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Kumamoto Artpolis - Architektur durch Kommunikation

Nur noch bis zum 26. November ist im Japanischen Kulturinstitut in Köln die Ausstellung Kumamoto Artpolis - Architektur durch Kommunikation zu sehen - die Dokumentation eines spannenden Architekturprojekts.

Auf der im Süden Japans gelegenen Insel Kyûshû wurde im Jahr 1988 ein bis dahin einzigartiges Architekturprojekt ins Leben gerufen. Beeindruckt von einem Besuch auf der Internationalen Bauausstellung (IBA) 1987 in Berlin hat der Gouverneur der Präfektur Kumamoto, Hosokawa Morihiro, gemeinsam mit dem renommierten Architekten Isozaki Arata nach Möglichkeiten gesucht, in Kumamoto ein ähnliches Projekt auf die Beine zu stellen. Die Idee zu Kumamoto Artpolis war geboren.

Das oberste Ziel der Initiatoren bestand darin, die architektonische Landschaft der Präfektur Kumamoto zu verbessern und einen Beitrag für die fortschrittliche Entwicklung der Region zu leisten. Gestützt durch das Vertrauensverhältnis von Hosokawa und Isozaki wurde ein für Japan ungewöhnliches Arbeitssystem entwickelt. Die Verantwortung und Leitung der Projekte wurde in die Hände von einzelnen herausragenden Architekten gelegt, die bestens mit der zeitgenössischen Architekturszene vertraut waren. Diese Commissioner empfahlen ihrerseits andere Architekten, die mit dem Bau von zumeist öffentlichen Gebäuden in der Präfektur beauftragt wurden.

Zwischen 1988 und 2008 entstanden auf diese Weise mehr als 70 Projekte, darunter nicht nur kulturelle Einrichtungen wie Kunstmuseen und Bibliotheken, sondern auch Wohnhäuser, Schulen, öffentliche Toiletten und Brücken. Die gesamte Präfektur Kumamoto entwickelte sich so zu einem wachsenden Museum für zeitgenössische Architektur und hat seither nicht nur immer mehr Besucher aus dem Inland, sondern auch aus dem Ausland angezogen.

Einen ersten Höhepunkt des Projektes markierte das Jahr 1992, in dem die erste Internationale Architekturausstellung in Kumamoto stattfand. In den darauf folgenden Jahren nahm das Interesse an Kumamoto Artpolis weiter zu und das Architectural Institute of Japan (AIJ) bedachte nahezu jährlich die aktuell realisierten Vorhaben mit Auszeichnungen. Zahlreiche junge talentierte Architekten, die mittlerweile auch international bekannt sind, wurden im Zusammenhang mit Kumamoto Artpolis entdeckt und gefördert.

Die Knappheit finanzieller Mittel hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass sowohl die Anzahl als auch der Umfang der durchgeführten Projekte reduziert wurde. Eine weitere Richtungsänderung besteht darin, dass in der Zukunft auch die Bevölkerung stärker einbezogen werden soll, da die Projekte bislang vorwiegend in Fachkreisen Beachtung und Zuspruch erfuhren. So sollen beispielsweise Entscheidungen zum Bau von öffentlichen Gebäuden nicht allein von der Kommunalverwaltung gefällt werden, sondern im Vorfeld auf Workshops gemeinsam mit der Präfekturbewohnern erörtert werden. Auch sollen bei der Auswahl der Architekten mehr junge Talente Berücksichtigung finden, die aus Kumamoto stammen. Schließlich besteht ein weiteres Ziel darin, Projekte zu realisieren, bei denen Bauholz aus der Region Verwendung findet, um die heimische Forstindustrie zu stärken. So wurde im Jahr 2006 mit großem Erfolg ein Wettbewerb für die Gestaltung eines Hölzernen Bungalows der nächsten Generation ausgeschrieben.

Maßgeblichen Anteil an dieser Neuorientierung hat der Architekt Itô Tôyô (*1941), der nach Arata Isozaki und Takahashi Teiichi seit 2005 als dritter Commissioner von Kumamoto Artpolis tätig ist. Unter dem Leitsatz Creating while learning, developing while creating zeigt er herausragende Initiative, Kumamoto selbst zu einer Region zu machen, in der Ideen für innovative Architektur-Experimente entwickelt werden.

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