15.08.2011

Hamburger Büro gewinnt VELUX Architekten-Wettbewerb 2011

AG horizont erreicht den ersten Platz mit der Aufstockung eines im Krieg zerstörten Gebäudes aus der Jahrhundertwende.
Der sechste VELUX Architekten-Wettbewerb stand in diesem Jahr unter dem Motto „Gestaltungselemente Licht und Luft“. Fünf von einer Fachjury nominierte Projekte wurden im Bauherrenmagazin „house and more“ den Lesern zur Abstimmung vorgestellt. Dabei entfielen knapp 40 Prozent der mehr als 23.000 abgegebenen Stimmen auf das Projekt „Schnellstraße 26“ der AG Horizont aus Hamburg.
Für das Siegerprojekt komplettierte die AG horizont ein im zweiten Weltkrieg zerstörtes Wohnhaus in Hamburg. Die Architekten Jürgen Hansen, Burkhart Springstubbe und Dietmar Wintschnig verlängerten das vorhandene Treppenhaus bis ins vierte Obergeschoss und erschlossen damit drei Maisonettewohnungen mit internen Treppen ins Dachgeschoss. Durch eine Fenster-Planung mit Überkopf- und Schrägverglasung schufen sie hellen, großzügigen Wohnraum mit Atelier-Charakter. Die Gewinner freuen sich über ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Zudem erhält das Architekturbüro die Möglichkeit, sich in einer Anzeigenkampagne zu ihrem Projekt in der Fachpresse zu präsentieren.
Das zweitplatzierte Projekt „Haus F1 in M, White Tipi“ von Matti Schmalohr, verwandelte den düsteren, kleinteiligen Dachboden einer denkmalgeschützten Stadtvilla in ein lichtdurchflutetes, offenes Loft. Den dritten Platz, erzielte das „WOHLFÜHLHAUS“ von Nalbach + Nalbach, eine Wellness-Einrichtung im Seehotel am Neuklostersee in Mecklenburg-Vorpommern.
Die hochkarätig besetzte Fachjury – unter anderem mit Cordula Rau, Architektin und Journalistin (Die walVerwandtschaften), Prof. Manfred Hegger (Professor für Entwerfen und Energieeffizientes Bauen an der TU Darmstadt) und Vorjahressieger Zlatko Antolovic von COASToffice architecture – hatte in der ersten Wettbewerbsphase fünf Finalteilnehmer aus 40 Einreichungen bestimmt. Die Leser des Bauherrenmagazins house and more stimmten dann über die Sieger des Wettbewerbs ab.
Um auch junge Architekturbüros und junge freischaffende Architekten zu unterstützen, vergab die Jury des VELUX Architekten-Wettbewerb zum zweiten Mal einen mit 1.000 Euro dotierten Sonderpreis. Diesen gewannen Herkrath + Bogatzki Architekten + Ingenieure. Sie verwirklichten ein intelligentes Lichtkonzept für eine Kindertagesstätte und versorgten die tiefen Räume über Flachdach-Fenster mit Tageslicht.

Die Gewinner im Überblick
Platz 1: Schnellstraße 26, AG horizont, Hamburg
Mit einem neuen vierten Obergeschoss und einem Dachgeschoss komplettierte die AG horizont das im zweiten Weltkrieg zerstörte Wohnhaus der Jahrhundertwende in Hamburg. Nach dem Krieg war das vierte Geschoss nicht wieder aufgebaut, sondern behelfsmäßig mit einem flach geneigten Dach ausgestattet worden. Die Architekten verlängerten das vorhandene Treppenhaus und erschlossen so drei Maisonettewohnungen mit internen Treppen ins Dachgeschoss. Die Fassade des vierten Obergeschosses wurde als durchlaufendes Fensterband mit dazwischenliegenden Sandwichelementen ausgeführt. Das Mansarddach erhielt vier steilgestellte, schräggeneigte Dachgauben mit Überkopfverglasung aus Dachfenstern.

Foto: VELUX Deutschland GmbH

Platz 2: Haus F1 in M – White Tipi, Matti Schmalohr, Bückeburg
Der düstere, kleinteilige Dachboden in einer denkmalgeschützten Stadtvilla in München wurde in ein lichtdurchflutetes, offenes Loft verwandelt: Der Architekt Matti Schmalohr stellte sich der Herausforderung und schuf einen großen, gut nutzbaren Raum. Im Rahmen des Umbaus erschloss er das Dachgeschoss über eine alte zweiläufige Treppe, dämmte das Dach und deckte es mit Schiefer ein. Der Dachraum ist wesentlich von den acht Dachfenstern und fünf Gauben geprägt, die Licht unter den fast sechs Meter hohen Dachstuhl bringen.

Die Gewinner des diesjährigen VELUX Architektenwettbewerbs ist die AG horizont mit ihrem Projekt "Schnellstraße 26" aus Hamburg. Foto: VELUX Deutschland GmbH

Platz 3: WOHLFÜHLHAUS, Nalbach + Nalbach Gesellschaft von Architekten mbH, Berlin
70 Quadratmeter zum Wohlfühlen realisierten Nalbach + Nalbach für das Seehotel am Neuklostersee in Mecklenburg-Vorpommern. Das „Wohlfühlhaus“ wurde auf dem bestehenden Untergeschoss eines alten Bungalows gebaut und beherbergt drei Anwendungsräume für Kosmetik und Massagen, Sanitäranlagen und einen Fitnessraum. Ein Dachfenster eröffnet den Gästen in der, mit rund sieben Metern ungewöhnlich hohen, Decke den freien Blick in den Himmel. Fassade und Dach sind mit naturbelassener Lärche verkleidet.

Auf dem zweiten Platz landete der Architekt Matti Schmalohr mit dem "Haus F1 in M - White Tipi" in München. (Foto: VELUX Deutschland GmbH)

Foto: VELUX Deutschland GmbH

Fotos: Andrew Rowat

Fotos: Andrew Rowat

Fotos: Andrew Rowat

Fotos: Andrew Rowat

Sonderpreis Newcomer:
Erweiterung Montessori Kinderhaus, Herkrath + Bogatzki Architekten + Ingenieure, Aachen
Um in der Kindertagesstätte Montessori Kinderhaus auch Betreuung für unter dreijährige Kinder anbieten zu können, musste zusätzliche Fläche geschaffen werden. Aufgrund der baulichen Struktur und der Grundstückssituation entstanden so besonders tiefe Räume. Damit die Gruppenräume mit Tageslicht versorgt werden können, wurde die Südfassade vollständig verglast und im innenliegenden Teil der Räume ein Lichtschacht installiert. Über ihn leiten jeweils zwei Dachfenster Licht durch den ungenutzten Dachraum ins Erdgeschoss, machen eine Querlüftung und den Kindern den Blick in den Himmel möglich.

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