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Passerelle Angers-Saint Loud, Dietmar Feichtinger Architects, Foto: David Boureau

Die Brücke als Weg und Ort: Passerelle Angers-Saint Laud

Der Ersatz für die baufällig gewordene Fußgängerbrücke orientiert sich am Maßstab der Stadt: Sie überwindet die Barriere der Gleiskörper und ermöglicht dank mehrerer Aufzüge und Treppen erstmals einen direkten barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen. Im Süden mündet der Brückenbogen an den Park am Place Giffard-Langevin, um dort die Fußgängerpromenade zu erweitern.

Vor allem aber ist die Brücke ein singuläres Verkehrsbauwerk, das in seiner geschwungenen Wegführung und den markanten Holzleimbindern zu einer Landmarke wird. Der unterschiedliche Abstand zwischen diesen Rahmen rhythmisiert den Weg und gibt neuartige Ausblicke auf die Gleise, die Züge und die Stadt frei.

Die Materialität der Brücke aus Stahl und Holz ergänzt die Gewerbeneubauten im Umfeld des Bahnhofs. Obwohl die Stahlbetonpfeiler an den Bahnhofsstegen auf die Last eines entgleisenden TGV ausgelegt sein müssen, wirken sie nicht massig.  Die Unterkonstruktion des Brückenbogens besteht aus einem Kastenprofil aus Stahl und einer Konsole. Auf ihr liegen die Holzlatten des Stegs und die hölzernen Sitzflächen der Bänke auf, die den westlichen Rand der Brücke flankieren. Zwei Treppen und Aufzüge ermöglichen einen direkten Zugang auf die meistfrequentierten Bahnsteige. Unter dem breiten Treppenlauf können Fahrräder witterungsgeschützt parken.

Als markantes Identitätsmerkmal der Brücke betonen die kolonnadenartigen Rahmen aus Leimholzbindern den Übergang. Sie rhythmisieren den Weg mit ihren variierenden Abständen: Zur Mitte hin werden sie dichter und erzeugen so eine geschützte Atmosphäre für den Aufenthaltsbereich. Dieser ist dank eines Dachs aus Lochblechpaneelen witterungsunabhängig nutzbar.

In den Rahmen integrierte LED-Streifen ermöglichen auch nachts eine gute Gesichtserkennung, was das Sicherheitsempfinden der Passantinnen und Passanten signifikant erhöht.

Dank der Beleuchtung avanciert die akzentuierte Konstruktion zu einem neuen Wahrzeichen Angers.

Besonderes Augenmerk wurde auf die Oberflächenentwässerung gelegt: Das Hohlprofil und eine wasserfeste Stahlplatte, die die Konsole abdeckt, sammeln Regenwasser und leiten es an die Brückenenden über die Schienen hinaus, sodass es nicht auf die Bahngleise fließt.

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Weitere Informationen:

Tragwerksplanung: SBP

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