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Wohnsiedlung Marilunden: energieeffizient und aussichtsreich

Kulturelle und sportliche Großereignisse geben vielen Städten Anlass, über das Tagesgeschäft hinaus neue städtebauliche Entwicklungen anzustoßen. Nicht immer gelingt das Vorhaben. In Europas Kulturhauptstadt von 2008, dem norwegischen Stavanger, trägt jetzt jedoch das Projekt „Norwegian Wood“ erste sehenswerte Früchte.

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Grafik: nonconform architektur/Eder Biesel Arkitekter

Die Reihenhaussiedlung „Marilunden“ im Süden von Norwegens viertgrößter Stadt ist ein österreichisch-norwegisches Kooperationsprojekt: Geplant wurde sie von nonconform architektur vor ort aus Wien sowie Eder Biesel Arkitekter aus Stavanger, realisiert im Rahmen des Projekts „Norwegian Wood“, das die Potenziale zeitgenössischen, energiesparenden Holzbaus in Norwegen sichtbar machen will. Insgesamt 14 Projekte vom Einfamilienhaus bis zur Holzbrücke entstanden oder entstehen noch in Stavanger und Umgebung, begleitet von Forschungsvorhaben zu Holzbaukonstruktionen und deren industrieller Fertigung.

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Foto: Eder Biesel Arkitekter

Die zehn Wohnhäuser stehen auf einem nach Westen abfallenden Baugrundstück in einem der südlichen Viertel der Stadt. Über zwei durchgehenden, halb ins Gelände eingegrabenen Betonriegeln erheben sich jeweils fünf zweigeschossige Baukörper aus Holz, die die Wohngeschosse enthalten. Zwischen den beiden leicht gekrümmten Häuserzeilen entsteht ein verkehrsberuhigter Freibereich für die Anwohner. Das Entwurfsziel der Architekten war eine fein austarierte Balance aus Dichte und Auflockerung: Terrassen über dem Sockelgeschoss verbinden die Häuser miteinander, doch die Höhenstaffelung am Hang sowie die Zwischenräume zwischen den einzelnen Häusern erlauben aus allen Wohnräumen den Blick ins Tal.

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Grafik: Eder Biesel Arkitekter

Die Obergeschosse kragen zu beiden Richtungen weit über den Sockel aus. Dennoch gelangt die tief stehende Abendsonne von Westen bis in die Untergeschosse, die von den Wohnungen abgetrennt und separat als Einliegerwohnungen oder Büros genutzt werden können. Im Osten entsteht unter der Auskragung ein wettergeschützter Stellplatz fürs Auto. Zwei der drei Etagen sind mit dem Rollstuhl erreichbar und wurden barrierefrei eingerichtet.

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Foto: nonconform architektur

Die Wohnanlage wurde nach der norwegischen Energieklasse „A“ ausgeführt, der fordert, dass der Heizwärmebedarf unter 45 kWh/m2a und der Gesamtenergiebedarf unter 75 kWh/m2a liegen muss. Außenwände und Dach bestehen aus einer Holzrahmenkonstruktion mit eingeblasener Holzfaserdämmung. Fenster mit Dreischeiben-Isolierverglasung und überdämmten Rahmen sowie bis ins Fundament hinein kerngedämmte Betonwände im Untergeschoss tragen ebenfalls zum geringen Energiebedarf bei. Beim "Blower-Door-Test" erreichten die Gebäude einen Luftwechsel von weniger als 0,1/h. Zum Gebäude-Energiekonzept gehören eine mechanische Lüftung mit Wärmerückgewinnung sowie Luft/Wasser-Wärmepumpen auf dem Dach jedes Hauses, die warmes Wasser in eine Fußbodenheizung einspeisen.

Alle für den Bau der Häuser verwendeten Materialien – darunter die Fassadenverkleidung aus Kiefernholz - wurden im Rahmen des „Norwegian Wood“-Projekts auf ihren Energieverbrauch bei Produktion und Transport sowie ökologische Materialeigenschaften hin überprüft.

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Zeichnung: Eder Biesel Arkitekter
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Grafik: Eder Biesel Arkitekter
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