12.10.2010

Nominierungen

Aus 420 Einsendungen hat die unabhängige, fünfköpfige DETAIL Preis Jury die besten 24 Kandidaten nominiert. Fotos und Jurystatements hier.

Die Sieger 2011 stehen fest, hier sind nochmal alle nominierten Projekte mit Kommentaren der Jury.
DETAIL PREIS 2011
  • David Chipperfield Architects (Berlin) in Zusammenarbeit mit Julian Harrap (London) mit dem Projekt Wiederaufbau Neues Museum in Berlin, Deutschland (Gewinner)
  • MGM – Morales Giles Mariscal (Sevilla) mit dem Projekt 127 viviendas sociales en el Monte Hacho in Ceuta, Spanien
  • Spaceshop Architekten (Biel) mit dem Projekt Wohnhaus Flury in Deitingen, Schweiz
SONDERPREIS Glas
  • Cepezed Architects (Delft) mit dem Projekt Jinso Pavilion in Amsterdam, Niederlande
  • TNA – Makoto Takei, Chie Nabeshima (Tokyo) mit dem Projekt Square House in Karuizawa, Japan
  • Tony Fretton Architects (London) mit dem Projekt New British Embassy in Warschau, Polen (Gewinner)
SONDERPREIS Stahl
  • BIG – Bjarke Ingels Group (Kopenhagen) in Zusammenarbeit mit ARUP (London/Schanghai) mit dem Projekt Danish Pavilion auf der World Expo 2010 in Shanghai, China (Gewinner)
  • gmp – von Gerkan, Marg und Partner (Hamburg) in Kooperation mit Louis Karol architects, Point architects (Kapstadt) mit dem Projekt Cape Town Stadion in Kapstadt, Südafrika
  • LAAC Architekten (Innsbruck) mit dem Projekt Top of Tyrol auf dem Stubaier Gletscher, Österreich
SONDERPREIS Interior
  • Bottega + Ehrhardt Architekten (Stuttgart) mit dem Projekt Agentur PUBLICMOTOR in Stuttgart, Deutschland
  • Hild und K Architekten (München) mit dem Projekt Louis Hotel am Viktualienmarkt in München, Deutschland (Gewinner)
  • Martenson (Aachen) und Atelier NAGEL?THEISSEN (Stuttgart) mit dem Projekt
    Just K in Tübingen, Deutschland
SONDERPREIS Green Architecture
  • ETH-Studio Monte Rosa (Zürich) und Bearth & Deplazes Architekten (Chur) mit dem Projekt Neue Monte-Rosa-Hütte SAC in Zermatt, Schweiz
  • Kéré Architecture (Berlin) mit dem Projekt Erweiterung Gymnasium Dano in Dano, Burkina Faso
  • Spaceshop Architekten (Biel) mit dem Projekt Wohnhaus Flury in Deitingen, Schweiz (Gewinner)
SONDERPREIS Studenten
  • Diogo Aguiar und Teresa Otto (Universidade do Porto, heute: LIKEarchitects) mit dem Projekt Temporary Bar in Porto, Portugal
  • Projektgruppe »Ziegelbaumechaniker Bhaktapur« (FH Frankfurt) mit dem Projekt Der Turm zu Bhaktapur in Bhaktapur, Nepal
  • Projektgruppe »Forschungspavillon« (ICD und ITKE, Universität Stuttgart) mit dem Projekt Forschungspavillon in Stuttgart, Deutschland (Gewinner)
Unternehmenspreis Corporate
  • voestalpine Stahl GmbH (Linz) und Dietmar Feichtinger Architectes (Paris) mit dem Projekt Finanz- und Verkaufszentrale Voestalpine in Linz, Österreich
  • ThyssenKrupp AG (Essen), JSWD Architekten (Köln), Chaix & Morel et associés (Paris) und ECE GmbH (Hamburg) und mit dem Projekt Q1 Gebäude - ThyssenKrupp Quartier in Essen, Deutschland
  • REHAU AG + Co (Rehau) und Weberwürschinger (Berlin) mit dem Projekt Prolin –Ausbildungszentrum von Rehau in Rehau, Deutschland (Gewinner)
Unternehmenspreis Product
  • PAZDERA AG (Coburg) mit dem Produkt Glasfassaden gezeigt an dem Referenzobjekt Museum Folkwang von David Chipperfield Architects (Berlin) und Plan Forward GmbH (Stuttgart) in Essen, Deutschland
  • Schmid GmbH (Simmerberg) mit dem Produkt Schmid Licht-Akustik-Membrandecke gezeigt an dem Referenzobjekt Museum Folkwang von David Chipperfield Architects (Berlin) und Plan Forward GmbH (Stuttgart) in Essen, (Gewinner)
  • Soba Inter AG (Baden-Dättwil) mit dem Produkt Fural gezeigt an dem Referenzobjekt Schulanlage Untermoos von Diethelm & Spillmann Architekten (Zürich) in Zürich, Schweiz
Partner und Sponsoren
Partner ist die Messe BAU 2011, Messe München.
Die Sonderpreise werden von Innovationsführern der Baubranche unterstützt:
OKALUX für Glas
JOSEF GARTNER für Stahl
DORMA für Interior
SIEGENIA-AUBI für Green Architecture
STO-STIFTUNG für Studenten
Ideelle Partner sind die Bayerische Architektenkammer und die Architectural Society of China.

