You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Rijswijk, Jean Nouvel, Dam & Partners

Zehn Hektar Glas: Europäisches Patentamt in Rijswijk

Ein »Flaggschiff« sollte sie werden, die Zweigniederlassung des Europäischen Patentamts in Rijswijk bei Den Haag. Jean Nouvel vergleicht den Neubau, den er gemeinsam mit Dam & Partners realisiert hat, denn auch mit einem Dampfer aus Glas, der weithin sichtbar über die flache Polderlandschaft an der niederländischen Küste schippert. Passend zu diesem Bild wird rings um das gläserne Bürohaus derzeit ein 16.300 m2 großes Wasserbecken angelegt. 2020 sollen die Arbeiten an den Außenanlagen abgeschlossen sein – und auch das benachbarte Hochhaus, in dem die Mitarbeiter der Behörde bisher ihren Dienst versahen, dürfte bis dahin zurückgebaut sein.

Das Auffallendste an dem Bürohaus ist sicher seine ungewöhnliche Form: 156 m lang, 107 m hoch, aber zwischen den beiden inneren Fassaden nur gut 14 m tief. Außen schließen sich daran freilich nochmals rund 10 m Fassadenzwischenraum an – davon allein bis zu 8 m zur nahe gelegenen Autobahn auf der Südostseite. Die Architekten nutzten diesen Pufferraum, um darin knapp 200 Pflanztröge auf allen Ebenen des Gebäudes unterzubringen. Über das begrünte Dach breitet sich eine verglaste Pergola mit 825 m2 integrierten Photovoltaikmodulen.

In dem 27-geschossigen Neubau finden knapp 2000 Mitarbeiter Platz; in den beiden unteren Geschossen gibt es eine Kantine, Schulungs- und Besprechungsräume. Der viergeschossige Flachbau „The Hinge“ südlich davon beherbergt weitere Konferenzräume, einen Fitnessbereich und zusätzliche Flächen für das Betriebsrestaurant.

Um Bauzeit zu sparen und Lärm zu vermeiden, wählte das Planungsteam für das Hochhaus eine Stahlskelettkonstruktion und nicht, wie bei Gebäuden dieser Größe auch in den Niederlanden üblich, die Stahlbetonbauweise. Stahlstützen im Achsraster von 9 m hinter den Fassaden tragen die Vertikallasten. Sechs gebäudehohe Rahmenkonstruktionen aus Stahl – je zwei an jedem Erschließungskern und je eine an den beiden außenliegenden Fluchttreppenhäusern – wirken den enormen Windkräften entgegen, die auf die beiden Längsfassaden des Hauses einwirken.

Kurze Werbepause

Weitere Informationen:

Landschaftsarchitekten: Copijn, Utrecht
TGA-Planung: Croonwolter&dros, Rotterdam + Deerns, Rijswijk
Bauunternehmen: TBI Consortium New Main, bestehend aus J.P. van Eesteren und Croonwolter&dros
Bauphysik, Brandschutz, Akustik: Peutz, Zoetermeer

Aktuelles Heft
DETAIL 7+8/2019
DETAIL 7+8/2019

Architektur und Wasser

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.