You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Aberrant Architecture, London, Victoria and Albert Museum

Zum Lachen zumute: Ausstellungsdesign von Aberrant Architecture

Das Victoria and Albert Museum in London hat 2001 eine große Fläche mit ehemaligen Lagerräumen als Ausstellungsräume zugänglich gemacht. In diesen sogenannten British Galleries strahlen nun neuerdings zwei Räume in leuchtenden Farben. Sie liegen direkt übereinander und sind durch einen kreisrunden Ausschnitt in der Decke visuell miteinander verbunden. Im unteren Raum hat die Ausstellung „Laughing Matters“ ein permanentes Zuhause gefunden. Sie untersucht britische Eigenheiten unter dem Aspekt der Komik.

Auch die Gestaltung basiert auf etwas essenziell Britischem. Für den Entwurf hat sich Aberrant Architecture mit dem V&A Design Team zusammengetan und vom Designer und Innenarchitekten David Hicks inspirieren lassen. Der kombinierte vor allem in den späten 60er-Jahren in kräftigen Farben antike mit modernen Elementen. Gerade in dieser Gleichzeitigkeit sehen die Architekten das Wesen der Briten repräsentiert. Thematisch gliedert sich die Ausstellung in vier Teile; jedem Abschnitt ist eine Raumecke zugewiesen. In Wandvitrinen mit Rundbögen und einem Fries, das Möbel des Neoklassizisten Robert Adams referenziert, werden die Exponate präsentiert. Jede Ecke leuchtet dabei in anderen Farben; sie alle entspringen dem gleichen kräftigen und doch pastelligen Spektrum. Mittig steht ein Sitzmöbel mit vier Plätzen. Jeder Platz orientiert sich in eine andere Richtung; über alte Telefonhörer können sich die Besucher individuell Inhalte anhören, während sie die gegenüberliegenden Objekte betrachten. Das helle Weißeichenfurnier des Möbelstücks kontrastiert mit den farbig gestrichenen Vitrinen.

Der darüber gelegene Raum ist so etwas wie das Wohnzimmer des Museums. Hier bietet das Victoria and Albert Museum verschiedenste Aufenthaltsmöglichkeiten von Arbeitstischen mit Stromanschluss über Sitzstufen, eine gepolsterte Rampe bis hin zu einer Spielecke für Kinder. Sogar ein den Ausstellungsvitrinen nachempfundenes Möbelstück wird dank einer Sitznische zum Rückzugsort. Die Farbgebung entstammt der Ausstellung. Durch eine Pulverbeschichtung strahlen die Metallgestelle der Tische sonnengelb; die Oberflächen von Hockern und Tischen sind mit farbigem Linoleum bezogen. Im kreisrunden Luftraum im Zentrum des Raumes ist Cornelia Parkers Installation „Breathless“ inszeniert – flach gepresste Posaunen, Trompeten und andere Blechblasinstrumente hängen dort punktsymmetrisch angeordnet von der Decke.

Kurze Werbepause

Weitere Informationen:

Entwurfszeitraum: August – Dezember 2018
Bau: Dezember 2018 – März 2019
Team: Kevin Haley, David Chambers (Aberrant Architecture) mit Sam Brown (V&A Design Team)
Grafikdesign: Studio Makgill
Lichtdesign: DHA Design
Bauunternehmen: Jon Lloyd Construction

Aktuelles Heft
DETAIL 12/2019
DETAIL 12/2019

Sanierung, Erweiterung, Rekonstruktion

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.