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Corona, BETA, Interview

Zeit zum Nachdenken und Umdenken: Wie geht Amsterdams BETA-Architekturstudio mit der Coronavirus-Krise um?

Wie hat sich der Arbeitsalltag in Ihrem Büro verändert?
Auguste van Oppen: Die Routine hat sich in vielerlei Hinsicht geändert und zwar ziemlich abrupt, als die Anti-Korona-Maßnahmen umgesetzt wurden. Informelle Gespräche sind normalerweise ein wichtiger Bestandteil unserer Bürokultur. Da dies im Moment nicht möglich ist, haben wir versucht, diese Kultur durch regelmäßige Anrufe und Teambesprechungen am Leben zu erhalten. Während wir bereits vorher Online-Tools für die Zusammenarbeit verwendeten wie Teams, Planner und Miro, brauchten wir sie in dieser Zeit immer mehr. Im Allgemeinen hat die Geschwindigkeit, mit der wir unsere Ziele erreichen, abgenommen. Im Gegenzug haben wir festgestellt, dass mehr Zeit für Reflexion und Forschung bleibt.

Welche Tipps können Sie Kollegen und Kolleginnen geben?
Durch die Interaktion über digitale Schnittstellen fehlt ein wesentliches Element der menschlichen Kommunikation. Es ist deshalb sehr wichtig nicht zu verallgemeinern, sondern mehr denn je zu versuchen, sich in den anderen hineinzuversetzen. Denn jeder hat doch eine andere Situation: Einige haben Kinder zu Hause, andere leben in einer kleinen Wohnung oder haben finanzielle Unsicherheiten. Geduld und Empathie sind in diesen Zeiten wahrscheinlich die wertvollsten Tugenden.

Was vermissen Sie am meisten während der Corona-Pandemie?
Das sind sicher die persönlichen Treffen. Obwohl wir mit unzähligen fantastischen digitalen Hilfsmitteln gesegnet sind, können sie die Leidenschaft der realen menschlichen Interaktion wohl kaum ersetzen.

Wo sehen Sie die Herausforderungen für die Zukunft und wie können sie gemeistert werden?
Wir sind am meisten darüber besorgt, wie sich die Menschheit verhalten wird, wenn die Krise vorbei ist. Werden wir den wirtschaftlichen Einbruch als Alibi nutzen, um dort weiterzumachen, wo wir aufgehört haben, oder werden wir die Chance nutzen, unsere Mechanismen zu überdenken und versuchen, neue Wege zu gehen?
Auf der Mikroskala unseres Büros machen wir uns natürlich auch Sorgen über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Coronavirus. Wir hoffen, diese zu meistern, indem wir weiter an einer zukunftssicheren Architektur arbeiten.

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