canal House heben sie den Trend der 3D-Drucke in neue Sphären. Sie drucken nicht etwa nur einen kleinen Prototyp, sondern gleich ein ganzes Haus. Ein eigens für die Produktion entwickelter, überdimensionaler Drucker zeigt die Möglichkeiten auf, die die digitalen Fabrikationswelten in sich bergen.

Das kleine Haus steht auf einem Fleckchen Grün, direkt am Wasser, umringt von vier Bäumen. Es bildet einen Rückzugsort inmitten der lauten Stadt. Die Geometrie ist simpel, ebenso sein Design: Eine rechteckige Grundfläche umschließt einen Raum von gerade einmal 8 Quadratmetern. Abgerundet wird der Körper von einem einfachen Giebeldach. Auf der Außenfläche gibt es zudem eine Badewanne, ebenfalls aus dem Drucker. Die Konstruktion der Wände ist denkbar einfach - eine Art Waffelstruktur sorgt für die nötige Stabilität. Durch verglaste Öffnungen in den Querfassaden gelangt genug Licht ins Innere, vor der dem Wasser zugewandten Seite gibt es eine kleine Bank, die zum Entspannen einlädt. Das alles kommt in schlichtem Schwarz daher. Sämtliche Fassaden sind in differierender Perforation ausgeführt und wirken auf den Betrachter nahezu ornamental. In Kombination mit dem geschichteten Materialaufbau des 3D-Druckers entsteht ein spannendes Spiel an optischen und haptischen Eindrücken.

Der Innenraum an sich ist denkbar simpel, es gibt lediglich Platz für ein Sofa, welches zu einem Doppelbett ausgeklappt werden kann.

Durch die Verwendung von recycelten Plastikteilchen für den Druck machen die Architekten außerdem deutlich, wie Nachhaltigkeit im Bausektor aussehen kann. Es müssen nicht immer neue Materialien sein, genauso kann per se Ausgedientes wiederverwendet werden.

Ein weiterer Aspekt ist die Flexibilität, die diese Art der Produktion bietet – entspricht ein Bau nicht mehr den gegenwärtigen Anforderungen, kann er – überspitzt dargestellt – eingeschmolzen und neu gedruckt werden. Dieser Ansatz hat für temporäre Bauten oder Architektur in Katastrophengebieten großes Potenzial. 

Besonders Neugierigen bietet sich die Möglichkeit, das Canal House für einen Kurzaufenthalt zu buchen und sich selbst ein Bild zu machen.

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Weitere Informationen:

Design: Hans Vermeulen, Martine de Wit, Hedwig Heinsman, Martin van Wik, Inara Nevskaya, Ivo Toplak, Peter Hudac, Foteini Setaki (DUS architects)
3D-Druck & Zusammenbau: Martine de Wit, Jasper Harlaar, Sven de Haan, Ina Cheibas, Joe Platt, Nathalie Swords

3D Print Canal House from 3D Print Canal House on Vimeo.

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