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Holzer Kobler Architekturen, Interview, Corona

Positiv bleiben: So arbeitet das Architekturbüro Holzer Kobler Architekturen in Zeiten der Corona-Pandemie

Wie hat sich der Alltag in Ihrem Büro verändert?
Wir haben seit Beginn der Corona-Krise verschiedene Phasen durchlebt. Mit dem Lockdown fand unmittelbar für alle Mitarbeiter*innen der Umzug ins Homeoffice statt. Wir kommunizierten über die zahlreich verfügbaren audio(-visuellen) Tools und testeten deren Vor- und Nachteile, doch die spontanen Gespräche und den unmittelbaren Austausch konnten diese nicht vollständig ersetzen. In der Phase der Lockerung des Lockdowns zogen wir unter Berücksichtigung der Regierungsauflagen wieder ins Büro zurück und arbeiteten in zwei voneinander getrennten Schichten. Nun befinden wir uns in der dritten Phase, in der wir eine neue Aufteilung unserer Büroflächen erproben. Besprechungs- und Werkstatträume werden neu zu Arbeitsplätzen umgestaltet, um so die Wahrung der vorgeschriebenen räumlichen Distanz sicherzustellen, damit alle wieder gemeinsam und gleichzeitig im Büro tätig sein zu können.

Wie gehen Sie mit der Corona-Krise um – laufen Ihre Projekte weiter?
Es haben sich drei Szenarien herauskristallisiert. Manche Projekte segeln hart am Wind. Sie sind gegen alle Corona-Auflagen und -Maßnahmen immun und kommen so mehr oder weniger unbeschadet durch die Krise. Bei anderen Projekten herrscht Windstille, wir rechnen jedoch damit, dass diese wieder an Fahrt aufnehmen und trotz leichter Verzögerungen zu einem guten Ende geführt werden können. Einige Projekte scheinen im Quantenschaum entschwunden und wir wissen nicht, ob sie jemals wieder daraus auftauchen werden.

Welche Tipps können Sie Kolleg*innen geben?
Wichtig ist, sich von allen unvorstellbaren Dingen, die die Corona-Krise mit sich gebracht hat und noch mit sich bringen wird, nicht negativ beeinflussen zu lassen, sondern Offenheit zu bewahren. Wo auf einer Anzeigetafel an einer Zufahrtsstraße nach Zürich bis vor Kurzem noch stand: „Bitte bleiben Sie zuhause!“, steht neuerdings: „Achtung Wildwechsel“.
Nehmen wir diese kleinen Absurditäten des Alltags wahr und erfreuen uns daran!

Was haben Sie sich vorgenommen für die Zeit nach der Quarantäne?
Bereits vor Corona haben wir uns aus zeittechnischer sowie nachhaltiger Perspektive und zum Wohle unserer Mitarbeiter*innen mit der intensiven Reisetätigkeit unseres Teams befasst und über veränderte Projektabläufe nachgedacht. Mit der zeitweiligen, durch den Lockdown verursachten Reduktion aller Reisetätigkeiten auf quasi Null mussten auf einen Schlag neue Wege der Projektarbeit erprobt werden. Es zeichnet sich ab, dass sich hier zahlreiche alternative Möglichkeiten auftun und wir flexibel, dynamisch und langfristig auf scheinbar unveränderbare oder eingespielte Strukturen reagieren können. Arbeitsprozesse werden nun möglich, die vorher nicht in Betracht gezogen wurden.
Zudem wurde uns nochmals vor Augen geführt, dass der Fokus auf nachhaltiges Bauen, die Planung von bezahlbarem Wohnraum oder die Rolle der Care-Arbeit – Themen, die uns seit Langem beschäftigen und in der Krise zu neuer Aktualität gelangten – für die Entwicklung und Realisierung unserer Projekte von herausragender Bedeutung sind.

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