You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Henn Architektur

Drastische Veränderungen im Büroalltag: Wie arbeitet das Architekturbüro Henn während der Corona-Krise?

Wie hat sich der Alltag in Ihrem Büro verändert?

Martin Henn: Der Alltag im Büro Henn hat sich drastisch verändert; die meisten Kollegen arbeiten nun von zu Hause aus und kommunizieren hauptsächlich über digitale Plattformen. Das stellt natürlich eine große Veränderung für uns dar. Zum Glück war das Büro gut vorbereitet und konnte schnell reagieren. Wir haben vorab die Infrastruktur mit einzelnen Teams im Homeoffice getestet und optimiert. So lief der Umzug all unserer Mitarbeiter/-innen relativ reibungslos.
Unsere Baustellen laufen mit Hochdruck weiter. Hier ist in erhöhtem Maße der Schutz unserer Mitarbeiter/-innen und Mitmenschen im Fokus.
Wir erleben ein hohes Maß an Engagement und Solidarität innerhalb unseres Teams und zwischen den Büros. So haben wir beispielsweise unseren chinesischen Kollegen/-innen Atemmasken aus Deutschland zukommen lassen, als es dort Engpässe gab. Letzte Woche bekamen wir eine Lieferung aus Beijing. Die Krise lässt uns näher zusammenrücken.


Wie gehen Sie mit der Corona-Krise um – laufen Ihre Projekte weiter?

In China ist das Büro wieder voll besetzt und die Projekte gehen mit voller Geschwindigkeit voran. Das Auftragsvolumen ist sogar größer als noch im Januar, so dass wir aus Deutschland unterstützen müssen.
Zum Glück laufen bis dato auch alle Projekte in Deutschland wie geplant weiter. Wir sind voll ausgelastet und haben als oberstes Ziel, unsere Bauherren wie gewohnt zu bedienen und unser Team beschäftigt zu halten. Lediglich einige geplante Projekte wurden aufgeschoben.


Welche Tipps können Sie Kollegen geben?

Was unserem Team am meisten abgeht, sind die sozialen Kontakte. Das informelle Treffen an der Kaffeemaschine, das Gespräch am Tisch oder das gemeinsame Feierabendbier. Das gilt es so gut es geht digital zu kompensieren.
Über unser Intranet kommunizieren wir täglich wichtige bürorelevante Informationen.  Einmal in der Woche kommen wir mit dem gesamten Büro online in einer Speakers' Corner zusammen, um uns untereinander auszutauschen. Gestern berichteten beispielsweise unsere Kollegen/-innen in Beijing von ihrem Umgang mit der Krise und stellten sich den Fragen unseres Teams in Deutschland.
Es ist wichtig Gesicht zu zeigen. Das baut Vertrauen und Nähe auf.
Darüber hinaus gibt es vom Online-Yogaunterricht bis zur Happy Hour noch viele weitere Möglichkeiten zum individuellen Austausch.


Was haben Sie sich vorgenommen für die Zeit nach der Ausgangssperre?

Der Ausnahmezustand hat gewisse Sachen beschleunigt. So ist der mobile Zugriff auf Daten und die virtuelle Kommunikation im Team und mit dem Bauherrn bereits zur Gewohnheit geworden. Das wird uns in Zukunft flexibler machen und uns davon abhalten für jedes Meeting in den Flieger zu steigen.
Auch sehen wir, dass das Homeoffice in Teilen besser funktioniert als gedacht. Zwar wünschen sich schon jetzt die meisten das Büro zurück, doch werden wir darüber nachdenken müssen, wie wir in Zukunft mehr individuellen Gestaltungsfreiraum im Arbeitsalltag ermöglichen können.
Jedoch wird auch offenbar, wie wertvoll die physische Anwesenheit der Projektbeteiligten im kreativen Prozess ist. Es ist etwas Anderes, mit 10 Leuten über den Screen verbunden zu sein, als mit Skizzenpapier und Modellen um einen Tisch herum zu sitzen.  Auf die richtige Mischung kommt es an!

Kurze Werbepause

Aktuelles Heft
DETAIL 5/2020
DETAIL 5/2020

Balkone, Terrassen, Loggien

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.