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Zerstörungsästhetik trifft Energieeffizienz: "Pushed Slab" von MVRDV in Paris

Mit dem Projekt „Pushed Slab“ am Gare de Rungis im Südosten von Paris wollen der Projektentwickler ICADE Promotion und die Architekten MVRDV Neuland betreten: Das Bürogebäude soll zu den energieeffizientesten gehören, die bislang in Frankreich errichtet wurden.

pushed slab, paris, mvrdv
pushed slab, paris, mvrdv
Renderings: mvrdv

Der langgestreckte Baukörper der „Pushed Slab“ in der Zone d?aménagement concerté (ZAC) Gare de Rungis vermittelt zwischen zwei völlig unterschiedlichen urbanen Strukturen: der dichten Stadt mit Blockrandbebauung im Norden und der eher unregelmäßigen und locker bebauten, von großen Verkehrskorridoren bestimmten suburbanen Struktur im Süden. Wie für investorenfinanzierte Bürobauten üblich, galt für den Neubau die Forderung nach größtmöglicher Flexibilität. Das Gebäude enthält drei Erschließungs- und Infrastrukturkerne und kann so ohne strukturelle Änderungen an einen oder mehrere Nutzer vermietet werden.

Der Bebauungsplan sah für das Grundstück auf einem ehemaligen Bahngelände die Form eines 150 Meter langen und 21 Meter breiten Riegels vor. MVRDV fügten in diesen eine Öffnung ein, um den Durchblick auf ein benachbartes, denkmalgeschütztes Gebäude zu erhalten. Eben diese Öffnung wurde zum wichtigsten Gestaltungselement des Entwurfs: Bildlich gesprochen, „bricht“ der Riegel an der Stelle des Durchblicks und fasert wie ein Stück Holz in geschossweise Vor- und Rücksprünge sowie Freiterrassen auf, die direkt von den Büroebenen, aber auch über Freitreppen erreichbar sind. Die größte Terrasse im zweiten Obergeschoss sowie die Balkone werden mit Bäumen in Pflanzkübeln begrünt.

Das Gebäude besitzt zwei Fassadentypen: einen ruhigeren, der mit der Stadt im Norden kommuniziert und einen dynamischer gegliederten, der nach Süden weist. Das Fassadenmaterial ist Holz aus zertifizierten französischen Quellen. Das Gebäude wird natürlich belüftet und wird durch 1500 m2 Photovoltaikmodule auf dem Dach mit Strom versorgt. Eine Grauwasserrecyclinganlage soll helfen, den Wasserverbrauch zu senken.

Alle energetischen Maßnahmen ergeben für das 19.000 m2 große Gebäude im Zusammenspiel einen Energiebedarf von 49 kWh/m2a. Die Eigenproduktion an Energie beluft sich auf 200.000 Kilowattstunden. Der Baubeginn für das 35 Millionen Euro teure Objekt soll 2011 stattfinden.

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