26.09.2006

imm cologne 15. - 21.01.2007 - Das Trendbook "interior trends 2007" zeigt wie sich die Menschen in den nächsten Jahren einrichten wollen

Wie möchten wir wohnen? Oder vielmehr: wie wollen wir leben? Wie hätten wir die Welt gerne? Die einen entdecken das Neue im Alten und verlieben sich in die raue Struktur von Holz, die anderen wollen das Material von Möbeln und Wänden am liebsten gänzlich in ein weißes Nichts auflösen.

Wieder andere leben ihren Optimismus in überdimensionierten Formen, blitzendem Chrom und farbigen Knalleffekten aus, während die vierte Gruppe ihr Leben als ein Kunststück zwischen Laminat, Lack und Design-Klassikern versteht.

Viele Wege führen zum Glück. Das ist die Botschaft des Zeitgeistes im Interieur Design. Doch welcher ist meiner? Die "interior trends 2007" wie auch die allgemeine Entwicklung des Marktes, der seit einigen Jahren eindeutige Trends vermissen lässt, zeugen von der Experimentierfreude vieler Konsumenten und dem wachsenden Selbstbewusstsein und Bedürfnis, inpiduellen Zusammenstellungen den Vorzug vor normierten Mustern zu geben. Umso wichtiger scheint es, mit Projekten wie dem Kölner Trendboard Orientierungshilfen zu bieten.

1 Trendbook als Orientierungsangebot für Fachpublikum und Öffentlichkeit
Sechs renommierte Designexperten aus den Bereichen Produktdesign, Architektur, Designberatung und Fachpublizistik wurden von der koelnmesse gebeten, ihre Erfahrungen und Beobachtungen zusammenzutragen, um eine Prognose zu den Interior Trends des kommenden Jahres zu erarbeiten. Das so genannte Trendboard wurde vor drei Jahren von der koelnmesse zum ersten Mal etabliert, um im Vorfeld der internationalen Einrichtungsmesse imm cologne einige der wichtigsten Gestaltungstrends und Konsummuster zu identifizieren. Die Dokumentation in Form eines Trendbooks mit konkreten Beispielen, Farbmustern und aufwändig inszenierten Ambiente-Fotos versteht die koelnmesse als besonderen Service an Fachpublikum und Öffentlichkeit.

Die Stil- und Materialforschungen sowie die Analysen der gesellschaftlichen Entwicklungen der Designexperten aus den vergangenen Monaten wurden im Sommer in einem zweitägigen Workshop vorgestellt und intensiv diskutiert. Die Ergebnisse wurden zu vier Hauptsträngen gebündelt: Sie heißen "Heirloom Culture", "New Hybrids", "Size Matters" und "Design as Art".

2 Die Wohnung wird zum Spiegel von Lifestyle-Trends und Inpidualität
Sinnliche Entschleunigung oder Fortschrittsglaube, Lebenshunger oder Selbstinszenierung -allen vier Richtungen gemeinsam ist, dass hier ein Lebensgefühl und ein ästhetisches Ideal miteinander verknüpft werden. Die Wohnung wird uns immer mehr zu einer zweiten Haut, die wir dem aktuellen Lifestyletrend entsprechend einkleiden, aber nicht gleich abstreifen, nur weil die Mode es verlangt. Die im Trendbook "interior trends 2007" vorgestellten Stile, Form- und Materialpräferenzen sowie Farbmilieus stehen daher für längerfristige Entwicklungen. Manche Charakteristika lassen daher Kontinuitäten zu den Interior Trends der Trendbooks 2006 oder gar 2005 erkennen. In allen Fällen aber zeigen sie ein komplexes Bild, deren einzelne Faktoren sich ändern mögen, ohne dass ihre Ideale morgen schon ihre Gültigkeit verlieren.

Das von der koelnmesse einberufene Experten-Trendboard hat diese Muster von Selbstentwürfen und ästhetischen Statements formuliert und abgebildet, weil sie ihrer Meinung nach typisch für das Lebensgefühl und die ästhetische Orientierung in den nächsten Jahren sein werden - und damit richtungweisend für das Interior Design. Typisch natürlich nur für bestimmte Milieus und für Menschen, die ihren persönlichen Stil in ihrem Wohnumfeld umsetzen wollen. Denn die ganze Vielfalt der Lifestyles ist nicht repräsentativ abzubilden. Gleichwohl stellen die in dem Trendbook "interior trends 2007" vorgestellten Stilebenen ein Koordinatensystem dar, zwischen dessen Geschichten, Formen und Farben sich viele Menschen und Geschmäcker wiederfinden und verorten lassen.

