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Fotos: Daici Ano

Wohnen im Schuhkarton: Einfamilienhaus in Japan

Das zweistöckige Haus befindet sich in einem Vorort von Yokkaichi, einer Stadt an der Südküste Japans. Dort steht der schlichte, quaderförmige Baukörper auf einem annähernd rechteckigen Grundstück. Er ist an der Nordgrenze situiert, um eine möglichst große Gartenfläche zu ermöglichen.

Die Erschließung des Bauplatzes erfolgt von westlicher Seite. Auf Öffnungen in der Fassade verzichtet man hier – der Privatsphäre zuliebe – komplett. Die Hauptfassade ist nach Süden ausgerichtet. Im Erdgeschoss gibt es vier symmetrisch angeordnete Fenstertüren. Ihre auffälligen weißen Rahmen ergänzen das helle Erscheinungsbild des Hauses. Hinter dem westlichsten Fenster verbirgt sich außerdem der Eingang.

Ganz in Weiß präsentieren sich sämtliche Fassaden schmucklos, aber durchaus ansprechend. Verzinktes Stahlblech in vertikalen Elementen sorgt für eine Streifenoptik. Das eigentliche Highlight aber stellt das Pultdach dar. Es liegt auf der Nordwand auf und steigt in Richtung Südfassade an. Durch gleichhohe Wände entsteht ein keilförmiger, verglaster Zwischenraum, der an den aufgeklappten Deckel eines Schuhkartons denken lässt. Das Dach kragt ein wenig über die Südfassade hinaus und dient als Witterungsschutz.

Der Innenraum empfängt mit einer luftigen Atmosphäre. Freibereiche mit eingebauten Volumina aus Lärchenholz sollen an einen Wald erinnern. Die Boxen, die private Rückzugsorte darstellen, sind wie Nester zu verstehen. Zusammen mit Treppen, die ebenfalls wie eigenständige Körper wirken, funktionieren sie wie eine Substruktur innerhalb des Baus. Eine klare Zuweisung von Räumen umgeht man bewusst. Das besondere Augenmerk liegt auf den präzise ausgeführten Details. Das Holz ist auf Gehrung geschnitten. Durch das lockere Einstreuen der Holzelemente entstehen spannende Blickbezüge zwischen den zwei Ebenen. Wo Absturzsicherungen notwendig sind, kommt schlichtes Glas zum Einsatz, um die Sicht nicht einzuschränken.

Vollendet wird der offene Charakter durch die Glasflächen im Obergeschoss. Die Oberlichter zaubern spannende Einfallswinkel, die die direkte Sonne zumeist filtern und doch für lichtdurchflutete Räume sorgen.

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