21.09.2011

DBU startet Förderprogramm zur Denkmalsanierung


Die energetische Sanierung von Denkmälern ist schwierig, der Bedarf nach Vernetzung deshalb groß. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) hat deshalb das mit drei Millionen Euro dotierte Förderprojekt „Zukunftsweisende Weiterentwicklung denkmalgeschützter Altbausubstanz“ gestartet.

Werner Ziegler Das Lange Haus der Franckeschen Stiftungen in Halle wurde mit finanzieller Unterstützung der DBU modellhaft saniert.

Foto: Hersteller

Mit der Förderinitiative will die DBU einen Impuls geben, dass Architekten und Kulturschützer sich über ihre jeweiligen Fachgebiete hinaus noch enger vernetzen. Unterstützt wird die weltweit größte Umweltstiftung dabei von der Vereinigung deutscher Landesdenkmalpfleger und dem Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz (DNK).

Drei Prozent aller bewohnten Gebäude in Deutschland stünden unter Denkmalschutz, sagt DBU-Generalsekretär Fritz Brickwedde: „Sie stiften kulturelle Identität, schaffen regionale Bindung und stehen deshalb unter besonderem Schutz des Staates.“ Ihre energetische Sanierung gestalte sich aber oft schwierig, da moderne Sanierungsmethoden und Materialien nicht ohne weiteres mit der historischen Substanz kombinierbar seien.

Erfahrungen mit integraler Planung für eine optimierte energetische Sanierung von Denkmälern spielten im Rahmen der DBU-Arbeit kontinuierlich eine bedeutende Rolle, erläuterte Sabine Djahanschah, Leiterin des DBU-Referates „Architektur und Bauwesen“. Bereits 25 dieser Projekte seien mit rund 2,5 Millionen Euro gefördert worden, darunter das denkmalgeschützte Fachwerkhaus „Lange Gasse 7“ in Quedlinburg (Sachsen-Anhalt). Durch den Einsatz ökologischer Baustoffe sei es vor dem Einsturz bewahrt und als Wohnhaus nutzbar gemacht worden. Auch ein Kriterienkatalog sei entwickelt worden, mit dem sich das Planen und Ausführen von Fachwerksanierungen auf andere Bauvorhaben übertragen lasse.

Im Kloster Benediktbeuern (Bayern) wird mit DBU-Hilfe das Dach- und Obergeschoss der „Alten Schäfflerei“, einem bisher ungenutzten Gebäudetrakt, energetisch saniert. Das Kloster zählt zu den ältesten in Oberbayern. Seine barocke Originalsubstanz ist weitestgehend erhalten. Mit DBU-Fördermitteln von 308.000 Euro sollen die Fenster erneuert, die Innenwände gedämmt und die Räume mit innovativen Lüftungssystemen ausgestattet werden. Messtechnisch begleitet werde das Projekt vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP), das im Kloster das Europäische Kompetenzzentrum für energetische Altbausanierung und Denkmalpflege eingerichtet hat.

Noch am Anfang stehe ein kürzlich mit rund 124.000 Euro bewilligtes DBU-Projekt, in dem ein ganzheitliches Konzept zur Sanierung für das Hannover Congress Centrum (HCC) entwickelt werde. Eine Machbarkeitsstudie solle weitere Einsparpotenziale des denkmalgeschützten Gebäudes ermitteln. Zum 100jährigen Bestehen der Stadthalle 2014 sollten die geplanten Modernisierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle, der Haus- und der Gebäudeleittechnik der Öffentlichkeit vorgestellt werden.
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