You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
 Wohnhaus in historischer Ruine, Will Gamble Architects, Foto: Johan Dehlin

Upcycling: Wohnhaus in historischer Ruine

Will Gamble Architects nennen ihren Anbau  „The Parchment Works“. Innerhalb des Mauerwerks der alten Fabrikruine befinden sich eine offene Küche sowie ein Wohn- und Esszimmer.

Im 17. Jahrhundert war die Pergamentfabrik für das kleine Dorf Gretton in Northamptonshire, etwa 70 km außerhalb Londons, von großer gesellschaftlicher Bedeutung. Hier soll sogar Papier für das Königshaus produziert worden sein. Die aktuellen Besitzer waren der Meinung, die Überreste der Fabrik müssten dem Anbau aus Platzgründen weichen und planten, nur den angrenzenden Stall in den Erweiterungsbau zu integrieren. Gamble hingegenstellt die Fabrikruine in den Mittelpunkt seines Bauvorhabens.

Auf der einen Hälfte des Grundrisses der ehemaligen Fabrik integriert er zwei Volumen aus Cortenstahl, Ziegel und Glas in das verbleibende Mauerwerk. In der anderen Hälfte der Ruine entsteht ein kleiner geschützter Innenhof, der von dem neuen Wohnzimmer durch gläserne Schiebetüren getrennt ist. Der Anbau ist einstöckig, so dass das äußere Bild vom Charakter der historischen Fabrikruine dominiert wird. Eine neue Ziegeltreppe führt von außen zur Dachterrasse des Anbaus. Von innen lässt sich diese durch ein Schlafzimmer im ersten Stock des renovierten Viehstalls betreten.

Gamble arbeitet vorzugsweise mit Materialien, die er vor Ort vorfindet, wie alte Ziegel oder Eichenholz. So sind etwa die Fenster- und Türstürze für den Anbau aus einem auf dem Grundstück gefundenen, fünf Meter langen Eichenstamm gefertigt. In den Innenräumen sind die historischen Baumaterialien hervorgehoben. Im ehemaligen Stall dominieren freigelegte Deckenbalken das Ambiente. Auch im Anbau sind die Deckenbalken durchweg sichtbar. Die Steinwände wurden gestrichen und mit Kalk gewaschen, um eine Patina zu erzeugen. Im Anbau ist weiß lasierter Eichenboden verlegt. Hier kontrastiert lackierter Stahl und eine moderne dunkle Einbauküche mit antiken Holzbalken und sichtbarem weißen Mauerwerk.

Während der Bauarbeiten entdeckte Will Gamble eine natürliche Quelle unterhalb der Ruine, in der früher die Häute für die Pergamentherstellung gewaschen wurden. Er legt eines dieser Untergrundbäder frei und realisiert einen kleinen Brunnen für den Anbau.

Kurze Werbepause

Weitere Informationen:

Tragwerksplanung: Construction Design Solutions

Generalunternehmen: Martyn Reed Homes

Dieser Artikel ist aus dem Heft:
/0
Kistefos Museum, Oslo, BIG

Let’s twist again: Kistefos Museum bei Oslo von BIG

Zum Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.