14.05.2020

Kein Patentrezept für Corona bedingtes Arbeiten: Andreas Müsseler von Meili Peter im Interview

Foto: Meili Peter

Wie hat sich der Alltag im Büro verändert?

Andreas Müsseler: Mitte März verlief die Umstellung ins Homeoffice für alle Mitarbeiter weitgehend reibungslos. Seitdem sind wir für das Erste voll einsatzfähig. Die CAD/BIM-Plattformen waren ja glücklicherweise bereits vor der Krise alle virtualisiert. Wie in allen Berufen lernen wir gerade enorm viel darüber, wie flexibel unsere Arbeit funktionieren kann. Aber natürlich erfahren wir auch die Grenzen des Austausches per Videochat. Andererseits macht Homeoffice in vielen Bereichen auch effektiveres und konzentrierteres Arbeiten möglich, sodass an dieser Stelle ein Teil des Mehraufwandes aufgefangen wird.

Wie gehen Sie mit der Corona-Krise um - laufen Ihre Projekte weiter?

Jedes Projekt bringt neue Konstellationen mit sich. Demnach sind die Erfahrungen sehr unterschiedlich. Während in einigen Projekten der Umstieg mit allen Projektbeteiligten nahezu reibungslos geklappt hat, sind andere Projekte sozusagen in den Winterschlaf gegangen, was im Moment für Teile unserer Belegschaft auch Kurzarbeit bedeutet. Glücklicherweise reagiert unser Team auf diese schwierige Situation bisher sehr umsichtig und verständnisvoll. Vor große Herausforderungen stellen uns aber vor allem die Projekte, bei denen lediglich einzelne Ansprechpartner nicht mehr verfügbar sind, wodurch die reibungslose Projektabwicklung deutlich gelähmt ist. Ich hoffe, dass unsere Standesvertretung bereits intensiv an Lösungen arbeitet, wie diese große Belastung geltend gemacht werden kann.

Welche Tipps können Sie Kollegen geben?

Soweit wir das bisher überblicken können, gibt es in diesen Zeiten kaum Patentrezepte. Dinge, die momentan scheinbar gut laufen, können sich bald als schwierig herausstellen und umgekehrt. Sicher ist, dass es auf Ebene der Geschäftsleitung höchste Aufmerksamkeit erfordert, um durch diese unsicheren Zeiten zu steuern und große Schäden zu vermeiden.

Was haben sie sich vorgenommen für die Zeit nach der Quarantäne?

Wir machen im Moment auf allen Ebenen auch immer wieder sehr positive Erfahrungen, von denen wir für die Zukunft sicher vieles mitnehmen werden. Das betrifft vor allem die Art der Zusammenarbeit aber natürlich auch die Flexibilisierung von Arbeitszeiten und Arbeitsort. Insgesamt agierten weite Teile unserer Gesellschaft ja trotz aller Debatten bis vor kurzem unverändert in sehr strikt getrennten Wohn- und Arbeitswelten. Die aktuelle Krise zeigt uns allen, was an dieser Stelle möglich ist. Es bleibt zu hoffen, dass wir diese positiven Aspekte aus der Krise gemeinsam mitnehmen können.

Foto: Meili Peter

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