You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken

green 2/2009

Kaum ein Begriff im aktuellen gesellschaftlichen Diskurs wird so vielfältig interpretiert wie jener der Nachhaltigkeit. Die Grenze ist fließend zwischen eigenwilligen Auslegungen des Begriffs und echtem »Greenwashing«, also der Vermarktung nicht nachhaltiger Gebäude, Produkte und Dienstleistungen als ökologisch vorbildlich. 

Für mehr Transparenz in der Bewertung von Nachhaltigkeit sollen Zertifizierungssysteme wie LEED, BREEAM und DGNB sorgen. Sie stellen den Anspruch, alle relevanten Nachhaltigkeitsaspekte von Gebäuden zu erfassen und zu bewerten. Gerade damit rufen sie unter Architekten auch Skepsis hervor: Werden mit ihrer Einführung fortan all jene Qualitäten von Gebäuden vernachlässigt, die sich nicht zahlenmäßig erfassen lassen? Oder erweitern die Labels lediglich die Betrachterperspektive auf die Architektur? Diesen Fragen wird DETAIL Green künftig verstärkt nachgehen. Dass die Zertifizierungskriterien Spielraum für höchst unterschiedliche bauliche Lösungen lassen, zeigen die Projektdokumentationen in unserem aktuellen Heft. Darunter sind der beste bislang im Rahmen des DGNB-Siegels bewertete Verwaltungsbau sowie das erste Gebäude, das den Schweizer Minergie-P-Eco-Standard erfüllt hat. 

Weitere Fragen, die unsere Autoren aufgreifen, lauten: Wie nachhaltig sind Holzkonstruktionen und Holzwerkstoffe im Bauwesen? Wie beeinflusst der Klimawandel die Architektur? Und wie plant man eine CO2-neutrale Stadt in der Wüste von Abu Dhabi? Dem energieneutralen Großprojekt Masdar City verdanken wir auch das Titelbild dieser Ausgabe: Es zeigt die Platzüberdachung von Masdar Plaza, einem Gebäudekompex, der in den kommenden Jahren nach Entwürfen von LAVA Architects gebaut werden soll. Auch Masdar City wurde bereits mit dem Vorwurf des »Greenwashing« konfrontiert: Die Stadt sei zu teuer und exklusiv, um nachhaltig zu sein, bemängeln Kritiker. Sie sei ein Versuchslabor für nachhaltige Technologien, von denen später alle profitierten, halten Befürworter dagegen. Welche Technologien dies sind und wie sie im Energiekonzept für die Stadt ineinandergreifen, lesen Sie in unserer Rubrik »Hintergrund«. 

Abschließend ein Hinweis auf zwei weitere Angebote aus der Redaktion DETAIL Green: Noch im November 2009 erscheint das Buch »Lebenszyklusanalyse in der Gebäudeplanung«, das sich ebenfalls mit der oben angesprochenen Erweiterung der Betrachterperspektive befasst. Wer sich darüber hinaus regelmäßig über nachhaltige Architektur informieren möchte, kann dies in der Rubrik »Green« der Website www.detail.de tun, die täglich aktuelle Nachrichten zu unserem Thema bereithält. 

Kurze Werbepause

Dieses Heft
Shop-Empfehlung
Anzeige

ARCHITEKTUR & DESIGN

Detail Newsletter

Wir informieren Sie regelmäßig über internationale Projekte, Neuigkeiten zu Architektur - und Designthemen, Research und aktuellen Veranstaltungen in unserem Newsletter.