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Autodesk University in Las Vegas - Tag 4

 

The Show must go on: Während im zweiten und dritten Stock des Konferenzzentrum noch die Architekten, Bauingenieure, Stadtplaner und Maschinenbauer von einem zum nächsten Workshop eilen wird im Erdgeschoss schon der alljährliche Cowboymarkt aufgebaut. Die Dichte an Stetson-Trägern nimmt spürbar zu, selbst unter den AU-Teilnehmern hat heute der ein oder den Hut auf. „Morgen, wenn die Konferenzteilnehmer auf dem Heimweg sind, wimmelt hier es nur so von Cowboys. Die kommen wegen der Rodeos. Bis zum 11. Dezember ist da in Las Vegas die Hölle los“, antwortet mir einer der AU-Guides auf meinen fragenden Blick. In dieser kuriosen Stadt liegen Folklore und Kitsch, Kommerz und Entertainment dicht beieinander...

Den letzten Tag der Autodesk Univerity habe ich genutzt, um noch ein paar Seminare zu besuchen. „Get your head into the Cloud“ lautete der Titel einer der Workshops. In ihm wurden die Vor- und Nachteile der Verlagerung von Informationen in die Wolke diskutiert, im speziellen von Projektinformationen und CAD-Softwareinstallationen – also auf externe Server, die irgendwo auf der Welt stehen und auf denen man Speicherplatz anmieten kann. Einige der Teilnehmer lassen wie sich herausstellte, sogar ihre Daten-Backups über Internet-Dienste (z.B. von Amazon, Google oder Microsoft), laufen.

Ein eigener Backupserver wird damit überflüssig. Skepsis bleibt, wenn ich mir vorstelle, dass komplette Projekte damit auf einem x-beliebigen Server, irgendwo auf der Welt landen. Wer, außer mir hat dann noch Zugriff auf meine Projektdaten, die durchaus auch vertraulich sind? Darüber wurde allerdings nicht gesprochen. Datenschutz scheint – anders als in Deutschland – in den Staaten kein großes Problem zu sein.

Alle CAD-Softwarehersteller haben inzwischen die Wichtigkeit der Studenten erkannt, zum einen als potenzielle Neukunden und zum anderen aber als anspruchsvolle und kritische Nutzer. Das zeigt sich auch daran, dass die großen Softwarehäuser ihre Programme inzwischen als kostenlose Studentenversionen herausgeben und verstärkt mit den angehenden Planern oder Designern an neuen Produkten arbeiten. Autodesk selbst bietet über 25 Produkte an und geht noch einen Schritt weiter: Netzwerk ist das große Thema.

Die ständig wachsende Autodesk-Studenten-Community zählt inzwischen 1,8 Mio. registrierte User. Mit auf dem Kongress sind auch immer einige der cleversten Studenten aus dem Netzwerk – so wie Philipp Müller von der TU in Graz. Gemeinsam mit seinen zwei Studienfreunden Klaus Hyden und Marvi Basha hat er Video-Tutorials entwickelt, in denen die Verwendung der Autodesk-Lösungen an Praxisbeispielen beschrieben wird. Philipp Müller: „Es gab nur Standard-Tutorials, in denen die Grundfunktionen erklärt wurden. Uns fehlte aber der praktische Bezug, konkret zum Beispiel für eine Baueingabeplanung. Das ist oft eine der ersten Aufgaben, die ein Absolvent im Büro bekommt. Also haben wir es an einem Beispiel gezeigt.“

 

Die Tutorials sind bei Youtube eingestellt. Das ist sinnvoll, denn auf die Online-Videoplattform kann man von jedem beliebigen Rechner zugreifen – und die Arbeitsschritte lassen sich direkt am Bildschirm mitverfolgen und am eigenen Projekt nachvollziehen. „Sie sind in drei Themenbereiche gegliedert: Getting Started, Advanced Detailing und Professional Mass Modeling. So kann jeder nach seinem Wissenstand einsteigen“, erklärt Philipp Müller. Die ersten Tutorials stellten die drei Student Experts 2010 online, inzwischen gibt es ein eigenen Youtube-Channel, in dem die Videos stehen. „padcadmad“ heißt der Kanal.

Als wir noch miteinander sprechen, sind wir bereits umgeben von Kisten, die gerade gepackt und Laptops und Monitoren, die abgeklemmt werden. Die Aufsteller werden zusammengefaltet und der Reinigungstrupp ist sicher schon unterwegs. Für 2010 war es das also, mit der Autodesk University und mit Las Vegas. Aber wie hieß es noch gleich: The show must go on – dann in 2011!

Tim Westphal

 

 

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