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C.F. Møller Architects, Kopenhagen, Carlsberg

Zeitgemäße Traditionspflege: Carlsberg-Hauptverwaltung von C.F. Møller in Kopenhagen

Es wird noch einige Jahre dauern, bis vom Carlsberg-Areal im Westen Kopenhagens die Baukräne verschwunden sind. 2008 stellte der Getränkekonzern dort den Brauereibetrieb ein; seither wird das Areal zu einem gemischt genutzten Viertel mit Wohnen, Büros und Kultureinrichtungen umgestaltet. Seine Hauptverwaltung hat Carlsberg jedoch hier belassen – und in den letzten Jahren sogar neu errichtet: Schon 2008 hatten C.F. Møller den Architektenwettbewerb gewonnen, nun ist der Neubau für rund 500 Mitarbeiter fertig geworden. Drei in der Höhe gestaffelte Büroflügel umgeben ein zentrales, über alle fünf Etagen reichendes Atrium. Der westliche Flügel überbrückt zudem die J.C. Jacobsens Gade und gibt dem ganzen Areal so seinen markanten westlichen Abschluss.
Benannt ist die Straße nach dem Firmengründer. Die Villa seines Sohns Carl ist auf dem Grundstück bis heute erhalten geblieben. Ein zweites herrschaftliches Wohnhaus musste dem neuen Verwaltungsgebäude weichen. Der bislang firmeninterne Garten der Villa ist nun erstmals der Öffentlichkeit zugänglich.

Mit ihrem Mix aus offenen Arbeitsbereichen, sogenannten Touchdown-Workstations im Erdgeschoss und rund um das Atrium sowie geschlossenen Räumen für Besprechungen und Kleingruppenarbeit entsprechen die Bürogrundrisse zeitgenössischen Standards. Die Fassaden erinnern auf den ersten Blick an jene des 2017 fertiggestellten Maersk Tower in Kopenhagen: Profile aus Kupfer-Verbundblechen rahmen die einzelnen Fassadenfelder, die ihrerseits teils mit Glas und teils mit gelochten Kupferblechen ausgefacht sind. Die Fenster lassen sich mithilfe von Jalousien im Scheibenzwischenraum verschatten. Für die Bleche wurde 50% Recyclingmaterial verwendet, die Lochung ist stilisierten Hopfenblättern nachempfunden.

Traditionspflege betrieben die Architekten auch in der Freiraumgestaltung: Ein zum Kanal mit Wasserfall stilisierter Bach grenzt die firmeninterne Fassade vom öffentlichen Garten ab. Er soll an die hier entspringende Quelle erinnern, derentwegen Carlsberg sich einst an dem Standort ansiedelte. Gespeist werden die Wasserbecken mit Regenwasser vom Gebäudedach, das teils begrünt und teilweise mit einer Photovoltaikanlage belegt wurde. Und noch ein Relikt aus der Firmenhistorie lässt sich auf dem Grundstück besichtigen: ein weiß gestrichener Rundbau diente Carl Jacobsen einst als Eisspeicher für sein Wohnhaus, bevor er sich dort den ersten industriell hergestellten Kühlschrank für den Privatgebrauch in Dänemark installieren ließ.

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