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Kostengünstiger Wohnungsbau

DETAIL 4/2018, Kostengünstiger Wohnungsbau

Es vergeht kaum keine Woche ohne neue Schlagzeilen zum Desaster auf dem Wohnungsmarkt. Allein in Deutschland fehlen etwa eine Millionen Wohnungen. Von den 4 Millionen ­Sozialwohnungen, die es Ende der 1980er-Jahre noch gab, sind heute noch 1,25 Millionen übrig. Bezahlbarer Wohnraum ist oft kaum zu finden, das Wohnen in vielen Städten so teuer wie noch nie. In Berlin zum Beispiel sind die Mieten in den ­letzten 14 Jahren um 80 % gestiegen. Gleichzeitig klettern die Kaufpreise für Immobilien in schwindelerregende Höhe. In ­London, Paris und anderen Metropolen werden monatlich neue Rekorde für Höchstpreise aufgestellt. Immobilien – und dazu zählt auch der Wohnungsbau – sind für Anleger zu Spekulationsobjekten mit vielversprechenden Profitaussichten geworden.

Was ist passiert in den letzten Jahrzehnten? Wo ist der Enthusiasmus geblieben, mit dem Politiker und Architekten in den 1960er- und 70er-Jahren große Siedlungen wie das ­Märkische Viertel oder die Gropiusstadt – beide als neues Zuhause für jeweils 50 000 Berliner geplant – in die Tat umsetzten? Warum hat sich der Staat weitgehend vom ­sozialen Wohnungsbau verabschiedet? Und wieso ziehen sich so viele Kommunen aus der Verantwortung, für ausreichend bezahlbaren Wohnraum zu sorgen?
In unserer April-Ausgabe haben wir uns diesen und weiteren brenzligen Fragen gestellt. Wir wollen mit unserem Heft zum kostengünstigen Wohnungsbau aufzeigen, dass es trotz der Misere auf dem Wohnungsmarkt auch positive Beispiele gibt – mit Lösungen, die einen Weg in die Zukunft vorgeben, sowohl mit Blick auf die Stadtplanung und Förderung als auch auf die architektonischen Qualitäten von bezahlbarem Wohnraum. Denn genau diese Qualitäten werden in Zeiten explodierender Mieten viel zu sehr vernachlässigt oder gar ignoriert.

In seinem Essay zum geförderten Wohnbau in Wien beschreibt Dietmar Steiner die Tradition und die Zukunft des Wohnens in seiner Stadt, die als Vorbild gilt. Unsere Dokumentationen zeigen kostengünstige Wohnungsbauten, die mit verschiedenen Förderinstrumenten, von Genossenschaften, als kommunale Projekte oder als Private Public Partnership realisiert wurden. Die Beispiele aus Paris, London oder Zürich machen deutlich, dass es durchaus Mittel und Wege gibt, trotz knappem Budget ungewöhnliche architektonische Qualitäten umzusetzen, die den Bewohnern im Alltag zugute kommen.

Gemeinschaftszonen, grüne Hinterhöfe und lichtdurchflutete Wohnräume sind eine Frage der Planung, die angesichts der reduzierten Bau­kosten Prioritäten setzen und umso bedachter aussfallen muss. Architekten tragen Verantwortung angesichts des derzeitigen Wohndesasters. Ihre Rolle ist maßgeblich, weil sie mit ihren ­Konzepten einen Weg in die Zukunft aufzeigen können.

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DETAIL 4/2018
DETAIL 4/2018, Kostengünstiger Wohnungsbau

Kostengünstiger Wohnungsbau

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