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Drom, Russland, Azatlyk

Plätze für Menschen: Drom revitalisiert sowjetisches Azatlyk-Gelände

Naberezhnye Chelny steht exemplarisch für den sowjetischen Städtebau der 1970er-Jahre: Innerhalb von zwei Jahrzehnten wurde dort für eine große Automobilfabrikation eine Stadt für 500.000 Einwohner*innen fertiggestellt – weitläufig, preiswert und ausgestattet mit der typischen Grünanlage zwischen Rathaus und (mittlerweile rückgebautem) Lenin-Museum. 

Um einen solchen Park handelt es sich auch bei dem Azatlyk-Gelände: Früher fanden hier Demonstrationen und Paraden statt; zuletzt diente der Ort jedoch lediglich als unaufdringlicher Fotohintergrund für Brautpaare, die das Rathaus verlassen.

Die Herausforderung, diesen Platz von ungewöhnlich großem Ausmaß zu revitalisieren, hat das Büro Drom aus Rotterdam mit einer mutigen Neugliederung und mit vielgestaltigem Mobiliar gemeistert.

Die große, ebene Fläche wird aufgebrochen durch diagonale Fußwege. Sie bilden Zonen, die den Platz thematisch gliedern: An den Vorplatz des Rathauses schließt grauer Pflasterstein an. Dort wird der vorhandene Brunnen um ein flaches Wasserbecken – dezidiert zum Planschen oder als Eisfläche im Winter – ergänzt. Grünflächen und Beete in geometrischem Design schließen daran an. An der Ostseite des Platzes lädt ein Café zur alltäglichen Nutzung der multifunktionalen Fläche ein. Das begehbare, abgetreppte Cafédach macht den öffentlichen Raum zum Amphitheater. 

Begleitet werden all diese Zonen von einer bereits vorhandenen, zweireihigen Allee über die volle Seitenlänge des Azatlyk-Gelände. Aus Gesprächen mit lokalen Architekturschaffenden ging die Bedeutung der Allee als natürliche Windbremse zwischen den Wohnungsblocks hervor. Mehrere Spielplätze, Cafés und eine Aussichtsplattform machen aus dem mehr als 400 m langen Weg nun einen abwechslungsreichen Spaziergang. 

Das Mobiliar in lebendigen Farben vermittelt zwischen menschlichem Maßstab und der großformatigen Sowjetarchitektur. Trotz Anzahl und Größe des Mobiliars wirkt der Platz damit nicht überladen, sondern entwickelt im Zusammenspiel mit Grüninseln und Bodengestaltung eine frische, lebendige Bildsprache, die auch aus der Entfernung der umliegenden Wohnhäuser einladend wirkt. Das Mobiliar besteht aus Industrienormteilen und konnte deshalb günstig in der Region gefertigt werden. So verortet beispielsweise eine aus Gasleitungsrohren konstruierte Aussichtsplattformden Platz charmant in die noch junge Industriestadt. 

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Weitere Informationen:

Zusammenarbeit: 

Strelka (RUS)

KMT-PRO (RUS)

Novaspace (NL)

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