20.09.2006

Berufsbezeichnung "Architkt/in" : besondere Sorgfalt geboten


Es gibt wohl kaum eine Berufsbezeichnung, die so positiv besetzt ist wie der Titel „Architekt“. Dennoch ist Vorsicht angebracht im Umgang mit dem Titel „Architekt/in“ bzw. „Innenarchitekt/in“, „Landschaftsarchitekt/in“ und „Stadtplaner/in“.

Der Gesetzgeber hat diese Berufsbezeichnungen aus gutem Grund unter den besonderen Schutz des Gesetzes gestellt. § 2 des Baukammerngesetzes NRW schreibt fest, dass den entsprechenden Titel nur führen darf, wer in die Architektenliste eingetragen ist. Darauf weist Reiner Fuest, Vizepräsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, hin.

Diese Regelung diene dem Schutz der Verbraucher. Architektenleistungen seien für Laien nur sehr schwer zu beurteilen; insofern solle sich der Verbraucher darauf verlassen können, dass Personen, die als Architekten am Markt auftreten, qualifiziert sind und ihre fachliche Kompetenz durch kontinuierliche Fortbildung sichern. Der Titel „Architekt“ erfülle die Funktion eines Gütesiegels, das dem Verbraucher Zuverlässigkeit, Sicherheit und eine qualitätvolle Dienstleistung verspricht.

Ein Gütesiegel habe aber nur dann Bestand, wenn es nicht inflationär Verwendung finde oder durch Missbrauch entwertet werde. Hier sei eine große Sensibilität im Umgang mit Worten anzumahnen. Wenn heute im Zusammenhang mit Computernetzwerken von „Netzwerkarchitekten“ oder „Softwarearchitekten“ die Rede sei, werde der Begriff „Architekt“ - ähnlich wie in den oben genannten Beispielen - in übertragendem Sinne gebraucht. "Dennoch ist meines Erachtens hier die Schwelle erreicht, an der wir innehalten und - soweit möglich - gegensteuern sollten. Denn hier besteht Verwechslungsgefahr. Die Tatsache, dass es ja tatsächlich eine Vielzahl von Berührungs- und Überschneidungspunkten zwischen Architekten und Netzwerkentwicklern gibt, kann in der Öffentlichkeit leicht dazu führen, dass letztere für Architekten gehalten werden. Zumindest besteht die Gefahr, dass unser Berufsbild, das in der Öffentlichkeit ohnehin wenig bekannt ist, in der Wahrnehmung der Bürgerinnen und Bürger weiter verwischt."

Entnommen: ibr-online
Quelle: Architektenkammer NRW
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