19.02.2009 Axel Dürheimer

Hafenbrücke in Bremerhaven

In Bremerhaven verbindet eine gläserne Fußgängerbrücke über dem Hafenbecken die neuen Publikumsmagneten Klimahaus und Columbus Center. Der Entwurf von nps tchoban voss aus Hamburg sah eine komplette Verglasung der Brücke vor, um die Nutzer vor der Witterung zu schützen. Zur Verwendung kamen dabei 330 Scheiben Sicherheitsglas von Schollglas.

Foto: Schollglas

Das Architekturbüro nps tchoban voss ließ sich zusammen mit dem Hamburger Ingenieurbüro WTM ENGINEERS GmbH von den früheren Drehbrücken in der Schleusenstraße inspirieren. Sie gestalteten eine dynamisch geschwungene Glasröhre, deren Mittelteil sich, auf einem Pylon gelagert, um 90° drehen lässt. Die Brücke ist als steife Röhre konstruiert und überwindet so die große Spannweite mit nur wenigen Stützen. Im Querschnitt ist die Röhre ellipsenförmig und weitet sich im Durchmesser über dem drehbaren Mittelteil. Konstruiert wurde die Röhre aus einer Gehwegtafel mit insgesamt 5 Längsträgern, die im Abstand von 3,5 Metern durch ellipsenförmige Querträger (Spanten) verbunden sind. In Längsrichtung sind diese Spanten über Druck- und Zugrohre ausgesteift, die gleichzeitig als Unterkonstruktion für die punktgehaltene Verglasung dienen.

Rendering: nps tchoban voss

Die Besonderheit der Glaskonstruktion, für die Schollglas sämtliche Gläser geliefert hat, besteht darin, dass die Brücke vom Drehpunkt aus zu den Ufern in zwei unterschiedlichen Graden bis maximal 3 % geneigt ist. Da die Spanten der Brücke – und damit die vertikalen Glaskanten – jedoch im Lot stehen, wurden für alle Gläser unterschiedliche Formate erforderlich. Bei dem sich erweiternden Mittelteil werden daraus sogar trapezförmige Scheiben. So lieferte Schollglas 336 Stück verschieden geformte GEWE-safe®-Scheiben aus teilvorgespanntem Glas, ausgestattet mit entsprechenden Lochbohrungen zur Befestigung an den beweglichen Punkthaltern.

Zur Vermeidung zu starker Sonneneinwirkung wurden über die gesamte Länge jeweils die 5 mittleren Dachscheiben mit einem Punktraster-Siebdruck versehen. Nach eigens erstellten Berechnungen zu Sonneneinfall und Wärmeentwicklung wurde das Raster dem Sonnenverlauf folgend asymmetrisch auf dem Profil angelegt und verdichtet sich zum Mittelteilpunkt hin. Entsprechend konnte auch hierfür keine einheitliche Bedruckung erfolgen. Jede Scheibe musste gesondert erstellt werden.

Foto: Schollglas

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