30.10.2010

Modellbasierte Arbeitsweise auch sinnvoll für die Mengenermittlung

Von der Kostenschätzung, Kalkulation und Ausschreibung über funktionale Leistungsbeschreibungen und Nachtragsmanagement bis hin zur Abrechnung: die Ingenieurbüro Radl GmbH – Gesellschaft für Bauvorbereitung und Projektsteuerung aus Karls­feld in der Nähe von München hat sowohl für Generalunternehmer als auch für Architekten und Ingenieure sowie Bauherren und Investoren ein breites Portfolio an Bauprojekten zum Erfolg geführt. Mit »iTWO« von RIB nutzen sie als eines der ersten Planungsbüros die Möglichkeiten im Bereich des modellbasierten Planens und Bauens und profitieren bereits von den Vorteilen.

Die Software unterstützt die klassische, alphanumerisch orientierte Arbeitsweise und modellbasiertes Arbeiten: dreidimensionale Geometriedaten mit Ressourcen sowie Zeit- und Vorgangskomponenten werden in iTWO vereint. Diese Form des modellbasierten Planens und Bauens hat bereits in der Forschung für Furore gesorgt. Die »ENCORD-Gruppe« und die »5D-Initiative« sowie aktuelle Forschungsvorhaben wie »Mefisto« oder »ForBAU« bauen verstärkt auf diese modernen Arbeitsweisen. An der Spitze dieser Gremien und Konsortien stehen führende Bauunternehmen – sowohl Europas als auch der Welt.

Der Geschäftsführer der Radl GmbH Claus Radl sieht in der modellbasierten Arbeitsweise in »fünf Dimensionen« das Bauen der Zukunft. Architekten und Tragwerksplaner, die ihre 3D-Pläne zusammenführen und mittels Kollisionsprüfung analysieren, und bauausführende Unternehmen, die diese Modelle für ihre Kalkulation und ihr Controlling aufgreifen. Vollkommen durchgängig und ohne Medienbrüche jedweder Art. »Bereits vor 20 Jahren wünschte ich mir eine Lösung, in der digitale Pläne als Grundlage für eine automatisierte und zugleich exakte Mengenermittlung dienen«, berichtet er.

Die modellbasierte Arbeitsweise hat auch neue Prozesse innerhalb des Unternehmens zur Folge. Während Radl und seine Mitarbeiter sich in der Vergangenheit Gewerk für Gewerk in die einzelnen Projektschritte in Rohbau und Schlüsselfertigbau einarbeiten konnten und Aufgaben untereinander aufgeteilt haben, gilt es nun, im gesamten Team an einem Strang zu ziehen. »Als wir noch rein alphanumerisch gearbeitet haben, erhielten wir die Plandaten gewöhnlich gemeinsam mit der Baubeschreibung auf Papier, in der Regel mehrere dicke Leitz-Ordner«, erzählt er. »Heute senden uns die Designer pdf- oder dwg-Dateien, aus denen wir zuerst das 3D-Modell erstellen.«

Zu diesem Zeitpunkt müssen alle im Team das gesamte Projekt – also Roh- und Ausbauarbeiten – vollständig überblicken. Viel Zeit für die Konzeption der 3D-Modelle haben sie nicht. Gewöhnlich bearbeitet das Büro 1–2 Projekte in jeder Woche. Etwa zwei Wochen nach Auftragseingang erwarten die Kunden eine Kalkulation. Somit bleiben den Ingenieuren durchschnittlich drei bis vier Tage pro 3D-Modell. »Hier müssen wir jetzt richtig Gas geben«, weiß Claus Radl. Denn die Zeitschienen sind immer sehr eng, egal ob das Büro ein Einfamilienhaus, ein Shopping-Center oder eine Sportstätte kalkuliert. Der Geschäftsführer ist aber auch überzeugt, dass er und seine Kollegen diesen Prozess langfristig deutlich beschleunigen können. Ist das Modell erstellt, der Prozess angestoßen, läuft der Rest – die Mengenermittlung, die Erstellung von Leistungsverzeichnissen oder die Kalkulation – fast wie von selbst – per Knopfdruck oft in Sekundenschnelle. Radl: »Je länger wir mit dem 5D-System arbeiten, desto routinierter werden wir und sind somit auch bald in der Lage, den momentan noch höheren Aufwand in der Erstellung des 3D-Modells stark zu reduzieren. Insgesamt optimieren wir jetzt schon unsere Prozesse, da wir durch die Verwendung eines durchgängigen ­Modells in den nachfolgenden Phasen die Arbeit enorm beschleunigt – und dabei unsere hohen Qualitätsstandards beibehalten haben.«

Dass das Bauen sich in den nächsten Jahren sehr verändern wird, prognostizieren die Mitglieder der ENCORD-Gruppe und der 5D-Initiative. Claus Radl dazu: »Uns war es wichtig, möglichst früh in diese neue Technologie einzusteigen. Wir wollen Vorreiter sein und nicht den Anschluss verpassen.« Auch in der eher schwierigen Anfangsphase sind schon Vorteile der neuen Arbeitsweise erkennbar. So hat sich die Kommunikation mit den Kunden des Büros durch die neuen grafischen Darstellungen und Auswertungsmöglichkeiten verändert, vereinfacht und so verbessert. Oft suchen Kunden mehrere Wochen nach Übergabe aller Informationen nach einzelnen Positionen, wenn beispielsweise zwei verschiedene Arten von Bodenbelägen, etwa Parkett- und Teppichboden, verbaut werden sollten. Mithilfe des Modells und 5D sind die gewünschten Informationen nun auf einen Blick ersichtlich.

Foto: Ingenieurbüro Radl, Karlsfeld

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