20.10.2010

Baubiologisches Material für Geschossdecken

Bei dem Schulzentrum im österreichischen Taufkirchen an der Pram kam für den Bau der Zwischendecken eine zementgebundene, mit der Kneißl-Technik aufgebrachte »Liapor-Schüttung« zum Einsatz. Entworfen wurde das Schulzentrum von Feichtinger Architectes. Der zweigeschossige Baukörper der Schule ist als Skelettbau in Holz-Stahl-Verbundbauweise umgesetzt. Das Haupttragwerk besteht aus einer Stahlkonstruktion, deren Querträger im Abstand von 3 m montiert sind. Die entsprechenden Zwischendecken bestehen an ihrer Basis aus statisch tragenden, mehrschichtig verleimten Holzplatten. Für die Verfüllung der Geschossdecken wurde eine zementgebundene Liapor-Schüttung verwendet, die sich als leichtes, stabiles, wärme- und schalldämmendes Material auszeichnet. Liapor-Blähtonkugeln werden aus naturreinem, rund 180 Millionen Jahre altem Lias-Ton gewonnen. Das Rohmaterial wird ressourcenschonend abgebaut, gemischt, gemahlen und zu kleinen Kugeln granuliert. Anschließend erfolgt das Brennen bei rund 1 200 °C im Drehrohrofen, wobei die organischen Bestandteile des Tons verbrennen und die Kugeln sich aufblähen. Kennzeichnend für die Liapor-Blähtonkugeln sind die sie um­gebende, schützende Klinkerhaut und die feine, luftporendurchsetzte Innenstruktur. Dadurch kann Liapor ausgezeichnet Wärmeverluste reduzieren, gleichzeitig Wärme speichern und störende Schallwellen absorbieren. Mit ihrer Fähigkeit, Wasserdampf aufzunehmen und bei Bedarf wieder abzugeben, wirken die Blähtonkugeln außerdem feuchteregulierend und schaffen so ein angenehmes Raumklima. Ein weiterer Vorteil von geschüttetem Liapor besteht darin, dass es sich von selbst zu einer gleichmäßigen Schicht ohne nachträgliches Zusammenstauchen verdichtet. Ist eine höhenausgleichende Bodenschüttung mit hoher Wärme- und Schalldämmung gefordert, eignet sich der Eintrag einer zementgebundenen Liapor-Schüttung mittels Kneißl-
System. Mit dem patentierten System lassen sich zementgebundene Liapor-Schüttungen einfach, schnell und flexibel auftragen.

Beim Schulzentrum Taufkirchen wurden insgesamt rund 700 m³ zementgebundene
Liapor-Blähtonkörnung mittels der Kneißl-Mischtechnik eingebracht. Neben dem oberösterreichischen Holzbaupreis wurde die Anlage mit dem Österreichischen Bauherrenpreis 2009 ausgezeichnet.

Foto: Feichtinger Architectes

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