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green 2/2010

Im Juni 2010 trat die neue Richtlinie für die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in Kraft, deren Pro und Contra wir in dieser Ausgabe diskutieren. Wie stets bei politischen Zukunftsentwürfen wird es auch bei ihrer Umsetzung in nationales Recht darum gehen, was wünschenswert und was realistisch, was finanzierbar und was womöglich sogar alternativlos ist.

Neben Notfallplänen für die Rettung von Banken und Staatsfinanzen existieren in der EU noch immer Zukunftsprojekte, zum Beispiel im Klimaschutz. So trat im Juni 2010 die neue Richtlinie für die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in Kraft, deren Pro und Contra wir auf den folgenden Seiten diskutieren. Wie stets bei politischen Zukunftsentwürfen wird es auch bei ihrer Umsetzung in nationales Recht darum gehen, was wünschenswert und was realistisch, was finanzierbar und was womöglich sogar alternativlos ist. Wobei sich gerade in der Umweltpolitik scheinbare Utopien schon des öfteren als realisierbar und gar alternativlos herausgestellt haben. Ein Beispiel sind die erneuerbaren Energien. Ihre Entwicklung im vergangenen Jahrzehnt hat in Deutschland selbst die optimistischsten Prognosen in den Schatten gestellt, die Branchen- und Umweltverbände noch zur Jahrtausendwende gewagt haben.

Für ein Ausruhen auf Lorbeeren besteht dennoch kein Anlass. Gerade deswegen ist es richtig, dass die neue Richtlinie – bei allen Unwägbarkeiten, die sie bringt – ambitionierte Vorgaben an die Energieeffizienz in Gebäuden macht. Ebenso wichtig ist es jedoch, Architekten und Planern Freiräume zu lassen, statt Einzeltechnologien explizit vorzuschreiben. Vielfalt in der Architektur ist ein hohes Gut, und nichts wäre weniger wünschenswert als ein vom Gesetzgeber verordneter Maßnahmenkatalog, der das nachhaltige Bauen nivelliert und vereinheit­licht.

Die Gebäudebeispiele in diesem Heft zeigen, dass dies vorerst nicht zu befürchten ist.Sie belegen auch, dass nicht nur die Politik, sondern jedes Projekt aufs Neue eine Gratwanderung zwischen »wünschenswert« und »machbar« zu bewältigen hat. Ein Beispiel ist der Hauptsitz des Weltnaturschutzbundes IUCN, der ohne Mehrkosten die Standards Minergie-P-Eco und LEED Platinum zu erfüllen hatte. Oder das Wohnprojekt »One Brighton«, das versucht, eine Zukunftsutopie die Rückkehr zu einem Lebenswandel, der unsere natürlichen Ressourcen nicht länger übernutzt – mit den Erfordernissen des britischen Immobilienmarktes vereinbar zu machen. Letztlich verlangten beide Projekte ihren Architekten mindestens so viel unkonventionelles Denken ab wie der Experimentalbau der Villa Welpeloo in Enschede, die zu über 60% aus Recyclingmaterialien besteht.

Und wenn wir gerade beim Querdenken sind: Sehr zu empfehlen sind in diesem Heft auch die Beiträge von Martin Zeumer und Joost Hartwig, die das Image der Kunststoffe als nicht nachhaltige Baustoffe in Frage stellen, und der Diskussionsbeitrag von Kevan Shaw, der den derzeitigen Boom um die Beleuchtung mit LED kritisch hinterleuchtet.

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