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Wilkinson Eyre erhalten Preis für das World Building of the Year 2012

Der klimatisierte Wintergartenkomplex »Cooled Conservatories« wurde zum World Building of the Year 2012 gekürt. Realisiert wurde das Prestige-Projekt in den neugeschaffenen »Gardens by the Bay« in Singapur von Wilkinson Eyre Architekten in Zusammenarbeit mit Grant Associates, Atelier One und Atelier Ten.

Projekt: Cooled Conservatories at Gardens by the Bay, Singapur
Architekten: Wilkinson Eyre, Grant Associates, Atelier One und Atelier Ten

»Cooled Conservatories« at Gardens by the Bay, Singapore von der Hafenseite aus betrachtet, Foto: Robert Such

“Gardens by the Bay” an der Marina Bay in Singapur ist ein Schlüsselprojekt der Regierung Singapurs, die sich die Umwandlung der Metropole in eine Stadt im Grünen auf die Fahnen geschrieben hat. Mit einer Gesamtfläche von 101 Hektar umfassen die botanischen Gärten drei verschiedenartige Parks im Hafengebiet – Bay South, Bay East und Bay Central. Der Zuschlag für die Planung des 54 Hektar großen Bay South Parks ging 2006 an ein Team unter der Leitung von Grant Associates, bei dem Wilkinson Eyre Architects, Atelier One, Atelier Ten, Land Design und Davis Langdon and Seah mitwirkten.

Aufsicht vom Wintergartenkomplex

Im Zentrum des Bay South Parks befindet sich ein Komplex aus klimatisierten Gewächshäusern, die das Herzstück der Parks bilden. Die beiden Hauptgewächshäuser überspannen eine Fläche von über 20.000 m² und gehören zu den größten klimatisierten Treibhäusern der Welt. Sie sind eine spektakuläre, bei jedem Wetter begehbare Attraktion und umfassen eine 1,28 Hektar große Blumenhalle mit kühl-trockenem Klima, den Flower Dome, und einen 0,73 Hektar großen Bau mit kühl-feuchter Nebelwaldatmosphäre, den Cloud Forest. Jede Anlage hat ihren ganz eigenen Charakter, wobei ihr gemeinsamer Nenner darin besteht, dass sie sich der Pflanzenwelt der Erdregionen widmen, die voraussichtlich am stärksten vom Klimawandel betroffen sein werden.

Querschnitt »Cloud Forest«
Querschnitt »Flower Dome«

Thematisch befasst sich der Flower Dome mit den Pflanzen und Menschen in der mediterranen Klimazone und wie die in diesen Regionen kultivierten Pflanzen im Zuge der Erderwärmung in Mitleidenschaft gezogen werden. Auf einer bepflanzten Fläche von über 10.000 m²  wird Besuchern, die das ganzjährig herrschende tropische Klima und die üppig grüne Vegetation Singapurs gewohnt sind, der Wechsel der Jahreszeiten näher gebracht.

Innenansicht des »Flower Dome« Gewächshauses, Foto: Craig Sheppard

Der Cloud Forest erläutert die Beziehung zwischen der Erde und ihren Pflanzen und zeigt, wie die Erwärmung der kühlen tropischen Nebelwälder die Biodiversität gefährdet. Der Bau hat eine kleinere Fläche als der Flower Dome, ragt aber höher hinauf und verfügt über einen bepflanzten Berg, von dem ein 35 Meter hoher Wasserfall herabstürzt. Besucher können den Wald von unterschiedlichen Ebenen auf diversen Wegen mit klingenden Namen wie Nebelweg, Himmelsweg, Waldebene oder Schluchtenweg erkunden. Im Inneren des Berges zeigt eine Reihe von Ausstellungsräumen die Auswirkungen einer zunehmenden Temperaturveränderung und die nachhaltigen Technologien, die in den Gärten eingesetzt werden, während sich am Fuß des Bergs eine Schlucht mit dunklen, geheimen, in Nebel gehüllten Gärten befindet.

Innenansicht des »Cloud Forest« Gewächshauses, Foto: Craig Sheppard
Kühl-feuchte Nebelwaldatmosphäre im »Cloud Forest«, Foto: Craig Sheppard

Beide Gewächshäuser verfügen über eine duale Konstruktion aus Gitterschale und Bögen, die einen uneingeschränkten Lichteinfall auf die bepflanzten Flächen ermöglichen. Die Gitterschale ist äußerst fragil und trägt nur ihre eigene Last und das Gewicht der Glaseinsätze. Windlasten werden von den Bögen abgetragen, die über die Hülle hinausragen und im Einklang mit der Geometrie der Gitterschale strahlenförmig angeordnet sind. Diese Kombination schafft ein markantes, leichtes und stützenfreies Bauwerk, das in der Variante des flacher geneigten Flower Dome zu den größten Gitterschalen der Welt gehört.

Dachkonstruktion von innen
Dachträger von außen, Fotos: Darren Soh
Konzept zur Nutzung natürlicher Ressourcen
Sicht über die neuen Gardens by the Bay, Foto: Craig Sheppard

Bay South Garden ist auf einer aufgeschütteten Küstenzone errichtet, einem tief liegenden, flachen Gelände am Ufer der Marina Bay. Nachdem keine natürliche Landschaft gegeben ist, sollen die Gewächshäuser einen Landschaftsraum mit zwei künstlichen Landmarken bilden, die mit der Bucht und den Wolkenkratzern des dicht bebauten städtischen Umfelds in Dialog treten.

Nähere Informationen zu dem Festival und weiteren Gewinnern finden Sie unter:

World Architecture Festival

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