22.09.2010

Elegante Vordächer aus Glas am Lincoln Center for the Performing Arts in New York

Das Lincoln Center for the Performing Arts wurde Ende der 50er Jahre errichtet und ist das bedeutendste und bekannteste kulturelle Zentrum von New York. Zurzeit wird der komplette Straßenblock des Lincoln Center in Manhattan von den New Yorker Künstlern und Architekten Diller Scofidio + Renfro neu gegliedert. Zwei weit auskragende gläserne Vordächer strukturieren den öffentlichen Raum und betonen die Eingangssituationen der Avery Fisher Hall und des David H. Koch Theater auf unübersehbare Weise. Diller Scofidio + Renfro fügten zwei elegante und gestalterisch identische Stahlskulpturen behutsam an die bestehende Architektur an. So leicht und elegant die Konstruktion auch scheinen mag, die Ingenieursleistung ist immens und sprengt den üblichen Rahmen deutlich. Die Architekten wandten sich mit ihrem Entwurf an die Glasspezialisten der Sedak, die in Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Ingenieuren Knippers Helbig GmbH sowohl die statische Berechnung als auch die Detailplanung übernahmen. Zwei aufwändig aus Einzelblechen geformte Stahlstützen gründen auf der Untergeschoss­ebene, durchstoßen eine Fußgängerrampe und bilden den einzigen Auflagepunkt für die 27 m lange Konstruktion. In der Ansicht bilden beide Stützen ein stilisiertes Y. Sämtliche Horizontallasten der Konstruktion werden von diesen beiden Trägern aufgenommen und in die Betondecke der Fußgängerrampe abgetragen. Um die einwirkenden Kräfte aus den Windlasten gleichmäßig zu verteilen, sind die Stützen über zwei rahmenlose Verbundglasscheiben aus jeweils 4 ? 12 mm Floatglas statisch wirksam mit­einander verbunden. Auf den beiden Stützen liegen zwei leicht nach außen gekippte, knapp über 27 m lange Stahlträger, die ebenfalls aufwändig aus Einzelblechen gefertigt wurden. Ein quer durch die Stahlträger gestecktes Rundrohr verbindet diese mit dem Gebäude und sorgt zusammen mit dem Y-Trägerpaar für die erforderliche Standfestigkeit. Den beiden Trägern untergehängt sind großformatige Glasscheiben – 12 4,30 x 2,30 m große 4-fach-VSG-Scheiben, von denen jede einzelne knapp 1,5 t wiegt. Sie werden an nur vier Punkten über eigens entwickelte Punkthalter aus hochfestem Werkstoff abgehängt. Anschließend mit Zwei-Komponenten-Injektionsmörtel kraftschlüssig vergossen, bilden Glas und Stahl einen statisch wirksamen Verbund. Jede Scheibe von Seele Sedak ist mit einem leichten Gefälle ver­sehen und entwässert ohne Rinne zur Seite. Aufgrund der leichten seitlichen Neigung der Kragträger, die zudem nicht parallel laufen, und der Neigung der Einzelscheiben ist jeder Punkthalter eine Einzelanfertigung.


Foto: Seele Sedak/Andreas Keller Fotografie

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