BREAK

HAUPTPREIS
David Chipperfield Architects (Berlin) in Zusammenarbeit mit Julian Harrap (London) mit dem Projekt Wiederaufbau Neues Museum in Berlin, Deutschland
Kurzbeschreibung
Die Wiederherstellung, des im Zweiten Weltkriegs schwer beschädigten Neuen Museums aus dem Jahr 1859, umfasst die Reparatur und Restaurierung der erhaltenen Teile sowie die Wiedergewinnung der ursprünglichen Raumfolge und des Volumens durch Neubauteile, die den Altbestand ergänzen.
Die Neubauräume aus großformatigen Fertigteilen mit Beton aus Weißzement und sächsischem Marmor reflektieren das Verlorene, ohne es zu imitieren. Die Ziegeltreppe wurde in ihrer Kubatur wieder hergestellt und neu interpretiert. Der gänzlich zerstörte Kuppelsaal wurde als neue Ziegelkonstruktion aufgemauert. Der quadratische Grundriss geht dabei nahtlos in die Rundkuppel über, die in einem laternenbekrönten Rundfenster endet. Der ebenfalls völlig zerstörte Ägyptische Hof, der ursprünglich einer der bedeutendsten Räume des Neuen Museums war, erhielt eine neu eingestellte Architektur. Eine Plattform teilt den Raum, der von einem satinierten Glasdach überdeckt ist, nun in zwei übereinander gestapelte Hofräume.
Im Oktober 2009 wurde das Neue Museum nach 10-jähriger Bauphase wiedereröffnet. Damit kehrten nach mehr als 60 Jahren die Sammlungen des Ägyptischen Museums und des Museums für Vor- und Frühgeschichte an den historischen Ort zurück.
Jurystatement:
Die Jury sieht das Projekt „Wiederaufbau Neues Museum“ durch die außergewöhnliche Bauaufgabe und die historische Dimension außer Kategorie. Die einzelnen und völlig unterschiedlichen Maßnahmen sind vor Ort anhand der vorgefundenen Situation entwickelt und waren somit nicht im herkömmlichen Sinne planbar. Die Vielfalt der Eingriffe und deren unterschiedliche Ausprägungen von Rekonstruktion über Interpretation, Anlehnung und Distanzierung wurde in Kooperation mit Denkmalpflegern erarbeitet. Die Architektur besticht durch den sinnlichen Umgang mit dem Material und das Spannungsverhältnis zwischen der klaren, modernen Architektursprache der Neubauelemente und dem Bestand. Den Architekten gelingt es dabei bröckelndem Putz und Farbresten eine eigenständige Ästhetik abzugewinnen. Trotz eines sehr langen, teils politisch beeinflussten Bauprozesses, ist die klare konzeptionelle Grundhaltung und der sensible Umgang mit der Substanz in gleichbleibender Qualität zu spüren.
Das Projekt beschreibt einen völlig neuer Ansatz im Umgang mit Rekonstruktion und ist ein hervorragendes und authentisches Beispiel für Bauen im Bestand. Die einzelnen Eingriffe „schleifen“ sich am Bestand und sind sehr reduziert und konsequent im Umgang mit den Materialien ausgeführt.

