21.09.2006

GEWOBAU-Sanierung "NEH im Bestand"

Die Energiekosten steigen seit Jahren rasant, die Preisspirale schraubt sich weiter in die Höhe. Wer hier Geld sparen will, muss neue Alternativen finden und vorhandene Kapazitäten effektiver nutzen.

Das gilt nicht nur bei Neubauten, sondern auch bei Sanierungen. Die Gewobau Erlangen hat dieses Einsparpotenzial lange erkannt und setzt seit Jahren schon auf Umweltfreundlichkeit und Reduzierung der Nebenkosten. Jetzt stellte sie ihr "Niedrigenergiehaus im Bestand" vor: Der 1954 gebaute Wohnblock in der Schenkstraße 83/85 hat nach seiner Sanierung nur noch einen Bruchteil des vorherigen Energiebedarfes. Zwölf Mietparteien wohnen dort auf insgesamt 850 Quadratmetern.
"80 Prozent des Wohnungsbestandes der Gewobau sind zwischenzeitlich mit Zentralheizungen ausgestattet", sagt Karl Heinz Kamp, Geschäftsführer der Gewobau. Dabei kommen in der Regel Gas-Brennwertkessel oder Fernwärme zum Einsatz. Der durchschnittliche Jahresverbrauch der Gewobau-Wohnungen lag in der Heizperiode 2004/2005 bei 10,5 Litern pro Quadratmeter. "Im Erlanger Stadtgebiet liegt er bei 15, im Bundesdurchschnitt sogar bei 16 Litern", so Kamp weiter. Die Maßnahmen bringen jedoch nicht nur ökologische, sondern auch wirtschaftliche Vorteile: "Wir können zeitgemäßen Wohnraum zu fairen Preisen bieten und unser Portfolio bleibt auch weiterhin fit für die Zukunft", so der Geschäftsführer.

Strenge Vorgaben deutlich übertroffen
Das Besondere: Der sanierte Wohnblock ist nun so sparsam im Verbrauch, dass er von der Deutschen Energie-Agentur (Dena) in das Modellprojekt Niedrigenergiehaus im Bestand aufgenommen wurde. Bundesweit sind 110 Objekte in diesem Pilotprogramm zusammengefasst. Ziel des Vorhabens ist es, innovative Techniken praktisch zu erproben, um so Empfehlungen für die Zukunft abzuleiten. Das Anwesen in der Schenkstraße ist von der Dena für seinen "besonders innovativen Standard" als Level B eingestuft worden. Die Anforderungen dafür sind streng: Der jährliche Primärenergiebedarf muss nach der Sanierung unter 50 Prozent der Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) der Bundesregierung liegen, der Transmissionswärmeverlust unter 55 Prozent. Doch das Objekt in der Schenkstraße unterschreitet diese Grenzen sogar um rund 66 Prozent beim Primärenergiebedarf und 61 Prozent beim Transmissionswärmeverlust.

"Wir konnten den Wohnblock von einem 17-Liter- zu einem 3,9-Liter-Haus umrüsten", erklärte Kamp. Pro Jahr und Quadratmeter verbrauchen die Mieter jetzt nur noch rund ein Viertel der bisherigen Heizenergie. Dafür wurden Außenwand, Treppenhaus, Keller und Dach mit hochwertigen Dämmungen versehen, Fenster mit Drei-Scheiben-Verglasung eingebaut, eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung installiert und das Gebäude an die Fernwärmeversorgung angeschlossen. Die Sanierung in der Schenkstraße ist Teil des generellen Modernisierungsprogramms 2006, bei dem die Gewobau insgesamt 224 Wohnungen in verschiedenen Stadtteilen saniert. Die Höhe des Investitionsvolumens beträgt rund zwölf Millionen Euro.
Erlangens Oberbürgermeister Siegfried Balleis würdigte das Engagement des Unternehmens: "Die Gewobau hat zwischenzeitlich über 2.000 Wohnungen kernsaniert und zählt damit in diesem Bereich zum bedeutendsten Investor der Stadt. Sie schafft so nicht nur neuen Wohnraum, sondern wertet auch das Erlanger Stadtbild deutlich auf." Ganz besonders erfreut zeigte sich Balleis über den Umweltaspekt des Gewobau-Sanierungsprogramms, da mit der Heizenergieeinsparung von rund 60 Prozent eine CO2-Reduzierung um 70 Prozent einhergeht. Ebenso wird der Frischwasserverbrauch um etwa 20 Prozent verringert.

www.gewobau-erlangen.de

Quelle: Stadt Erlangen

Impressionen vom Konvent 2018; Foto: Bundesstiftung Baukultur, Fabian Schelhorn

Impressionen vom Konvent 2018; Foto: Bundesstiftung Baukultur, Fabian Schelhorn

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