You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

Analog und Digital

Aus unserer heutigen Welt sind digitale Technologien nicht mehr wegzudenken und wohl niemand käme auf die Idee, ein »Institut für analoge Studien« zu gründen. Genau das tat Otl Aicher 1984 und in seinem Standardwerk »Analog und Digital«, das er 1991 veröffentlicht hat, sieht er eine Gefahr darin, das analoge Praktische zugunsten einer abstrakten Begrifflichkeit und logischen Exaktheit zu vernachlässigen.
Während sich die Redaktion in DETAIL 12/2007 dem Thema Digitales Bauen unter dem Titel »Digital Details« angenähert hatte, erscheint uns für die Ausgabe  des vorliegenden Heftes der Titel »Analog und Digital« treffender. Weshalb?

Die Fragestellung nach dem Gleichgewicht zwischen analog und digital ist zu einem zentralen Thema im sinnvollen Umgang mit dem Computer geworden. Was Aicher als »die Schule des Machens« bezeichnet, wird zunehmend von Hochschulen vorurteilsfrei mit den fortschrittlichsten digitalen Werkzeugen kombiniert. Neu gegründete Lehrstühle mit Namen wie »Institut für Computerbasiertes Entwerfen« oder »Digitales Entwerfen« machen es sich zur primären Aufgabe, Materialparameter von vornherein in ihre digitalen 3D-Modelle mit einfließen zu lassen, um sicherzustellen, dass aus der fast unendlichen Menge an generierbaren Varianten nur diejenigen weiterbearbeitet werden, die letztendlich mit den zur Verfügung stehenden Werkstoffen und Maschinen auch realisiert werden können.

In seinem einführenden Artikel zieht Achim Menges einen kritischen Vergleich zwischen der zweifach gekrümmten Holzgitterschale der Multihalle Mannheim aus dem Jahre 1975 und der ebenfalls als Holzgitterschale ausgeführten Dachkonstruktion des Centre Pompidou Metz von Shigeru Ban, das Mitte Mai 2010 eingeweiht wird.

Wie an den Hochschulen gibt es auch in der Praxis unterschiedliche Positionen zum Thema analog und digital. Cristiano Ceccato, Mitbegründer von Gehry Technologies und heute Associate bei Zaha Hadid Architects zeigt auf, wie das Team um Zaha Hadid und Patrik Schumacher ihrem Ziel der durchgehenden digitalen Kette vom Entwurf bis zur Baustelle immer näher kommen. Herzog & de Meuron stellen die Fassadenentwicklung der Elbphilharmonie vor und Matias del Campo von Span zeigt die Entwicklung seines Österreichischen Pavillons für die EXPO Shanghai 2010, die komplett virtuell vollzogen wurde.

Kazuyo Sejima und Ryue Nishizawa vom japanischen Architekturbüro SANAA dagegen haben die Form ihres Rolex Learning Centers in Lausanne über analoge Modelle entwickelt. Die Tragwerksplaner Bollinger und Grohmann berichten, wie aus diesen Studien präzise Schalpläne wurden, bei denen sogar die einzelnen Bewehrungsstähle als 3D-Modell programmiert werden mussten. Schließlich kommen auch die Firmen als Dienstleister für Architekturbüros zu Wort. Denn nicht jeder Architekt hat die Expertise und die Ressourcen, um mit komplexen parametrischen 3D-Modellen umzugehen – das könnte sich jedoch mit der kommenden Architektengeneration ändern.

Kurze Werbepause

Dieses Heft
DETAIL 5/2010

Analog und Digital

Inhalt (PDF)
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.