06.04.2009

Komplexe Netzstruktur - eine Herausforderung für den Stahlbau

Der neue Firmensitz der Fater AG in Pescara steht in zweifacher Hinsicht auf solider Basis: die geschickte Hand von Massimiliano Fuksas bei der Projektierung und die Zuverlässigkeit und das handwerkliche Können von Stahlbau Pichler bei der Umsetzung. Wir stehen vor einem außergewöhnlichen Werk: unleugbar eklektisch und überraschend leicht; ein erstes Samenkorn, das in der Zone Portanuova aufgeht und stellvertretend für deren Verwandlung von der ehemals brachliegenden Fläche in das „Markenviertel“ des wirtschaftlichen Hauptortes der Abruzzen steht.

Das Gebäude, in dem der Betrachter großzügige Lichtreflexe, die Assoziationen zu den kristallinen Spiegelungen der Meeresoberfläche hervorrufen, und einen anscheinend schwebenden Rundkörper vereint sieht, besteht in Wirklichkeit aus drei Baukörpern.
Struktur A wurde aus Stahlbeton gefertigt und besteht aus vertikalen Elementen – Mauern und Säulen – die in die Grundplatte eingelassen sind. Die Stahlträger finden eine logische Fortsetzung in den Pfeilern des darüber befindlichen Baukörpers. Diese unterirdische Struktur erstreckt sich über eine Fläche von 9070 Quadratmetern. Das Gebäude ruht auf speziellen, im Fundament angebrachten Dämpfern, die es vor seismische Einflüsse schützen und es von der umliegenden Struktur isolieren.

Struktur B, in L-Form, ist der untere Korpus und erreicht eine Höhe von sechs Etagen. Sie wird von einem Rahmen aus Betonpfeilern mit Stahlverkleidung und kreuzförmigen Stahlpfeilern getragen. Struktur C schließlich stellt das spektakulärste Detail des Bauwerks dar. Sie ist beinahe ringförmig und besteht zum Großteil aus Stahl. Über 4 Stockwerke hebt sich der Baukörper von Struktur B über mehrere Dreifuß-Träger aus Stahl ab. Das Gesamtvolumen des Bauwerks beträgt 76.000 Quadratmeter bei einer oberirdischen Höhe von 41 Metern.
Zur Herstellung waren 650 Tonnen Stahl notwendig.

Stahlbau Pichler war für das Ausführungsprojekt der Struktur C verantwortlich. Eine im Vergleich zu herkömmlichen Baustandards außerordentliche Herausforderung, die besondere technische Fachkenntnisse abverlangte. Die äußere Netzstruktur, die die Fensterflächen stützt, besteht aus geometrisch unterschiedlichen Knotenpunkten. Herstellungs- und Montageverfahren mussten daher eigens für diesen Fall konzipiert werden und erwiesen sich, nicht zuletzt wegen des künstlerisch-architektonischen Aspekts, als besonders anspruchsvoll. Über zahlreiche und ausgeklügelte Berechnungen musste zunächst die Festigkeit der gesamten Struktur erforscht werden. Die strukturelle Entwicklung zeigt ein überraschendes Bild, das geradezu losgelöst von den Kräften der Gravitation scheint. Der Korpus zerfließt quasi in drei Dimensionen: in die Horizontale, die Vertikale und die Diagonale. Das Erscheinungsbild ist entsprechend einzigartig.
Dieser obere Teil des Gebäudes stützt sich auf zehn drei-, zwei oder einarmigen Träger; die Träger stellen die kritischsten Elemente des Bauwerks dar.

Die Struktur C ruht auf dem Korpus B und ist mit diesem über das genannte System aus Stahlrohren verbunden. Die eingesetzten Stahlrohre erscheinen auf ersten Blick äußerst zerbrechlich, sind in Wirklichkeit aber außerordentlich resistent und auf hohe Schwingungsbelastungen geprüft.

Eine Besonderheit des Bauwerks ist die Tatsache, dass die Fensterfront nicht außen, sondern an der Innenseite der Netzstruktur aus Stahlträgern angebracht ist. Stahlbau Pichler kümmerte sich um Lieferung und Montage der Stahlstruktur und auch der entsprechenden Glasteile der Gebäudeteile B und C und verwaltete die komplexen Materialflüsse direkt an der Baustelle über rigorose Kontrollmechanismen. 1000 dreieckige Glasteile, alle unterschiedlich, und 3000 Teile aus Stahl für die Netzstruktur des Gebäudeteils C mussten in Millimeterarbeit einwandfrei zusammengepasst werden. Alle Stahlteile wurden natürlich bei Stahlbau Pichler gefertigt.

Architekt Massimiliano Fuksas hat ein Gebäude projektiert, das in Schichten aufgebaut ist: Ein rechteckiger, stabiler aber durchbrochener und leicht wirkender Körper dient als Fundament für eine aufgesetzte Struktur, dessen Hauptmerkmal die fließende, ringförmige architektonische Linie ist. Die äußere Struktur der verschiedenen Gebäudeteile wurde auch bei der Innengestaltung übernommen. Parallele Linien mit horizontaler Entwicklung einerseits treffen auf radial angeordnete Flächen in der oberen, ringförmigen Struktur.

Der Hauptdarsteller im unteren Gebäudeteil ist das Licht, das in die Innenräume vordringt, sie erhellt und in angenehme und außergewöhnliche vielseitige Arbeitsbereiche verwandelt.
Zwischen die beiden Gebäudeteile wurde eine Panoramaterrasse eingefügt. Sie wirkt wie ein Wasserbett, auf dem der obere Teil ruht. Die Terrasse nimmt die fließenden Linien des oberen rundlichen Gebäudeteils vorweg und erlaubt Assoziationen zur Umgebung, die von den zwei Elementen Luft und Wasser charakterisiert ist. Dargestellt sind die beiden Elemente im Zusammenspiel der Becken und der aus Holz gefertigten Stege, welche diese Etage prägen.

Das gesamte Gebäude wurde so konzipiert, dass es autonom und vollständig unabhängig vom Umland bestehen kann. Entsprechend verfügt es über Empfangsräume, ein Restaurant und eine Tiefgarage mit 200 Stellplätzen. Der Grundgedanke, ein Gebäude zu errichten, das mit der Landschaft abgestimmt ist, spiegelt sich in sämtlichen Elementen wider: in der Transparenz der Durchbrüche des unteren und in den Rundungen des oberen Gebäudeteils, im architektonischen Spiel der Becken in der sechsten Etage, die das Element Wasser direkt in das Gesamtbild einfügen und im Glanz der Stahlelemente, die dank der Leistung von Stahlbau Pichler die außerordentlichen Lichteffekte, von denen das Projekt Fuksas? lebt, optimal unterstützen.

In der Stadt Pescara verschmelzen das horizontale Element des Wassers mit dem vertikalen des Gran Sasso im Hinterland – eine Kombination, die sich im Design des Firmensitzes von Fater wiederfindet: Hier verbindet eine Wasserfläche eine horizontale Ebene wird mit einer zweiten, schwungvollen vertikalen Linie. Wasser und Licht, der Glanz von Stahl und Kreativität: Der Eklektizismus von Fuksas lebt dank Stahlbau Pichler in Symbiose mit dem Meer.

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