Foto: Christian Richters

MGM – Morales Giles Mariscal (Sevilla) mit dem Projekt 127 viviendas sociales en el Monte Hacho in Ceuta, Spanien
Kurzbeschreibung
Die Idee des Sozialwohnungsbauprojekts in Ceuta, einer spanischen Stadt an der nordafrikanischen Küste der Straße von Gibraltar, der Architekten MGM Morales Giles Mariscal entstand bereits im Rahmen des 5. Europan Wettbewerbs im Jahr 1999. Der Wettbewerb suchte unter dem Thema „neue Landschaften des Wohnens“ Möglichkeiten der Verdichtung von gemischten Wohnformen in einem städtischen Kontext. Über 10 Jahre später wurde der erste Bauabschnitt des Gewinnerprojekts nun fertig gestellt.
Die Besonderheit des Projekts ist der Standort. In dem stillgelegten Steinbruch ordnen sich auf vier Plattformen flache Patiowohnungen und sechs verdichtete Wohntürme aneinander.
Insgesamt besteht der Gesamtkomplex aus 127 staatlich geförderten Wohneinheiten. Um sich vor dem starken Ostwind zu schützen, wurde eine Art "Nischenarchitektur" entwickelt, die sich von dem Wind wegdreht. Module mit Funktionseinheiten lassen sich kombinieren und je nach Ausrichtung variieren, die Eingänge liegen geschützt im Inneren. Die Materialien sind Stahlbeton und helles Holz ergänzt durch gezielt eingesetzte Farbelemente.
Jurystatement
Das Projekt überzeugt durch den besonderen Umgang mit dem Ort – ein Nichtort wird zur Stadtikone – sowie der stigmafreien Gestaltung sozialen Wohnungsbaus.
Lokale Wohnformen werden mit reduzierten Mitteln in eine moderne Architektursprache übersetzt. Durch die Verknüpfung von Horizontalität und Vertikalität in Patiowohnungen und Türmen wird zum einen der besondere Ort interpretiert, als auch das Thema des verdichteten Wohnens umgesetzt. Das Projekt überzeugt durch die gelungene Kombination reduzierter Details und Materialien sowie gezielt eingesetzter Farbe. Das Spiel von offenen und geschlossenen Flächen, von Licht und Schatten trägt zur Gestaltung bei und ist gleichzeitig integraler Bestandteil der Anpassung an die klimatischen Gegebenheiten.
Die Arbeit ist ein überzeugendes Statement und ein neuer Ansatz für die Bauaufgabe des sozialen Wohnungsbaus.

Foto: Jes?s Granada

Spaceshop Architekten (Biel) mit dem Projekt Wohnhaus Flury in Deitingen, Schweiz
Kurzbeschreibung
Das Wohnhaus in Deitlingen, Schweiz, von spaceshop architekten vereint einfaches und lokales Bauen mit architektonischen, technischen und ökologischen Ansprüchen. Neben der Ver- und Entsorgung des Gebäudes kommen im Sinne der Gesamtheit des Kreislaufs (Bau, Gebrauch, Rückbau) auch bei der Materialwahl hohe ökologische Ansprüche zum Tragen. Das Gebäude wurde komplett aus vier Baumaterialien – Naturstein, Lehm, Stroh und Holz – aus einer Umgebung von 10 km gebaut. Der Verzicht auf Zement- und Erdölprodukte unterstreicht die Absicht energieaufwändige und umweltproblematische Herstellungsprozesse zu meiden. Anstelle komplizierter Technikinstallationen stehen einfache Prinzipien und ein intelligentes Benutzerverhalten. Anfallende Feuchtigkeit wird durch Lehmwände reguliert, die auch einen effizienten Wärmeschutz bieten. Der Strom wird von einer Photovoltaikanlage erzeugt, deren Überschuss ins öffentliche Netz abgegeben werden kann.
Die Grundrissfigur des pavillonartigen Neubaus bildet sich aus zwei L-förmigen Lehmwänden, die drei Räume aufspannen und dadurch unterschiedliche Zonen entstehen lassen. Das Gebäude öffnet sich auf allen Seiten zum Garten und schafft fließende Übergänge von innen und außen.
Jurystatement
Das Projekt zeigt eindrucksvoll, dass Ökoarchitektur ihr Stigma überwunden hat. Die zugrundeliegenden Prämissen Autarkie, Ökologie und Gesundheit werden selbstsicher in einer modernen und klaren Architektursprache umgesetzt. Das Wohnhaus Flury verwendet lediglich lokale Baustoffe und nachwachsende Materialien aus dem nahen Umfeld. Der Kreislauf von Bau, Nutzung und Rückbau ist geschlossen. Das Gebäude ist vollständig recylebar und produziert keinen Abfall. Das Projekt ist sehr rational und setzt sich souverän mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander.

