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Foto: René de Wit

Würfel, Quadrat, Riegel: Museumserweiterung in Kerkrade

Eine Haltestelle am Stadtrand, ein paar unspektakuläre Bahnsteigdächer – viel mehr baulichen Aufwand betrieb die niederländische Stadt Kerkrade bisher nicht, um Bahnreisende willkommen zu heißen. Doch direkt neben dem Bahnhof ist in den vergangenen Jahren ein kultureller Anziehungspunkt entstanden. Der »Museumplein Limburg« umfasst seit seiner Erweiterung drei Häuser: Zum Technikmuseum »Continium« gesellen sich nunmehr auch das Designmuseum »Cube« und das Planetarium »Columbus« nach Entwürfen des Rotterdamer Büros Shift Architecture Urbanism.

Nicht nur in puncto Formgebung, auch bei der Plangrafik der Architekten erinnert vieles an dem Neubau an frühe Koolhaas-Bauten: Einfache, stark kontrastierende Formen – ein Kubus, ein schwebender Riegel und eine Betonkuppel – sind zu einer spannungsreichen Collage gefügt, die die sehr unterschiedlichen Inhalte der Neubauten unterstreicht. Doch die drei Volumina sind lediglich die sprichwörtliche Spitze des Eisbergs: Der größte Teil der 7500 m2 großen Neubauten liegt unter der Erde.

»Das beste Element des bestehenden Museums, der vertiefte Platz, wird unter dem gesamten Neubau weitergeführt«, beschreiben die Architekten ihr Konzept. »So entsteht ein weitläufiges Souterrain, das alle Teile des Museumsquartiers miteinander verbindet.« Neben dem neuen Museumsplatz befinden sich im Souterrain die zentrale Eingangshalle, ein Restaurant, ein Patio sowie zwei Zugangstunnel, die zum Designmuseum und zum Planetarium führen.

Der Museumsplatz wird als Zentrum des neuen Museumsquartiers für Freilichtausstellungen und andere Veranstaltungen genutzt. Die Eingangshalle befindet sich unter der schwebenden Masse des Balkens, in dem weitere gemeinschaftliche Funktionen der drei Museen – darunter Büros, Besprechungsräume und Toiletten – untergebracht sind. Zwei monumentale Treppen führen vom Bahnhof und von der Stadt hinunter zum Museumsplatz. Wie auch alle Wände und Böden im Souterrain bestehen sie aus rot durchgefärbtem Sichtbeton. Das soll den komplexen Räumen Zusammenhalt verleihen und an die Bergbauvergangenheit der Stadt Kerkrade erinnern.

Das Designmuseum »Cube« ist in einem mit gefaltetem, beschichtetem Stahl verkleideten Kubus untergebracht. Sein Eingangsgeschoss ist verglast und leicht zurückgesetzt, sodass der Oberbau zu schweben scheint. Es enthält eine Galerie für Wechselausstellungen; in den oberen Geschossen ist Platz für weitere Ausstellungen und Workshops. Die oberste Etage beherbergt einen Multifunktionsraum mit Aussicht über die Limburger Hügellandschaft. Um das Haus zu bespielen, kooperiert die Museumsleitung unter anderem mit dem Red Dot Institut, dem Londoner Design Museum und dem Cooper-Hewitt Museum in New York.

Bei dem (aus Spritzbeton gefertigten) Kuppelbau »Columbus« handelt es sich um ein sogenanntes »Earth Theatre« oder inverses Planetarium, bei dem die Gäste die Erde aus der Astronautenperspektive betrachten. Im unteren, in die Erde eingegrabenen Gebäudeteil befindet sich eine halbkugelförmige Projektionsleinwand mit 16 Metern Durchmesser, auf die von oben projiziert wird. Die Besucher stehen auf zwei Rängen darüber. In der oberen Hälfte der Kugel befindet sich ein 3-D-Kino.

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Weitere Informationen:

Architektur und Städtebau: Shift Architecture Urbanism, Rotterdam
Projektarchitekten:
Thijs van Bijsterveldt, Oana Rades, Harm Timmermans
Mitarbeiter: Pieter Heymans, Rene Sangers, Davide Prioli, Thomas Grievink, Dalia Zakaite, Irgen Salianji, Mariya Gyaurova

Tragwerksplaner: ABT, Delft und Van de Laar, Eindhoven
Brandschutz und Bauantrag: Bureau Bouwkunde, Rotterdam
TGA-Planung:
Bremen Bouwadvies, Heerlen
Baumanagement:
Bremen Bouwadvies, Heerlen
Bauunternehmen: Mertens Bouwbedrijf, Weert
Ausführung TGA: Spie, Elsloo 

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