3 Die interior trends 2007
"Heirloom Culture" - die Kultivierung der Erbstücke - wirkt dabei noch am wärmsten. Nicht nur aufgrund der zarten und natürlichen Farben, sondern auch durch die liebevoll neu interpretierten archetypischen Formen wie das klassisch geschwungene, aber irgendwie unförmig wirkende Stuhlbein, der eher grobschlächtige Schaukelstuhl oder der formal reduzierte Ohrensessel. Reiche, die Fläche auflösende Materialstrukturen und in Origami-Manier gefaltete Blütenmuster verleihen allem Dekorativen Dreidimensionalität und neues Leben. Das Motto dieses Stils ist "Slow Design". Hier haben die Dinge eine Geschichte, nichts braucht neu erfunden zu werden.

Auch in der Kategorie "New Hybrids" - neue Mischformen und Kreuzungen - dominiert die Suche nach einer Ethik, die das Leben einfacher gestaltet. Doch hier wird an einer neuen Weltordnung gezimmert, die einem veränderten Lebensgefühl Rechnung trägt. Wir erfinden uns neu. Simplexity heißt das Ideal, in dem Technik selbstverständlich wird, ohne zu dominieren. Die Möbel sind wie alte Freunde, irgendwie vertraut und trotzdem rätselhaft, manchmal auch humorvoll. Leichtigkeit der Strukturen, Farben und Muster, organische Volumen sind Ausdruck dieser Offenheit gegenüber der Zukunft.

Bei "Size Matters" - Größe zählt - wird mehr dem Augenblick gefrönt, denn die Zukunft ist ungewiss. Aufgepumpte Volumen, mutige Töne und eine Faszination an amorphen und bizarren Formen und Mustern - wie im TV gesehen oder aus dem Mikroskop in eine XXL-Realität übertragen - korrespondieren mit einem Lebenshunger nach "mehr": größer, praller, schneller. Dazu passen die Lust an glänzenden Oberflächen und der fehlende Respekt vor konventionellen Dimensionen und Farbharmonien.

In der Welt von "Design as Art" - Design als Kunst - schließlich wird das Motto "My Home is my Castle" umgewandelt in "My Home is my Stage". Hier können sich die klassischen Weiß-Grau-Schwarz-Liebhaber austoben. Unikate in gekonnt zufälligen, kreativen Arrangements drücken ein lässiges Selbstbewusstsein aus. Ästhetisch sind die Kunst und der Konstruktivismus der klassischen Moderne das Maß aller Dinge. Der neue Purismus sucht weniger moderne Bequemlichkeit und komplexe Funktionalität als die Inspiration des Einzelstücks.

4 Das Trendboard
Die internationale und interdisziplinäre Zusammensetzung des Trendboards ist bewusst einem jährlichen Wechsel unterworfen. Gleichwohl schätzt die koelnmesse natürlich die Kontinuität, die allen voran durch den Briten Tom Dixon, einen der weltweit renommiertesten Designer, sowie durch Eero Koivisto aus Schweden gegeben ist, den für seine internationalen Bau- und Interior Design-Projekte international begehrten Architekten und Designer. Beide gehörten dem Trendboard bereits im letzten Jahr an.

Neue Impulse kamen dieses Mal von dem New Yorker Designer, Kreativberater und Kritiker Stephen Burks und der Londonerin Sophie Lovell, die heute als Wallpaper-Redakteurin und freie Publizistin in Berlin lebt. Die für viele internationale Markenunternehmen tätige freie Designerin Inga Sempé schließlich ist bekannt für ihre innovativen Ideen, während Chris Lefteri der Spezialist für die Anwendung von Materialinnovationen auf Design ist und als Publizist, Kreativdirektor und Kurator von Ausstellungen und Messen von sich reden gemacht hat.

Quelle: KoelnMesse

Foto: Forster Profilsysteme

Foto: Forster Profilsysteme

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