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Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE) in Stuttgart

Ben van Berkels Entwurf für das Laborgebäude setzt in vielerlei Hinsicht Maßstäbe. Das Gebäude besticht äußerlich durch seine eindrucksvolle Architektur und ist innen mit zukunftsweisenden Laboren und Bürowelten ausgestattet. Aufgrund vorbildlicher Effizienz, Umweltfreundlichkeit und Ressourcenschonung erhielt das ZVE das DGNB Zertifikat in Gold.

Architekten: UNStudio und ASPLAN Architekten bda
Ort: Fraunhofer IAO, Nobelstraße 12, D-70569 Stuttgart

Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE) in Stuttgart
Fotos: Christian Richters
Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE) in Stuttgart

Pilotforschung am eigenen Objekt
Von Anfang an waren Experten des Fraunhofer IAO in interdisziplinären Projektteams mit den Architekten von UNStudio und ASPLAN an der Konzeption und Umsetzung des Neubaus beteiligt. »Wir haben den Planungs- und Bauprozess des Gebäudes kontinuierlich dafür genutzt, unser wissenschaftliches Know-how in den Bereichen Virtual Engineering und Workspace Innovation einzusetzen und zu vertiefen. So sind im Rahmen des Bauprozesses sogar verschiedene Forschungsprojekte entstanden, z. B. im Bereich der Beleuchtungstechnik«, erläuterte Institutsleiter Prof. Dieter Spath.

Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE) in Stuttgart
Pläne: UNStudio
Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE) in Stuttgart
Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE) in Stuttgart
Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE) in Stuttgart
Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE) in Stuttgart

DGNB-GOLD für Nachhaltigkeit
In Sachen Nachhaltigkeit konnte das neue Gebäude zahlreiche Pluspunkte sammeln: Das Energiekonzept basiert auf einer Geothermieanlage mit mehreren 170 m langen Erdsonden – diese liefern im Sommer Kälte und im Winter Wärme. In die Decken eingelassene Kühlschlangen sorgen durch die sogenannte »Betonkernaktivierung« für die Klimatisierung. »Hohlkörperdecken«, also in Beton eingebettete, luftgefüllte Kugeln, machen die Decken leicht, ohne ihre Tragfähigkeit zu mindern. Innovative Gebäudeautomatisierung regelt auch Wärme, Kälte, Lüftung und Licht. Der Tank der Sprinkleranlage wird als Energiespeicher für Abwärme aus dem Gebäude genutzt, z. B. von den Rechnerräumen oder den Hochleistungsprojektoren der Virtual-Reality-Labore. Ein Energiemess- und -monitoringsystem analysiert die Wirkung der verschiedenen Maßnahmen.

Balance zwischen Büros, Labors und öffentlichen Zonen
Als Vertreter der beiden beteiligten Architekturbüros ASPLAN und UNStudio, erläuterte Prof. Ben van Berkel die Vision des ZVE: »Das ZVE des Fraunhofer IAO wurde als neuartiger Prototyp konzipiert, der zeigen soll, wie man das zeitgenössische Konzept des Arbeitsplatzes architektonisch umsetzen und so zu neuen Arbeitsmethoden für die Zukunft anregen kann. Die traditionelle Gliederung von Bürogebäuden in Einzelbüros wird weitgehend ersetzt durch ineinander fließende Arbeitsräume mit vielfältigen Sichtbezügen, Bereichen für spontane Treffen und geplante Besprechungen und flexiblen »Versuchsbüros« mit gemeinschaftlich genutzten Arbeitsplätzen. Kommunikation ist der Schlüssel für neue Arbeitsabläufe und wir haben das ZVE des Fraunhofer IAO so gestaltet, dass es diese auf allen Ebenen durch Architektur fördert.«

Prof. Spath setzt auf die Wechselwirkung zwischen Arbeitsstätte und Forschungstätigkeit: »Mit dem ZVE zeigen wir, dass die richtige Arbeitsumgebung nicht nur Produktivität und Effektivität, sondern auch Kreativität und Ideen fördert.«

Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE) in Stuttgart
Fotos: Christian Richters
Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE) in Stuttgart

Forschungsplattform für übermorgen
Zwei Drittel der Fläche wird für Labore und Demonstrationszentren genutzt, konzipiert für die Erforschung, Entwicklung und Erprobung von Virtual-Reality-Technologien, innovativen Arbeits- und Bürokonzepten, Urban Living und E-Mobility. »Wir schaffen neue Welten, in denen man innovationsfokussiert arbeiten kann und sich wohl fühlt«, so Dr. Wilhelm Bauer, dessen Vision für ein »Haus der Wissensarbeit« maßgeblich für die Konzeption des Institutsneubaus war.

Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE) in Stuttgart
Fotos: Christian Richters
Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE) in Stuttgart

Finanziert wurde das 14 Millionen-Projekt je zur Hälfte von Bund und Land, wobei auf Landesseite die Finanzierung aus der Zukunftsoffensive III (Mittel der Baden-Württemberg Stiftung) erfolgte. Etwa vier Millionen Euro davon flossen in die Erstausstattung. Über 200 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft feierten am 20. Juni 2012 die Eröffnung des »Zentrum für Virtuelles Engineering (ZVE)« des Fraunhofer IAO in Stuttgart.

Am Samstag, 30. Juni 2012, kann sich jedermann einen Eindruck der hochmodernen Labore, Büroräume und Demonstrationsflächen machen: Am Tag der Wissenschaft und anlässlich des Landesjubiläums ist das ZVE von 11 bis 17 Uhr für die Öffentlichkeit zugänglich.

Programm mit Labor-Highlights


Bauherr
Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e.V.

Architekten
Ermel Horinek Weber ASPLAN Architekten bda, Kaiserslautern
UNStudio van Berkel & Bos, Amsterdam

Fachplaner
Vermessungstechnik: Vermessung Hils
Haustechnik (HLKS): Rentschler und Riedesser
Elektrotechnik: Müller & Bleher
Tragwerksplanung: BKSI
Freianlagenplanung: Gänßle & Hehr
Brandschutz: Halfkann & Kirchner
Baubegleitendes Facility Management: Scholze Gruppe – ScholzeConsulting GmbH
Bauphysik: Brüssau Bauphysik GmbH
DGNB-Auditor: KOP

Objektdaten
Grundstücksfläche: 2.444 m²
Gebäudevolumen: 27.221 m³
Bruttogeschossfläche BGF: 5.782 m²
Hauptnutzfläche (HNF): 3.220 m²
Geschosse: 5 (inkl. Kellergeschoss)

Baukosten: 14 Mio. Euro inkl. Erstausstattung
Grundsteinlegung: 16. November 2009
Eröffnung: 20. Juni 2012

Stichworte:
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