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Foto: Stefan Weber


SONDERPREIS GLAS
Tony Fretton Architects (London) mit dem Projekt New British Embassy in Warschau, Polen
Kurzbeschreibung
Die neue britische Botschaft in Warschau, nach Plänen des Architekturbüros Tony Fretton aus London, kombiniert höchste Sicherheitsstandards mit großen Glasfronten, minimalistischem Design und ästhetischer Gestaltung. Der längliche, dreigeschossige Bau ist in Anlehnung an neo-klassizistische Bauten streng geometrisch mit einem mittig aufgesetzten Obergeschoss aufgebaut. Das Erdgeschoss bietet Platz für öffentliche Funktionen mit Räumen für Veranstaltungen und Ausstellungen sowie ein Cafe, das sich Richtung Garten öffnet. Die Administration der Botschaft befindet sich im ersten Geschoss, die Botschafterwohnung im Dachgeschoss.
Jurystatement
Die Jury lobt den Ansatz der gläsernen Botschaft, die als Symbol der Offenheit gegenüber dem Gastgeberland zu verstehen ist, jedoch ohne die Sicherheit von Besuchern und Mitarbeitern zu vernachlässigen. Dies geschieht unter anderem über die große hinterlüftete Glasfront aus explosionsbeständigen Glas. Diese schwierige Aufgabe wurde konsequent bis ins Detail umgesetzt. Trotz der enormen Sicherheitsanforderungen an das Botschaftsgebäude wirken die Details überzeugend einfach und filigran. Die “gläserne Botschaft“ setzt ein Zeichen in der Gestaltung von Architektur mit besonderen Sicherheitsansprüchen.

Foto: Christian Richters

Foto: Andreas Gabriel

Cepezed Architects (Delft) mit dem Projekt Jinso Pavilion in Amsterdam, Die Niederlande
Kurzbeschreibung
Der Jinso-Restaurant-Pavilion am Arena Boulevard in Amsterdam wurde durch einen modernen Glasbau erweitert. Das ursprüngliche Gebäude, ebenfalls von cepezed architects im Jahr 1990 realisiert, ist eine längliche, zweigeschossige Box und wurde nun im Jahr 2008 durch ein großflächig verglastes Oval ergänzt. Die Glasfassade mit über 12 m Höhe besteht aus kalt-gebogenem Isolierglas, das direkt vor Ort geformt und verarbeitet wurde. Im Erdgeschoss kann die Fassade über mehr als zwei Drittel ihrer Länge mit Hilfe einer Faltwand geöffnet werden. Die transluzente Dachkonstruktion besteht aus pneumatischen Luftkissen aus ETFE-Folien (Ethylen-Tetrafluorethylen), die an einer Stahlkonstruktion befestigt sind. Durch die Veränderung des inneren Luftdrucks der Kissen kann die Sonneneinstrahlung im Inneren reguliert werden. Die Druckluftversorgung der Kissen erfolgt dabei über Leitungen in der Stahlkonstruktion.
Jurystatement
Das Projekt ist innovativ im Umgang mit dem Material Glas. Die Verwendung von vor Ort kalt gebogenen und durch Rahmen auf Spannung gehaltenen Gläsern bedarf sehr gründlicher Detaillösungen. Die technischen Ansprüche an die Isolierverglasung bleiben weiterhin gewährleistet. Diese neue Technik birgt großes Zukunftspotential in sich, da dies eine preiswerte Alternative zu den bisherigen Biegeverfahren für Architekturglas darstellt. Die Idee der Architektur überzeugt die Jury bis ins Detail. Das Projekt ist in sich harmonisch und schlüssig. Die Entwurfsidee der Architektur wird durch das in Form gehaltene Glas perfektioniert. Das technische Verfahren trägt maßgeblich zur Umsetzung der gestalterischen Idee bei.

