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Snohetta

Neue Perspektiven durch COVID-19? Patrick Lüth vom Architekturbüro Snøhetta im Interview

Wie hat sich der Alltag in Ihrem Büro verändert?

Patrick Lüth: Die Situation beeinflusst uns in verschiedenen Teilen der Welt unterschiedlich. Die Mitarbeiter in Oslo, New York, Innsbruck, Paris, Adelaide und San Francisco arbeiten von zu Hause an den Projekten. Unser Studio in Hongkong arbeitet vom Büro aus und konzentriert sich auf Projekte in China und Asien.

In Innsbruck ist die Arbeit an den Projekten eigentlich recht produktiv und effizient. Wir sind es gewohnt, mit Kunden und Kollegen online zu kommunizieren und zusammenzuarbeiten, aber natürlich vermissen wir die Zusammenarbeit in einem gemeinsamen Raum. In einer Open Space-Umgebung wie der unsrigen ist diese Ebene der informellen Kommunikation und des Miteinanders recht wichtig. Wir haben zweimal pro Woche Videokonferenzen mit allen aus unserem Studio eingeführt. Dabei versuchen wir, laufende Projekte informell zu präsentieren und Gespräche anzuregen.

Außerdem ist die physische Zusammenarbeit in frühen Entwurfsphasen ein sehr wichtiger Teil des kreativen Prozesses. Sowohl innerhalb der Teams als auch mit den Kunden. Die Situation drängt uns dazu, darüber nachzudenken, wie wir online kreativ zusammenarbeiten können.

 

Wie gehen Sie mit der Corona-Krise um - laufen Ihre Projekte weiter?

Auch hier ist die Situation in den verschiedenen Teilen der Welt unterschiedlich. Einige Projekte laufen wie gewohnt weiter, andere verlangsamen sich etwas, und einige wurden auf Eis gelegt. Auf globaler Ebene hat Snøhetta in dieser Zeit auch neue Projekte gewonnen. In Innsbruck sind die laufenden Projekte nur in geringem Maße betroffen. Aber viele neue Projekte oder solche, die sich noch in der Anfangsphase befinden, werden verschoben oder gestrichen.

 

Welche Tipps können Sie den Kollegen geben?

Das Wichtigste ist natürlich, die Gesundheit jedes Einzelnen an die erste Stelle zu setzen. Auf einer eher praktischen Ebene ist es wichtig, über die notwendigen digitalen Techniken zu verfügen, um eine reibungslose Kommunikation und Zusammenarbeit zu gewährleisten. Auf interner Ebene ist eine häufige Kommunikation wichtig, um zu informieren und sicherzustellen, dass sich alle noch als Teil unseres Teams fühlen. Als Führungskräfte müssen wir für Motivation in den Teams sorgen, unsere Mitarbeiter unterstützen und uns auf das Potenzial einer Krise konzentrieren.

 

Was sind Ihre Pläne für die Zeit nach der Quarantäne?

Ich denke, eine wichtige Sache nach der Quarantäne ist, dass wir uns wieder persönlich treffen. Innerhalb des Snøhetta-Teams haben wir die wunderbare Tradition, den Berg zu besteigen, von dem wir unseren Namen haben, die Snøhetta. Ich freue mich darauf, das ganze Team wieder zu treffen, zu wandern und zu reden! Ich glaube wirklich, dass wir als gestärktes Team daraus hervorgehen werden.

Im Ernst: Ich glaube wirklich, dass die Krise uns eine neue Perspektive für unsere Arbeit als Architekten gibt. Ich glaube, dass die Gesellschaft im Allgemeinen aus dieser Krise lernen kann. Aspekte der Nachhaltigkeit und der Ökologie sind für unsere gemeinsame Zukunft von enormer Bedeutung. In Momenten wie diesen haben wir die Möglichkeit, uns auf Themen zu konzentrieren, bei denen es darum geht, das wiederherzustellen, was verloren gegangen ist.

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