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Haindl + Kollegen

Zeitzeugen eines Architekturjahrhunderts

Man möchte meinen, eine bittere Stunde für Friedrich Carl Haindl. Doch es überrascht, wie der Familienunternehmer und Architekt mit der Übergabe und dem Loslassen umgeht. Das liegt sicher zum einen daran, dass er in den drei neuen Geschäftsführern, Marcus Scholz, Michael Weinbrenner und Georg Dordea das Fortführen der bisherigen Philosophie gesichert sieht. »Man muss es an Leute geben, wo man denkt, dass es in dem Sinne weitergeht, wie es bisher war«, erklärt Friedrich C. Haindl seine Entscheidung. Das ist ein Glücksfall und der Name Haindl bleibt zudem erhalten. Allerdings unter der Firmierung Haindl und Kollegen.
Dieser Aufgabe sehen sich rund 27.000 Familienunternehmen jedes Jahr gegenüber und nicht immer funktioniert es so reibungslos. Eine häufige Ursache ist das nicht rechtzeitige und vollständige Abgeben der Führung.

Ganz loslassen kann auch Friedrich C. Haindl nicht. So vieles in der Geschichte der Architektur hat er erlebt. Ein unbezahlbarer Erfahrungsschatz, das wissen auch die Geschäftsführer. Gern partizipieren sie von seinem umfangreichen Wissen, welches noch in manches heutige Projekt mit einfließt. Die HEP-Schule in Lauterhofen, wo kurzlich das Richtfest stattfand, ist eines davon. Hier stammt der Ursprungsentwurf aus seiner Feder.

Ein großes Anliegen ist ihm das Bauen für ältere und körperlich eingeschränkte Menschen. Die soziale Baukultur ist seit Ende der 1960er-Jahre ein Kern des Wirkens der Haindl Generationen und gleichfalls ein wichtiger Eckpfeiler, der auch in der Firmenphilosophie des heutigen Architekturburos Haindl + Kollegen fest verankert ist. Von jeher war es die Intension, für diese benachteiligten Personen eine gesunde Umgebung zu bieten, in der sie möglichst in großer Selbständigkeit ihren Alltag meistern lernen. Das wollen wir mit einer optimalen Funktionalität und hilfegebender Architektur erreichen, fügt Markus Scholz hinzu.

Unternimmt man mit Architekt Haindl einen Streifzug durch die Architektur der letzten 100 Jahre, gab es für ihn viele Meilensteine. Resümierend fällt ihm das Beispiel moderner Kommunikationsmittel ein. Sein Großvater und Vater waren oft wochenlang unterwegs, um die Baustelle vor Ort betreuen zu können. Heute geht das Versenden von Plänen, ohne sich von A nach B bewegen zu müssen. Das hat die Art des Arbeitens doch sehr verändert, ist sich Haindl sicher.

Interessant ist nach seiner Meinung nach auch das Verwenden neuer Materialien, die andere Möglichkeiten in der Konstruktionsweise eröffneten. Erst mit Stahlbeton und Stahl konnten große Dächer mit weiten Spannweiten konstruiert werden, mit Holzkonstruktionen war das so nicht möglich.
Das Experimentieren mit neuen Materialien barg leider auch den Nachteil, dass sich das Feld der Bausünden deutlich erweiterte. Nach seinen Kriterien meint er in nahezu jeder Stadt solche Fehlplanungen ausmachen zu können. Seine Bemerkung weist durchaus auch auf einige seiner Kollegen hin, die sich mit auffallenden Gebäuden eher ein Denkmal setzen wollen. Seine Vorstellung von gelungener Architektur ist eher ruhig und unaufgeregt. Ehrgeiz wecken vor allem Bauvorhaben, bei denen mit engen Vorgaben Räume entstehen sollen, die über den normalen Baukubus hinausgehen. Mehr Raumwirkung zu erschaffen, ist gestalterisch eine große Herausforderung, fügt Haindl hinzu und freut sich auf die kommenden Projekte.


Das ausführliche Interview lesen Sie unter...
http://www.haindl-kollegen.de/fileadmin/user_upload/presse/Interview_Friedrich_Haindl_final.pdf

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