You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Bücher, Rezension, Hochschule Luzern

Wie Gemeinschaft gelingt: Bücher zum verdichteten Wohnen

Es gibt bekanntlich zwei Arten urbaner Dichte: jene der Investoren und Bebauungspläne, die sich in Quadratmetern bemisst, und die erlebte Dichte menschlicher Interaktion, zu deren Gelingen Architekten maßgeblich beitragen können. Wie, das beschreiben zwei neue Buchpublikationen, die an der Hochschule Luzern und der Technischen Universität München entstanden sind. „Vokabular des Zwischenraums” analysiert anhand von sechs Schweizer Wohngebieten, welche Faktoren für eine geglückten Balance zwischen Rückzug und Interaktion im Wohnumfeld wichtig sind. Dazu zählen Außenräume mit überschaubarem Maßstab, ausreichende Pufferzonen zwischen Innen und Außen, eine zweiseitige Orientierung von Wohngrundrissen, aber auch Ausweichmöglichkeiten außerhalb des unmittelbaren Wohnumfelds. Wirklich neu sind diese Erkenntnisse nicht, doch sie werden in dem Band in inspirierender Weise mit Fotografien und Grundrissanalysen veranschaulicht und durch die Ergebnisse von Nutzerbefragungen gestützt. Damit ist „Vokabular des Zwischenraums” auch ein Weckruf wider die Gedankenlosigkeit, die den Zwischen- und Freiräumen im zeitgenössischen Wohnungsbau oft entgegen gebracht wird.

Die Zwischen- und Gemeinschaftsräume innerhalb von Gebäuden stehen dagegen bei „Shared Urban Futures" im Mittelpunkt. Angesichts zunehmender Verdichtung, eskalierender Wohnkosten, dem Trend zum Homeoffice und und immer mehr Singlehaushalten in den Städten könne die Architektur gar nicht anders, als neue Wohnformen für die Gemeinschaft zu entwickeln, so das Credo der Herausgeber. Ihr Buch liefert dreierlei: einen kurzen Streifzug durch die Geschichte gemeinschaftlichen Wohnens seit Robert Owens Siedlung New Lanark in Schottland, eine Analyse gebauter Objekte von Moshe Safdies Habitat 67 bis zu aktuellen Baugruppenprojekten in Berlin, und schließlich eine Reihe von Entwürfen Münchner Studierender. Manches davon ist formalistisch und unausgereift. Doch insgesamt liefert dieses Buch reichlich Ideen für die Bewältigung einer Wohnungskrise, die nicht zuletzt eine Effizienzkrise ist – hervorgerufen durch ständig steigende Wohnflächen pro Kopf in den Industrieländern.

Vokabular des Zwischenraums. Angela Juppien, Richard Zemp. Park Books, Zürich 2019, 208 Seiten, Text deutsch
Shared Urban Futures. Philipp Lionel Molter, Oke Hauser (Hg.) TUM University Press 2019, 160 Seiten, Text englisch

Kurze Werbepause

Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 4/2020 mit dem Themenschwerpunkt "Nachverdichtung".
> Online Shop

Weitere Artikel zur Ausgabe DETAIL 4/2020 finden Sie hier.

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
DETAIL 4/2020
DETAIL 4/2020, Nachverdichtung

Nachverdichtung

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.