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Zukunftsforschung

Masterstudiengang an der Freien Universität Berlin

Studierende aus über 15 unterschiedlichen wissenschaftlichen Studiengängen starteten Mitte Oktober den zweiten Jahrgang des Masterstudiengangs "Zukunftsforschung" der Freien Universität Berlin. Zukunftsforschung beschäftigt sich mit möglichen, wahrscheinlichen und wünschbaren zukünftigen Entwicklungen. Denn auch wenn sich die Zukunft nicht vorhersehen lässt, zeichnen sich doch schon heute wichtige Entwicklungsstrukturen in ihren Grundzügen ab. Die Leitplanken des Möglichen, Wahrscheinlichen und Wünschenswerten sind in diesem Sinn durch wissenschaftliche Verfahren und im gesellschaftlichen Diskurs bestimmbar. Dies ist die Aufgabe der Zukunftsforschung, heißt es zum Selbstverständnis des Studiengangs.

Zukunftsforschung ist in bestimmten Bereichen wie der Klimaforschung oder der Technikfolgeabschätzung mittlerweile zu einem wichtigen Instrument geworden. Aber auch gesellschaftliche Entwicklungen wie die Zukunft des Bildungssystems oder die Veränderung der politischen Partizipation sind Felder, in denen Zukunftsforschung sinnvoll eingesetzt werden kann. Sie dient dazu, Wissen über soziale, ökonomische, ökologische, politische, kulturelle und technische Zukunftsvorstellungen und Entwicklungsmöglichkeiten zu liefern.

Die zunehmende Komplexität hochentwickelter globalisierter Gesellschaften ist nur ein Grund für die wachsende Unsicherheit in Hinblick auf die Frage, wie die Zukunft gestaltet werden kann. Dabei müssen auch die nicht beabsichtigten Folgen menschlichen Handelns berücksichtigt werden. Der Klimawandel ist nur ein Beispiel dafür, warum der Bedarf an einer wissenschaftlich fundierten Auseinandersetzung mit der Zukunft, ihren Optionen und Perspektiven wichtig ist. Ziel des Studiengangs ist es, die Zukunftsforschung als Wissenschaftsdiziplin zu etablieren, denn momentan ist sowohl der Begriff als auch der Status der Zukunftsforschung noch immer umstritten. Zukunftsforschung ist dabei in erster Linie als eine Ergänzung zu verstehen. Sie ergänzt auf der einen Seite das Instrumentarium der empirischen Sozialforschung um Methoden, die es ermöglichen, faktenbasierte Einschätzungen zur zukünftigen Entwicklung zu erheben. Auf der anderen Seite ist sie stärker als zum Beispiel die rekonstruktive Forschung der Generierung von Handlungs- und Orientierungswissen verpflichtet. So erweitert die Zukunftsforschung das Spektrum der Methoden der Politik- und Unternehmensberatung.

Das Ziel des Masterstudiengangs ist es, die Techniken wissenschaftlichen Arbeitens in der Zukunftsforschung zu vermitteln und gleichzeitig einen starken Bezug zur Praxis herzustellen. Die Methoden beinhalten sowohl quantitative als auch qualitative Ansätze, dazu zählen etablierte Methoden wie Delphi-Technik, Szenario-Methode, Cross-Impact Analyse, kultur- und sozialwissenschaftliche Theoriebildung, Reflexion und Modellentwicklung. Daneben werden aber auch ständig neue Methoden entwickelt, etwa die Leitbildanalyse oder das Gesellschaftsdelphi. In der Anwendung wird in der Regel auf Triangulation & Mixed-Methods-Ansätze zurückgegriffen, um die Perspektive durch den Einsatz mehrerer Methoden zu erweitern.

Zukunftsforschung ist dabei ausdrücklich inter- und transdisziplinär. Forscherinnen und Forscher aus Pädagogik, Soziologie, Psychologie, Politikwissenschaft, Sprachwissenschaften und Ökonomie, Ingenieurswissenschaften treffen in ihren Projekten auf politische Entscheidungsträger, sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Zivilgesellschaft und Wirtschaft oder Leitende und Lehrende von öffentlichen Einrichtungen. Die Forschung selbst basiert auf partizipativen und teamorientierten Prozessen.

Der Masterstudiengang Zukunftsforschung ist eine Initiative des Arbeitsbereichs Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung der Freien Universität Berlin unter der Leitung von Prof. Dr. Gerhard de Haan und wurde in Kooperation mit verschiedenen Institutionen und Einzelpersonen aus dem "Netzwerk Zukunftsforschung" entwickelt. Die ersten Zukunftsforscher werden ihren Master im Sommer 2012 abschließen.

Weitere Informationen zum Studiengang und den Inhalten finden Sie hier

Bildrechte: Freie Universität Berlin, Arbeitsbereich Erziehungswissenschaftliche Zukunftsforschung, Foto: David Ausserhofer

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