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Amsterdam, Grafik Design, Interior

Grafikdesigner als Architekten: Bürohaus in Amsterdam

Das schmale, sechsgeschossige Haus sticht zwischen seinen Nachbarn deutlich hervor. Obwohl es niedriger und schmaler als die meisten der Nachkriegsbauten im Umfeld ist, fällt es mit seiner schwarz-weiß gestreiften Fassade sofort auf. Sie ist eine Hommage an die Schriftart Mexcellent, die 1968 für die Olympischen Spiele in Mexico gestaltet wurde. Vertikale, gestreifte Bänder ziehen sich über das Gebäude von der Attika bis zum Betonsockel. Dazwischen liegen raumhohe Verglasungen. In den gestreiften Flächen sind kleine Lüftungsflügel wie gut versteckte Tapetentüren untergebracht. Eine Außentreppe führt entlang der Straßenfassade vom ersten bis ins fünfte Obergeschoss. Da sie auch in Laufrichtung mit den schwarz-weißen Paneelen verkleidet ist, bricht sie das orthogonale Muster. Für Thomas Widdershoven waren die Streifen ein Weg, um mit seinem Verständnis als Grafikdesigner ein ausgeglichenes Fassadenbild herzustellen – für ihn eine der schwierigsten Aufgaben beim Bau eines Hauses.

Um die Wandstärke so gering wie möglich zu halten, griffen die Architekten für die Fassadenverkleidung auf Hochdruck-Schichtpressstoffplatten zurück, die direkt auf die Dämmung montiert wurden. Sie sind einen Zentimeter dick und bestehen aus thermogehärteten Harzen und bis zu 70 % Holzfasern. Dadurch sind sie einerseits besonders haltbar, lassen sich am Ende der Lebensdauer des Gebäudes aber auch wieder recyceln. Denn die langfristige Nutzung spielte bei der Planung eine große Rolle. Die Grundrisse funktionieren sowohl für Wohnungen, Büros und Gastronomie als auch für Einzelhandel. Momentan nimmt das Büro der Grafikdesigner zwei Geschosse ein. Das Loft im obersten Geschoss nutzen sie als Veranstaltungsraum. Im Erdgeschoss befindet sich eine Sakebar, darüber im ersten Obergeschoss ein japanisches Omakase Restaurant. Auf der öffentlichen Dachterrasse mit Blick über die Amsterdamer Innenstadt soll sich ein Treffpunkt für Kreative etablieren, so hoffen die Architekten.

Das Studiohaus ist als Passivhaus errichtet. Es verfügt über eine Luftwärmepumpe und erzeugt sowohl Solar- als auch Windenergie. Die großen, teilweise auch über Eck geführten Fensterflächen sind dreifach verglast und mit einer UV-Beschichtung versehen.

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Weitere Informationen:

Innenraumgestaltung: Thomas Widdershoven, Nikki Gonnissen
Gestaltung Akustikwand: Simone Post
Gestaltung Treppe: envisions (Sanne Schuurman, Simone Post) Gestaltung Schränke und Raumtrenner: Bart Guldemond Gestaltung Vorhänge: Bas van Tol Gestaltung Möbel: Hans Lensvelt Teppich: thonik
Vorhänge: Vescom
Keramikfliesen: Mosa, Sphinx
Möbel: Richard Hutten, Hay Licht: SLV, AEG Textile Akustikwand: Vlisco
Fassade: Trespa Meteon

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