03.11.2009

Sanierung der Festungsanlage Forte Corno in Praso

Oberhalb der Ortschaft Praso gelegen, stellt die Festung »Forte Corno« einen der bedeutendsten und besterhaltenen Militärbauten des westlichen Trentino dar. Die exponierte Position auf 1100 m Höhe am rechten Hang des Chiesetals ermöglichte die Kontrolle der Straßen durch das Val di Daone und nach Roncone, bei gleichzeitiger Anbindung an die Talsenke durch eine Militärstraße und eine Schützengrabenlinie. Die Festung war Teil der Judikarien-Sperre und verschloss das Tal gegen Artillerieangriffe an einem der Hauptzugangswege nach Südtirol.

Neben dem architektonischen hat die Gebirgsfestung Forte Corno auch einen beachtlichen historischen Wert. Die Gemeindeverwaltungen des Val di Chiese planten nach einer 1997 erzielten Übereinkunft ein Programm zur Sanierung und Aufwertung der Festungskomplexe Larino und Corno. Bei der Festung Forte Corno sollte aufgrund ihrer besonderen strategisch-militärischen und architektonischen Bedeutung (wobei hier die komplexe Gliederung der Grundrisse und der Volumen sowie die Einzigartigkeit der Bautypologie hervorzuheben ist) vorrangig die komplexe Verteidigungsstruktur erfasst und didaktisch aufgearbeitet werden. Im Rahmen der Übereinkunft waren verschiedene Eingriffe vorgesehen, darunter auch die Renovierung im Innern dieses Baus samt Wiederherstellung einiger Originalräume als Darbietungsflächen für pub-likumswirksame Veranstaltungen.

Das Amt für Denkmalschutz in Trient beauftragte Prof. Luciano Semerani und Architekt Lamberto Amistadi vom Institut für Architektur der Universität Venedig mit einer Untersuchung im Hinblick auf die Sanierung und Aufwertung des gesamten Festungssystems der Gegend. Dabei sollten die strukturellen Ziele und Inhalte der Ausführungspläne für die Sanierung und Restaurierung des komplexen Verteidigungssystems festgelegt werden. Mit der Renovierungsplanung des Forte Corno wurde das Architekturbüro -Dallavalle Associati aus Trient betraut.

Nach Säuberung und einer Reihe von Sicherungsmaßnahmen sollte der erste Bauabschnitt vor allem einer kognitiven Herangehensweise an das Denkmal dienen – eine eingehende historische Forschung und Erfassung sowie eine topografische Vermessung des Bauwerks und der Morphologie der Umgebung. Im Projekt war als erste Maßnahme zwangsläufig die Restaurierung eines Teils der Festung vorgesehen, um den kontinuierlichen und fortgeschrittenen Verfall aufzuhalten. Insbesondere sollte die Bedachung an der höchsten zum Berg hin gelegenen Stelle teilweise wieder hergestellt werden. Als Grundlage diente eine eingehenden Analyse der Originalpläne und der Vergleich mit der vorhandenen historischen Bilddokumentation der Festung. Ihr Aussehen folgt dem Verlauf des Hangs, wodurch nur ein Teil ihres enormen Volumens zu sehen ist.

Für die 2?300 m2 messende Doppelstehfalzeindeckung wählten die Planer als natürlichen Werkstoff vorbewittertes Rheinzink-Material in einer Metalldicke von 0,7 mm, das sich mit seiner farbneutralen Oberfläche diskret in das Landschaftsbild einfügt. Die zusätzliche Patinabildung bei Bewitterung des Blechs unterstreicht diese Intention bereits jetzt, einige Zeit nach der Ausführung des ersten Bauabschnitts, insbesondere auf den zu Anfang eingedeckten Bereichen.

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