Foto: Fas Keuzenkamp

TNA – Makoto Takei, Chie Nabeshima (Tokio) mit dem Projekt Square House in Karuizawa, Japan
Kurzbeschreibung
Das Square House des Architekturbüros TNA aus Japan ist ein Wochenendhaus in einem Waldgebiet bei Karuizawa. Die Entwurfsidee greift unterschiedliche Aspekte des Themas Wald auf. Die Dichte des Waldes gewährleistet trotz maximaler Fassadentransparenz Privatsphäre und Blickschutz. Das Thema der fließenden Übergänge, der unterschiedlichen Räume, die zwischen den Bäumen eines Waldes entstehen, werden durch die Architektur interpretiert. Dies geschieht durch eine Vielzahl von Stützen, die neben konstruktiven Funktionen auch die Raumaufteilung übernehmen. Sämtliche Zonen im Inneren des Gebäudes gehen fließend ineinander über.
Eine besondere Bedeutung kommt dem natürlichen Licht- und Schattenspiel sowie dem Blickwinkel zu. Je nach Blickwinkel stärken die Stützen die vertikale Verbindung von Boden und Decke, erscheinen als horizontal geschlossene Wände oder leiten den Blick von außen betrachtet auf das Fundament des Gebäudes. Wind, Geräusche, Licht und Gerüche stellen immer eine Beziehung der Raumzonen untereinander dar.
Jurystatement
Die Architektur überzeugt die Jury durch ihre konsequente Haltung. Das gesamte Gebäude versteht sich als Teil des Ortes – als Teil des Waldes. Die maximale Auflösung der Raumbegrenzungen und der Konstruktion wird durch offene Glasfassaden unterstützt, die lediglich raumklimatische Trennungen sind. Die Jury sieht das Projekt als moderne Neuinterpretation klassischer, japanischer Architektur. Licht und Schatten spielen eine besondere Rolle und tragen gemeinsam mit der ungewöhnlichen Positionierung der Stützen zur maximalen Öffnung des Gebäudes mitten im Wald bei.
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Foto: Daici Ano


SONDERPREIS STAHL
BIG – Bjarke Ingels Group (Kopenhagen) in Zusammenarbeit mit ARUP (London/Schanghai) mit dem Projekt Danish Pavilion auf der World Expo 2010 in Shanghai, China
Kurzbeschreibung
Der dänische Pavillon der Expo 2010 in Shanghai von BIG Bjarke Ingels Group in Zusammenarbeit mit ARUP, Tongji Design Institute und 2+1 versteht sich als Repräsentant Dänemarks. Nicht Exponate sondern Interaktionen sollen das dänische Lebensgefühl vermitteln. Die Architektur stellt hierfür die Voraussetzungen.
Die monolithische Struktur des weißen Pavillons besteht aus einem einzigen sich selbst tragenden Stahlfachwerkträger. Eine Doppelfassade trennt die Innen- und Außenbereiche, der in sich verdrehten Struktur. Auf der äußeren Fassade aus perforiertem Stahl spiegeln sich die Kräfte wider, die auf das Gebäude einwirken. Die Perforation des Stahls ist dementsprechend unterschiedlich stark. Im Inneren wird der Pavillon durch sich ablösende Raum-, Bewegungs- und Aufenthaltszonen strukturiert.
Engineers: ARUP
ARUP AGU London (Advanced Geometry Units): Nicolas Sterling, Daniel Bosia, Toby Clark
ARUP London MEP: Mikkel Kragh, Erik Moore
ARUP Shanghai: Michael Kwok, Gang Liu
Jurystatement
Die Jury findet das Ausstellungskonzept konsequent und schlüssig durch die ausdrucksstarke Form umgesetzt. Besonders der Ausdruck der Bewegung überzeugt dabei. Entwurf und Konstruktion bedingen sich bei diesem Projekt gegenseitig. Die Architektur folgt den Bewegungsabläufen der Nutzer. Neben der auffälligen Formgebung muss die Konstruktion dabei auch den Anforderungen an temporäre Pavillon-Bauten entsprechen, sie muss demontierbar und einfach in der Handhabung des Auf- und Abbaus sein. Beides wird in Stahl überzeugend umgesetzt.

