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200 Hits, Korbut Asse, Yuri Palmin

200 Hits per Minute

Die Ausstellung, die letztes Jahr im Moskauer Modern Art Museum zu sehen war, war dem kulturellen Phänomen der Schreibmaschine in der russischen Kultur des 20. Jahrhunderts gewidmet: der Schreibmaschine als einem Designobjekt, dem Werkzeug zur Erschaffung von Literaturwerken, einem künstlerischen Objekt oder einem Konzeptkunstgegenstand. In jedem der vierzehn Museumssäle war ein bestimmter der zahlreichen Aspekte zu bewundern.

Eine große Regalwand mit den Schreibmaschinen aus der Sammlung des Polytechnischen Museums empfing die Besucher am Anfang des Rundgangs. Der Antagonismus aller Erzeugnisse des industriellen Zeitalters wurde hier thematisiert: die Einheit des neuen Massenindustrieprodukts in der Vielfalt der verschiedenen Modelle. Die Manuskripte und die Schreibmaschinen, die den bekannten Schriftstellern und Dichtern gehörten, waren in den weiteren Sälen zu sehen; die Rolle von der meistens weiblichen Gehilfin und Geliebten des Dichters wurde durch ausgewählte Gegenstände vermittelt.

Auch das erste gesamte Typoskript des seinerzeit verbotenen Romans »Leben und Schicksal« von Vassili Grossman wurde hier zum ersten Mal ausgestellt. Hunderte von Blättern auf einer überdimensionierten Tischfläche symbolisierten den gigantischen Umfang der gemachten Arbeit. Die Schreibmaschine wurde als Symbol des jahrzehntelangen Kampfes gegen die Zensur des totalitären Sowjetstaates inszeniert.

Die Schreibmaschine gehört heute endgültig der Vergangenheit an. Aber noch bevor sie ihres praktischen Sinnes beraubt wurde, wurde sie zum Mittel der Kunstproduktion. Am Ende der Ausstellung wird die Schreibmaschine als Kunstgegenstand selbst interpretiert.

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