06.05.2009

Mozart-Stadt erhält architektonischen Kontrapunkt

Tradition und Moderne - im Mozarteum Salzburg treffen sie aufeinander: Mehr als 40 künstlerische und pädagogische Studienrichtungen bietet die bereits 1841 gegründete Universität. Klassische Grundregeln werden gleichermaßen vermittelt wie moderne Erkenntnisse und Theorien. Auch architektonisch begegnen sich im Mozarteum nach Neubau und abgeschlossener Sanierung Historie und Neuzeit: Der Gebäudekomplex fügt sich ein in das Weltkulturerbe der Salzburger Altstadt und bildet zugleich einen Kontrapunkt durch seine eigenständige Interpretation zeitgenössischer Architektur. Ziel des Umbaus war einerseits die Erhaltung der historischen Substanz, andererseits die Schaffung von neuen funktionalen universitären Räumlichkeiten auf höchstem gestalterischem und technischem Niveau. Die verantwortungsvolle Aufgabe übernahm der Architekt Robert Rechenauer, dessen Konzept als 1. Preis aus einem europaweiten Wettbewerb hervorging.

Licht und Luft wurden in den gesamten Gebäudekomplex gebracht: Eine großzügige gläserne Halle empfängt die Besucher, eine einläufige Freitreppe führt direkt ins zweite Obergeschoss zu den Instituten. Die zum Foyer hin offenen Laubengänge sorgen für Orientierung und sind zugleich attraktive Aufenthaltszonen für Studenten und Besucher - die Halle wird zum zentralen Kommunikations- und Begegnungsort. Das Foyer verbindet nicht nur Menschen, sondern auch Epochen - den barocken Primogeniturpalast und den puristischen Neubau, die beide geprägt sind von Klarheit und Geradlinigkeit.

Neues Markenzeichen der Universität ist der steinerne Solitär, der im Kontrast zum weißen, sanierten Altbau und der offenen gläsernen Eingangshalle steht. Ruhe und Beständigkeit strahlt der Bau aus, in dem sich der große Kammermusiksaal befindet. Dieser ist über eine Loggia zum Mirabellgarten geöffnet und bietet seinen Gästen einen wundervollen Blick ins Freie. Besonders bei Nacht strahlt der Saal über seine Glasfront in den Garten und lässt die Grenzen zwischen innen und außen verschwimmen. Im Inneren lösen Stelen die Wände auf, tags tritt gefiltertes Licht ein, die Kombination von Holz und Stein gibt dem Raum seine festliche Atmosphäre. Für eine optimale Akustik sorgen neben den steinernen Stelen Deckensegel aus Holz und Wandabsorber. Der ehemalige Primogeniturpalast, das Palais des Erzbischofs Lodron, wurde 1631 errichtet. Durch einen großen Brand im 18. Jahrhundert wurde der Palast stark beschädigt und verfiel zusehends. Erhalten blieb nur die barocke Fassade mit der so genannten Mozartstiege. Beide wurden im Zuge der Generalsanierung fachgerecht saniert.

110 Seminar- und Unterrichtsräume sowie 20 Übungszimmer bietet das Mozarteum heute. Sie alle sind mit modernster Medientechnik ausgestattet und nach den aktuellsten Erkenntnissen der Akustik und Luftkonditionierung gebaut. Intelligent geplant wurde auch das Große Studio, ein multifunktionaler Veranstaltungsraum für bis zu 420 Gäste mit modernster Bühnen- und Lichttechnik. Die Künstler können ihrer Fantasie freien Lauf lassen und variable Szenarien für Oper und Orchester kreieren -mit absenkbaren Böden und einem Orchestergraben, in dem die Musiker Platz finden, ist fast alles möglich. Insgesamt sind im Mozarteum fünf Säle für etwa 1000 Besucher entstanden. Die Innenräume sind puristisch gehalten mit klaren Grundrissen und wenig Materialien. Stein und Holz harmonieren mit weiß verputzten Wänden. Die Verwendung natürlicher und ökologisch nachhaltiger Produkte hatte Priorität beim Architekten. Aus diesem Grund hatte er sich auch für Linoleum-Bodenbeläge entschieden. Denn Linoleum wird nach wie vor überwiegend aus natürlichen, nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Aber auch praktische Eigenschaften wie Trittschalldämmung, Strapazierfähigkeit und die leichte Reinigung sprachen für den Belag. DLW Linoleum-Colorette in einem gedeckten Grau passt zudem bestens in die nüchtern gehaltenen Räume, die durch Musik zum Leben erweckt werden.

Foto: Armstrong/Werner Huthmacher

Konzept: Urbanes Wohnen

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