Foto: BIG

gmp – von Gerkan, Marg und Partner (Hamburg) in Zusammenarbeit mit Louis Karol architects, Point architects (Kapstadt) dem Projekt Cape Town Stadion in Kapstadt, Südafrika
Kurzbeschreibung
Das für Fußball- und Rugbyspiele konzipierte Stadion in Südafrika für 68.000 Zuschauer auf drei Rängen, liegt als Solitär am Fuße des Signal Hills in Kapstadt. Die äußere Hülle des Stadions des Architekturbüros von Gerkan, Marg und Partner in Zusammenarbeit mit Louis Karol architects, Point architects, Kapstadt, ist als abstrakt linear gegliederte Membrankonstruktion entworfen. Seine ondulierende Silhouette, die aus der Geometrie des Stadionkörpers resultiert, lässt das Bauwerk als skulpturales Objekt erscheinen.
Die Dachkonstruktion der Tragwerksplaner Schlaich Bergermann und Partner ist eine Kombination aus einem Hängedach mit radialen Bindersystemen. Das leicht geschwungene Dach ist mit Verbundsicherheitsglas eingedeckt und im Innenraum mit einer diaphanen Membranhaut verkleidet. Der Raum zwischen der Glaseindeckung und der Membran integriert technische Elemente wie Beschallung und Beleuchtung, bietet Wetterschutz und dient als
Schall absorbierendes Volumen. Die Stadionarchitektur versteht sich als markante Stadtmarke, die Impulsgebend auf eine positive Entwicklung der angrenzenden Quartiere einwirken möchte.
Jurystatement
Das Stadion überzeugt die Jury durch seine extrem ausgedünnte Stahlkonstruktion, die durch Leichtigkeit und Helligkeit geprägt ist. Die prägnante und gut durchdachte Konstruktion beeinflusst maßgeblich den Raumeindruck. Signifikant ist dabei der innere Druckring der Dachkonstruktion, der trotz der hohen einwirkenden Kräfte äußerst filigran ausgebildeten ist. Das Thema der Leichtigkeit findet sich konsequent in Entwurf und Material umgesetzt. Dabei verschmelzen Material und Funktion zu einer Einheit. Transluzente Oberflächen aus hellem Glasfasergewebe über der Stahlkonstruktion unterstützen das Thema indem das Tageslicht absorbiert und reflektiert wird. Das Stadion ist eine in sich sehr stimmige und sorgsam detaillierte Stahlkonstruktion, deren funktionale Eigenschaften gleichzeitig Gestaltung sind.

Foto: Marcus Bredt

Foto: Sabine Drey

LAAC Architekten (Innsbruck) mit dem Projekt Top of Tyrol auf dem Stubaier Gletscher, Österreich
Kurzbeschreibung
Die Aussichtsplattform Top of Tyrol der Architekten LAAC aus Innsbruck liegt auf 3120 m zentral im Skigebiet Stubaier Gletscher, Österreich, und ist vorwiegend zur Vitalisierung des Übergangs- und Sommertourismus gedacht. Weg und Plattform liegen im brüchigen Fels, sechs Monate im Jahr werden die Lamellen im Schnee verschwinden. Nur die über der Nordwand auskragenden Schwerter bleiben das ganze Jahr über sichtbar.
Die Aussichtsplattform ist eine Stahlkonstruktion aus wetterfestem Stahl. Konstruktiv ist das Tragwerk als verzerrter Trägerrost konzipiert, der im Permafrost über 15 m lange Felsanker verankert ist. Die geometrisch frei geformten Bauteile sind zur Gänze vorfabriziert und mit dem Hubschrauber vor Ort transportiert. Die Anpassung der Bauteile an die Lastengrenze des Helikopters und die Perfektionierung der Montagestöße war ein wesentlicher Teil der Entwurfsoptimierung. Die gesamte Baustelleneinrichtung, sämtliche Betonarbeiten sowie die Montage aller Bauteile wurden vom Helikopter aus durchgeführt.
Das geschwungene Geländer der Stahlkonstruktion ist monolithisch gefertigt. Handlauf und Sitzbank sind aus Lärchenholz, die Füllung aus einem Edelstahl-Netz. Die sandgestrahlten Stahlschwerter aus wetterfestem Stahl kragen 9 m über die Felskante aus. Insgesamt wurden 19 t Stahl, 60 m² Gitterrost und 50 m Holzhandlauf Lärche mit Edelstahlnetz verarbeitet.
Jurystatement
Architektur und Konstruktion sind bei diesem Projekt identisch. Die Jury überzeugt besonders das Zusammenspiel von Stahlkonstruktion, Material und Natur sowie die Integration in die Landschaft. Durch Inszenierung und Überzeichnung der vorhandenen Topografie entsteht aus Landschaft geformte Architektur – künstliche Landschaft – sie vermittelt zwischen Dynamik und Statik. Neben der beeindruckenden Konstruktion und der Farb- und Materialkombination von wetterfestem Stahl, Fels und Schnee hebt sich dieses Projekt durch die Art der Montage hervor. Sämtliche Bausteine wurden vorfabriziert und vom Hubschrauber aus vor Ort montiert.

BREAK

Foto: LAAC Architekten


SONDERPREIS INTERIOR
Hild und K Architekten (München) mit dem Projekt Louis Hotel am Viktualienmarkt in München, Deutschland
Kurzbeschreibung
Ein am Münchner Viktualienmarkt gelegenes Verwaltungsgebäude wurde von Hild und K Architekte

Foto: Michael Heinrich

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