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Sydney, Granny Flat, Retallack Thompson

Wohnen in Sydney: „Granny Flat“ der anderen Art

Schon lange sind sogenannte „Granny Flats“ in Australiens Hinterhöfen ein weit verbreitetes Phänomen. Früher konzipiert als eigenständige kleine Wohneinheiten für Kriegswitwen im Garten der Familie, sind „Granny Flats“ heute zunehmend eine Reaktion auf fehlenden innerstädtischen Wohnraum und finanzielle Zwänge – funktionelle Zweitbauten für veränderte Wohnbedürfnisse oder eine zusätzliche Einnahmequelle durch Vermietung.

Mit diesem Anspruch wendet sich auch eine vierköpfige Familie aus Sydney an das Architekturbüro Retallack Thompson. Ein eigenständiges Studio mit Kochmöglichkeit und Badezimmer für die erwachsene Tochter sollte es werden, das sie nach Abschluss ihres Studiums vermieten wollen. Ihr Wohnhaus ist Teil einer denkmalgeschützten viktorianischen Reihenhaussiedlung in Sydneys Innenstadtviertel Erskineville. Also muss der Neubau an der Rückseite des Bestandsgebäudes erfolgen. Dort, wo sich bislang eine offene Backsteingarage am Hintereingang zum Innenhof befand, steht nun eine eigenwillige, fast tierisch anmutende „Kreatur“, wie Retallack und Thompson ihren stählernen Bau für die Familie auch nennen. Auf schlanken, vogelartigen Stahlbeinen stehend, erhebt sich dieser von der Grundebene. Dadurch entsteht unter dem kleinen Haus ein Hohlraum, so dass der Durchgang von der hinteren Straße zum Wohnhaus offen bleibt und noch ausreichend Licht in den nun zwischen den beiden Gebäuden liegenden Innenhof gelangt. Der Hohlraum selbst ist als überdachte Parkfläche angedacht, die sich zur Straße durch ein Tor aus weiß lackiertem, perforiertem Metall abschließen lässt.

Eine Holztreppe führt in das Apartment. Die Küchenzeile und das Bad befinden sich auf einer Seite des Wohnraums und können hinter Schiebetüren versteckt werden. Das Studio öffnet sich mit einem quadratischen Panoramafenster zur hinteren Straße, das von außen wie ein Auge des kleinen Hauses wirken soll. Zusätzliches Tageslicht dringt durch eine Öffnung im kantigen Dach sowie durch flügelartige Luken, die sich nach außen öffnen lassen.

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Weitere Informationen:

Ingenieur: Cantilever Consulting Engineers
Bauleitung: Zenovations
Lichttechnik: Euroluce (mini glo ball); Rich Brilliant Willing (Crisp Sconce)

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